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Rast fährt weinend zum dritten Titel Rene Rast kämpfte auf dem Weg zum dritten Titel mit den Emotionen
ITR

"Längsten 30 Minuten meines Lebens": Rast fährt weinend zum dritten Titel

Warum Rene Rast auf dem Weg zum dritten Titel die Tränen in die Augen schossen und der Audi-Pilot mit der Konzentration und der Angst vor dem Aus kämpfte

Dass es passieren würde, war keine ganz große Überraschung. Aber wie emotional Rene Rast auf seinen dritten DTM-Titel reagierte, war dann doch unerwartet. "Ich kann es noch nicht in Worte fassen, da ist viel Druck von meinen Schultern abgefallen", kämpfte der Rosberg-Audi-Pilot nach dem Triumph in Hockenheim am Funk mit den Tränen und griff sich mit den Händen ins Gesicht. "Ich wollte diesen Titel unbedingt", gab er später zu.

Doch nicht erst bei der Zieldurchfahrt hatte Rast, der mit seinem dritten Titelgewinn mit Legende Klaus Ludwig gleichzieht und nur Bernd Schneider mit fünf Titeln vor sich hat, Tränen in den Augen. Das lag auch daran, dass er nach seinem Überholmanöver gegen Titelrivale Nico Müller 13 Runden vor Schluss einem ungefährdeten Sieg entgegenfuhr.

"Wenn du fährst, dann denkst du über so viele Dinge nach, gerade, wenn du so einen großen Vorsprung hast", erklärt er bei 'Sat.1'. "Ich musste wirklich aufpassen, den Scheitelpunkt nicht zu verpassen, weil ich schon Mitte des Rennens Tränen in den Augen hatte. Ich wusste natürlich: Das ist das letzte Rennen mit dem Auto. Ich habe wirklich jede Runde genossen. Irgendwann konnte ich es dann nicht mehr zurückhalten."

Rasts emotionale Achterbahnfahrt

Denn für Rast, der schon als Youngster von der DTM träumte, geht mit dem Class-1-Ende seine bisher erfolgreichste Ära im Motorsport zu Ende. Doch Rast kämpfte nicht nur mit den Tränen. Auch die Angst vor einem Ausfall machte die Endphase des Rennens zu einem nicht enden wollenden Marathon.

"Das waren vermutlich die längsten 30 Minuten meines Lebens", sagt er. "Wenn man allein fährt und nicht wirklich gegen jemanden kämpft und nur versucht, sich auf der Strecke zu halten, dann ist es sehr schwer, nicht auf jede Kleinigkeit im Auto zu hören. In einer Runde hatte ich Vibrationen, in der nächsten habe ich ein seltsames Geräusch gehört, in der nächsten hatte ich Pick-up auf den Reifen. Man betet nur, dass nichts kaputtgeht, oder dass die Reifen halten oder was auch immer."

Auch die schwierige erste Saisonhälfte, als sich Rast und seine Truppe an Abt-Audi die Zähne ausgebissen haben, kam Rast während des Rennens in den Sinn. "Ich musste mir sagen: 'Konzentrier dich auf das Auto und denke nicht über die Saison nach'", erzählt er. "Aber das fiel mir schwer, weil mir ist so viel durch den Kopf ging."

Rast gibt zu: Wollte gar nicht unbedingt gewinnen

Dass er sich am Sonntag in so bestechender Form präsentieren würde, kam für Rast unerwartet, gibt er selbst zu. "Ich war heute ehrlich gesagt nicht so sehr auf den Sieg fokussiert", sagt der Rosberg-Audi-Pilot, der eigentlich nur Platz fünf benötigt hätte und nach Müllers Undercut auf einem sicheren zweiten Platz lag. "Da dachte ich: Der zweite Platz ist mehr als ich brauche, ich bleibe einfach hier und schone meine Reifen."

Doch dann bekam Müller Reifenprobleme und wurde langsamer. "Ich wollte ihm eigentlich gar nicht zu nahe kommen, aber irgendwann habe ich mir gedacht: 'Versuch es einfach'." Und so zog er sechs Runden nach seinem Stopp in der Parabolica an seinem Herausforderer vorbei. "Es schien, als würde er stehen", schildert er das Manöver zum Sieg. "Ich musst nicht einmal pushen. Das Auto ist von selbst gefahren."

Keine Party, aber trotzdem "das eine oder andere Bierchen"

Auf diese Weise hätte Rast, dessen Erfolg kurzzeitig nur durch eine Untersuchung der Rennleitung gefährdet zu sein schein, "ohne Probleme bis morgen früh weiterfahren können", sagt Rast überrascht. "Gestern war ich nicht so viel besser als Nico, aber heute waren wir in einer anderen Liga. Das Auto war wie auf Schienen. Ich weiß nicht, was meine Ingenieure da gemacht haben, aber es war unglaublich."

Einziger Wehrmutstropfen bei Rasts Titelgewinn? Eine große Feier wird es nicht geben. "Leider sind ja keine Partys erlaubt", sagt er. "Ich glaube, sonst würden wir heute das Fahrerlager abreißen, wen wir eine Hospitality hätten. Aber wir haben ja nur eine Garage. Von dem her fällt die Party wahrscheinlich aus und wir müssen es verschieben auf die Zeit, wenn Corona weniger präsent ist."

So ganz nüchtern werde der Abend aber doch nicht verlaufen, kündigt der Champion an: "Ich glaube, wir werden heute Abend trotzdem das eine oder andere Bierchen trinken."

Motorsport-Total.com

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