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Wie stark ist Kubicas BMW-Kundenteam ART?

Wie stark ist Kubicas BMW-Kundenteam ART?

Frederic Vasseurs ART-Truppe kehrt nach drei Jahren Pause mit Robert Kubica als BMW-Kundenteam in die DTM zurück: So schätzen die Franzosen ihre Chancen ein...

Foto: BMW

Die Spatzen pfiffen es längst von den Dächern, dass Robert Kubica in die DTM einsteigen würde. Aber dass dies mit der französischen ART-Truppe als Kundenteam von BMW passieren würde, war eine große Überraschung. Dabei erscheint nun alles ganz logisch: ART-Boss Frederic Vasseur, der gemeinsam mit Nicolas Todt die französische Truppe leitet, ist auch beim Formel-1-Team von Alfa Romeo Teamchef, wo Kubica als Testfahrer fungiert.

Dazu kommt, dass man nicht nur im Formelsport mit späteren Stars wie Lewis Hamilton, Nico Rosberg oder Sebastian Vettel arbeitete, sondern 2015 und 2016 neben HWA sogar als Mercedes-Werksteam in der DTM am Start war. Dadurch hat man bereits Erfahrung in der traditionsreichen Tourenwagenserie.

"Dieses Projekt ist sehr wichtig für uns, und wir haben über den Winter intensiv daran gearbeitet", sagt ART-Teamchef Sebastien Philippe - 2006 Vizemeister in der DTM-Partnerserie Super GT - über das DTM-Comeback der aus Villeneuve-La-Gyard stammenden Truppe. Man wolle Partner BMW, der nun endlich auch ein Kundenteam hat, nachdem Audi bereits seit dem Vorjahr mit WRT zusammenarbeitet, dabei alle Ehre machen.

DTM-Rückkehrer von ART bitten um etwas Schonfrist

Dennoch ist Philippe bewusst, dass es trotz der Erfahrungen aus der Vergangenheit nicht einfach wird, auf Anhieb die Werksteams herauszufordern. "Wir waren zuletzt 2015 und 2016 in der DTM aktiv, also muss sich ART Grand Prix erst wieder in die Abläufe in dieser hochkarätigen Meisterschaft einfinden", sagt er. "Zu Beginn der Saison werden wir uns noch nicht allzu hohe Ziele setzen."

Durch die "Entschlossenheit" seiner Mannschaft hofft er aber, "dass wir im Saisonverlauf schnelle Fortschritte machen und an der Spitze mitkämpfen". In der ersten DTM-Ära der französischen Mannschaft ist das nur teilweise gelungen: Im Premierenjahr 2015, als man mit dem damaligen Rookie Lucas Auer und Champion Gary Paffett startete, gelang beiden Piloten je eine Pole-Position, der Brite holte zudem drei Podestplätze.

Bisher kein Sieg in der DTM

In der Meisterschaft wurde Paffett Neunter, während Mercedes-Kollege Pascal Wehrlein den Titel holte. 2016 lief es nur bedingt besser: Auer wurde durch Esteban Ocon und später durch Felix Rosenqvist ersetzt, aber die Highlights setzte erneut Paffett: Neben einer Pole-Position fuhr er für ART einen zweiten und dritten Platz ein und wurde Elfter in der Gesamtwertung. Bester Mercedes-Pilot war diesmal Robert Wickens auf Platz vier.

Danach reduzierte Mercedes die Anzahl der Autos, die fortan nur noch von HWA eingesetzt wurden: ART stieg nach nur zwei Saisons aus der DTM aus.

Beeindruckende Formel-Bilanz

Vor allem im Formelsport liest sich die ART-Bilanz aber mehr als beeindruckend: Von 2005 bis 2016 holte man in der GP2 durch Rosberg, Hamilton, Nico Hülkenberg und Stoffel Vandoorne viermal die Fahrer- und ebenso oft die Teamwertung. Je zweimal wurde man Vizemeister. Auch in der Nachfolgeserie Formel 2 wurden in den vergangenen zwei Jahren mit Nyck de Vries und George Russell ART-Piloten Meister.

Die GP3-Bilanz liest sich sogar noch eindrucksvoller: Von 2010 bis 2018 gelang mit einer Ausnahme jedes Mal der Titel in der Teamwertung - nur 2014 wurde man Zweiter. In der Nachfolgeserie, der FIA-Formel-3-Meisterschaft, holte man zumindest in der Teamwertung Rang drei.

Man darf gespannt sein, ob es ART diese Saison mit Kubica wie im Vorjahr WRT gelingen wird, als Kundenteam die Werksteams herauszufordern. Insider trauen es der Truppe aus der Bourgogne jedenfalls zu.

© Motorsport-Total.com

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