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Revanche geglückt

Bruno Spengler feiert am zweiten Tag den Sieg für Mercedes – Unfälle von Samstag-Sieger Mortara, Ralf Schumacher und David Coulthard.

Foto: DTM

Am Ende konnte Bruno Spengler doch noch jubeln: Nachdem er sich gestern im Finale des "Markenrennens" Edoardo Mortara geschlagen geben musste, drehte der Mercedes-Pilot heute den Spieß um.

Der aktuelle DTM-Tabellenführer siegte beim ersten Showevent im Münchener Olympiastadion. Wie schon gestern stand er gegen Audi-Pilot Mortara im Finale, und wieder ging es ultraspannend zwischen den beiden zu.

Doch während Mortara gestern die Oberhand behielt, endete das Finale heute für ihn vorzeitig in der Mauer.

Und so konnte Spengler sich von den über 40.000 Zuschauern als Sieger feiern lassen. "Es ist der Hammer, wenn man vor so vielen Leuten gewinnt", strahlt Spengler. "Die Stimmung war einfach unglaublich. Ich habe so viel Spaß gehabtm auch gestern schon, obwohl ich da nicht gewonnen habe. Aber heute ist mir die Revanche geglückt. Es war wirklich eine Riesenveranstaltung, und ich habe mich sehr gefreut, so viele Leute hier zu sehen."

Heute gab es wieder K.O.-Duelle, aber diesmal nicht markenintern, sondern von Audi- gegen Mercedes-Piloten. Das Viertelfinale begann gleich mit einem Crash. Mercedes-Pilot David Coulthard krachte im Duell gegen Mortara erst innen links gegen ein Ecke und prallte dann heftig links in die Mauer.

"Mir geht es bestens, aber leider haben jetzt die Mechaniker den ganzen Ärger. Denn das Auto, ist ziemlich beschädigt. Ich habe korrigiert, habe die Mauer innen getroffen und dann hat es mich nach außen geschoben", berichtet Coulthard.

"Es ist unglücklich, wenn man den Tag mit einem Crash beendet, aber das gehört zum Motorsport. Das ist die Challenge auf einer solchen Strecke. Hier kommt es auf Millimeter an. Mein Ingenieur hatte mir gesagt, dass ich schon eine Sekunde hinten liege. Also musste ich etwas versuchen, leider hatte ich dann den Crash. Aber das trägt auch zur Unterhaltung für die Fans hier bei."

Damit war Mortara kampflos weiter. Doch Coulthard kam trotzdem noch zum Fahren, denn nach der Siegerehrung drehte er noch Demorunden im Formel-1-Auto von Red Bull.

Coulthards Markenkollege Ralf Schumacher hatte bereits im Achtelfinale für Kleinteile gesorgt. Er war in einer Rechtskurve links in die Mauer gekracht und damit ausgeschieden. "Ich war einfach ein bisschen schnell, habe ein bisschen Übersteuern bekommen, es ist auch sehr schwer abzuschätzen", schildert Schumacher sein Missgeschick. "Und klar muss man auch etwas riskieren, damit man eben schnell genug ist. Und das war ein bisschen viel. Dann habe ich Übersteuern bekommen, und hier ist natürlich kein Platz für Fehler."

Für Diskussion sorgte das nächste Viertelfinalduell. Hier traf Audi-Fahrer Mattias Ekström gegen Mercedes-Pilot Renger van der Zande. Ekström war eigentlich eine Sekunde schneller, doch er bekam zwei Strafsekunden aufgebrummt. Denn vor dem Start müssen die Piloten erst eine grüne Linie passieren, bevor sie die Räder durchdrehen lassen dürfen. Der Audi-Schwede tat dies aber vor der Linie und schied wegen dieser Zeitstrafe aus.

Auch wenn es eigentlich nur um die Show geht - Ekström war richtig sauer. "Ich wollte ein bisschen Show machen, dass ich dafür zwei Sekunden Strafe bekomme - okay, das müssen die selber wissen. Ich hätte nicht gedacht, dass es so hart bestraft wird", hadert Ekström. Sein Teamchef Hans-Jürgen Abt ist mit der Entscheidung ebenfalls alles andere als einverstanden. "Man kann es so oder so sehen. Wenn man sieht, was Mattias hier für die Fans gemacht hat, finde ich es ein bisschen kleinkariert. Die Leute zahlen viel Geld und wollen Fahrer sehen, die sie lieben. Und so einer ist Mattias."

Im nächsten Viertelfinalduell trafen Martin Tomczyk und Christian Vietoris aufeinander. Audi-Pilot Tomczyk kam am Start schlecht weg und konnte nicht mehr aufholen. So zog Mercedes-Rookie Vietoris ins Halbfinale ein.

Das Duell der beiden Mercedes-Fahrer Bruno Spengler und Jamie Green verlief ebenfalls dramatisch. Die beiden lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, und Green kam schließlich mit knappem Vorsprung ins Ziel. Doch sein Jubel war verfrüht. Denn weil er beim Pflichtboxenstopp in der "Boxengasse" zu schnell unterwegs war, kassierte er fünf Strafsekunden. Damit wurde Spengler zum Sieger erklärt und zog ins Halbfinale ein.

Green vermutet allerdings, dass man sich bei seiner Geschwindigkeit vermessen hat. "Die Strafe ist falsch. Ich war am Boxeneingang nicht zu schnell. Schade, aber kein Stress", sagt er und lacht. "Aber ich bin zufrieden mit meiner Performance. Ich war knapp vor Bruno, und das ist gut. Und es war ein tolles Rennen."

Im ersten Halbfinale trafen Mortara als letzter verbliebener Audi-Pilot und Mercedes-Rookie Renger van der Zande aufeinander. Mortara zeigte einmal mehr, wie wohl er sich im Olympiastadion fühlt. Er hatte schon im Vorfeld gesagt: Es ist nicht nur wichtig, schnell zu sein, sondern auch gute Boxenstopps sind ein Schlüssel zum Erfolg. Bei Mortara passten Speed und Stopp, im Ziel hatte er 1,1 Sekunden Vorsprung auf van der Zande und zog ins Finale ein.

Das zweite Halbfinale trugen die beiden Mercedes-Piloten Spengler und Christian Vietoris untereinander aus. Spengler gab von Anfang an das Tempo vor, dazu gab es bei Vietoris' Stopp auch noch Probleme mit einem Vorderrad. Spengler siegte souverän mit über drei Sekunden Vorsprung. Und so hieß die Finalpaarung wie schon gestern Spengler gegen Mortara.

Und sie machten es wieder ultraspannend. Genau zeitgleich bogen sie zur Box ab, Mortara war um eine Zehntelsekunde schneller. Doch danach konnte sich Spengler etwas absetzen, während Mortara am Limit um den Kurs rutschte.

Der Italiener riskierte zu viel: In der Schikane übersteuerte sein Auto, er touchierte die Mauer und schleuderte in eine andere Mauer. Damit war das Finale vorzeitig beendet. Mortara konnte auch zu einem zweiten Lauf antreten. Und während Spengler jubelte, wurde auch Mortara von den Fans gefeiert.

Und auch Petrus scheint ein DTM-Fan zu sein: Trotz dunklen und bedrohlichen Gewitterwolken blieb es bis zur Siegerehrung trocken über dem Olympiastadion.

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