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Motorrad-WM: Sepang

Pedrosa holt in der WM weiter auf

Pedrosa gewinnt das wegen Regen vorzeitig abgebrochene Rennen in Sepang. De Angelis gewinnt Moto2. KTM-Pilot Sandro Cortese wird Moto3-Weltmeister.

Fotos: Bridgestone

Das Wetter spielte am Rennsonntag eine entscheidende Rolle beim Großen Preis von Malaysia. Bereits das Moto2-Rennen musste vorzeitig abgebrochen werden und auch die MotoGP endete vorzeitig.

Starker Regen hatte die Sepang-Strecke überflutet und die Rennleitung entschied sich aus Sicherheitsgründen für den Abbruch. Lange wartete man zu, ob neugestartet werden könnte.

Der Regen war aber zu stark und die Dunkelheit brach über der Rennstrecke herein. Honda-Pilot Dani Pedrosa gewann das Rennen vor seinem WM-Konkurrenten Jorge Lorenzo.

Obwohl nur 13 von 20 Runden gewertet wurden, vergab die Rennleitung die vollen Punkte. Dadurch verkürzte Pedrosa seinen Rückstand auf 23 Zähler und liegt vor den letzten beiden Rennen weniger als einen Sieg zurück. Der letzte Podestplatz ging an Weltmeister Casey Stoner (Honda).

Stefan Bradl (LCR-Honda) schied im Zweikampf mit Valentino Rossi (Ducati) durch Sturz aus. Rossi wurde hinter seinem Teamkollegen Nicky Hayden als Fünfter gewertet.

Es war eine Regenschlacht für die Beteiligten, die in er WM keine großen Auswirkungen hatte. "Es war ein sehr schwieriges Rennen", meint Sieger Pedrosa nach dem Abbruch.

"In der Anfangsphase versuchte ich an Jorge dran zu bleiben, doch er war sehr schnell. Die Strecke war anfangs nicht allzu schlecht. Ich fand einen guten Rhythmus und versuchte, konstante Rundenzeiten hinzulegen."

Dann schlug das Pendel für Pedrosa aus. "Bei Rennmitte konnte ich ihn überholen und anschließend ein paar schnelle Runden fahren."

"Doch dann fing es sehr stark an zu regnen und das Rennen wurde sieben Runden vor Schluss abgebrochen. Trotzdem bin ich sehr glücklich, denn es ist mein erster Sieg im Regen. Das ist ein tolles Gefühl und ich bedanke mich bei allen Leuten, die mir geholfen haben, im Nassen besser zu werden."

Auch für Lorenzo war es schwierig. Mit Platz zwei ist er weiterhin auf Titelkurs: "Für mich war es heute sehr schwierig, denn ich hatte mich für den weichen Hinterreifen entschieden. Dani und Casey waren bei diesen Bedingungen mit den harten Reifen unterwegs", streicht Lorenzo einen Unterschied hervor.

"In der Anfangsphase versuchte ich, davonzufahren. Als es bei Mitte des Rennens stärker anfing zu regnen, war mein Reifen aber am Ende. In der letzten Runde wäre ich fast gestürzt. Da hatte ich sehr viel Glück, denn eine Nullnummer hätte die Situation in der Weltmeisterschaft deutlich schwieriger gemacht. So ist der zweite Platz aber ein sehr gutes Ergebnis für mich und meine Titelchancen." In Sepang waren standen wieder die drei Topfahrer der Saison auf dem Podest.

Stoner hätte aber beinahe auf den Grand Prix verzichtet. "Um ehrlich zu sein, habe ich ernsthaft darüber nachgedacht, nicht am Rennen teilzunehmen", gibt der Australier zu und begründet: "Mit meiner Fußverletzung kann ein Sturz sehr schnell passieren. Ich bin noch nicht bei 100 Prozent. Wenn ich meinen Fuß wieder verletzt hätte, dann wäre es das Ende meiner Saison gewesen. Trockene Bedingungen sind derzeit das Beste für mich."

"Beim Start hatte ich überhaupt kein Vertrauen, denn ich war schon lange nicht mehr im Nassen unterwegs. Ich wollte einfach vor den Leuten hinter mir bleiben. Ich bremste recht spät und achtete darauf, sauber aus den Kurven herauszubeschleunigen. Mit dem Tempo der beiden da vorn konnte ich zu Beginn aber nicht mithalten.

Im weiteren Rennverlauf gewann ich dann zusehends Vertrauen. Als es dann richtig anfing zu schütten, waren es meine Bedingungen. Ich glaube wirklich, dass ich eine gute Siegchance gehabt hätte, wäre das Rennen über die volle Distanz gegangen. So muss ich wohl damit leben. Es ist aber ein gutes Gefühl, heute zumindest bei der Musik gewesen zu sein."

Das Rennen startete 15 Minuten später, da Regen zu einer Verschiebung des davor stattfindenden Moto2-Rennen gesorgt hatte. Die MotoGP-Asse gingen alle mit Regenreifen an den Start, denn die Strecke war nass.

Als die Lichter der Startampel ausgingen, preschte Lorenzo als Erster auf die erste Kurve zu und ging in Führung. An sein Hinterrad klemmte sich Pedrosa. Die beiden Spanier setzten sich sofort ab. Stoner führte als Dritter das Verfolgerfeld vor Bradl und Rossi an. Einen schlechten Start hatte Andrea Dovizioso (Tech-3-Yamaha). Von Startplatz drei kam der Italiener kaum weg und befand sich in der ersten Kurve unter den Claiming-Rule-Fahrern.

Nach zwei Runden hatte sich "Dovi" aber schon wieder auf Platz vier nach vorne gearbeitet. In der heiklen Anfangsphase ging alles gut und es gab keine Unfälle. Lorenzo und Pedrosa fuhren dem Feld auf und davon. Lorenzo hatte einen weichen Hinterreifen aufgezogen und Pedrosa einen weichen. Der Verfolgerpulk wurde von Stoner auf Platz drei angeführt. Der Weltmeister bekam aber Druck von Dovizioso.

Die rutschigen Verhältnisse wurden einigen Piloten zum Verhängnis. Gegen Rennhalbzeit stürzte Ben Spies per Highsider ins Kiesbett. Er wurde auf Verdacht einer Schulterverletzung (links) ins Medical Center gebracht. Auch Dovizioso schmiss einen vierten Platz ins Kiesbett. Im Feld der Verfolger ging es turbulent zu. Rossi, Bradl und Hayden wechselten mehrmals die Plätze rund um Platz sechs bis acht. Zu Halbzeit fing es deutlich stärker zu regnen an. Ein Abbruch lag in der Luft. Am Ende der zehnten Runde bremste sich Pedrosa in Kurve 15 an Lorenzo vorbei und übernahm erstmals die Führung.

Es zeigte sich das gleiche Bild wie in den vorangegangenen Rennen: Als Pedrosa an der Spitze war, konnte er Lorenzo davonziehen. Hinter dem spanischen Duo wurde es immer turbulenter. Der Regen wurde immer stärker. In Kurve 15 legte sich Cal Crutchlow hin und sorgte für einen Totalausfall bei Tech 3. Als die Streckenposten die Yamaha wegbrachten, stürzte Randy de Puniet (Aspar), obwohl die gelben Flaggen an dieser Stelle geschwenkt wurden. Wenige Augenblicke später rutschte auch Bradl aus und war draußen.

Pedrosa führte in der zweiten Rennhälfte souverän. Lorenzo hatte den Anschluss verloren und deutete der Rennleitung, dass sie das Rennen abbrechen sollen. Stoner holte mit großen Schritten von hinten auf. Prompt verbremste sich Lorenzo in Kurve 15 und konnte den Sturz nur knapp verhindern. Als die Top 3 zum nächsten Mal über die Ziellinie kamen, entschloss sich die Rennleitung für den Abbruch.

Die Fahrer kehrten an die Box zurück und warteten auf weitere Anweisungen der Rennleitung. Die Teams bereiteten derweil die Motorräder für einen Neustart vor. Gewertet wurde der Stand nach 13 Runden. Die Rennleitung wartete die Entwicklung des Wetters ab, ob es doch noch einen Neustart geben würde. Es regnete aber stark und die Dämmerung setzte sein. Schließlich wurde das Rennen komplett abgebrochen.

Somit gewann Pedrosa das dritte Rennen in Folge und nahm Lorenzo weitere fünf WM-Punkte ab. Der Yamaha-Fahrer sorgte mit Platz zwei wieder für Schadensbegrenzung. Weltmeister Stoner kletterte zum ersten Mal seit seinem Comeback wieder als Dritter auf das Podium. Das Ducati-Werksteam wurde im Regen mit den Plätzen vier und fünf belohnt. Hayden feierte sein bestes Saisonergebnis. Rossi lag am Ende der 13. Runde knapp vor Alvaro Bautista (Gresini-Honda) auf Platz fünf.

Pramac-Pilot Hector Barbera wurde als Siebter gewertet. Das Claiming-Rule-Feld führte Aleix Espargaro (Aspar) auf Platz acht an. Es war sein bestes Ergebnis in diesem Jahr. Auch der Brite James Ellison (PBM) feierte als Neunter sein bestes Resultat der Saison. Der Tscheche Karel Abraham (Cardion-Ducati) war als Zehnter unter den CRT-Fahrern. Danilo Petrucci (Ioda) und Michele Pirro (Gresini) waren die letzten beiden Piloten im Ziel, die keine Probleme hatten.

Dovizioso konnte nach seinem Sturz weiterfahren und sammelte als 13. noch WM-Punkte. Mehr Fahrer kamen nicht in die Wertung. Colin Edwards hatte seine Suter-BMW vorzeitig an der Box abgestellt. Ivan Silva (Avintia) stürzte im Regen. Roberto Rolfo (Speed Master) wurde disqualifiziert, weil er gestürzt war und es nicht innerhalb von fünf Minuten nach Rennabbruch zurück an die Box geschafft hatte. Das nächste Rennen findet bereits am kommenden Wochenende in Australien (Phillip Island) statt.

Moto2: De Angelis gewinnt Chaosrennen

Ein Regenschauer sorgte für ein turbulentes Moto2-Rennen in Sepang. Die nassen und wechselhaften Streckenbedingungen ermöglichten Außenseitern eine Chance. Erfahrung zahlte sich aus. In der 17. von 19 Runden brach die Rennleitung den Grand Prix ab, weil es wieder stärker zu regnen begonnen hatte. Gewertet wurde der Stand am Ende der 15. Runde.

Zu diesem Zeitpunkt lag Alex de Angelis (FTR) vorne. Er durfte sich über seinen ersten Saisonsieg freuen. Regenspezialist Anthony West (Speed Up) zeigte wieder seine Klasse und eroberte als Zweiter den ersten Podestplatz für das QMMF-Team. Moto2-Rookie Gino Rea (Suter) feierte mit Platz drei ebenfalls sein bestes Karriereergebnis.

Die WM-Entscheidung wurde vertagt. Marc Marquez stürzte von seiner Suter und schied aus. Pol Espargaro (Kalex) wurde als Elfter gewertet und hat vor den letzten beiden Rennen 48 Punkte Rückstand. Auch Tom Lüthi (Suter) schied vorzeitig durch einen Sturz aus. Bester Schweizer war Dominique Aegerter (Suter) als Neunter. Jubeln durften zwei Routiniers und ein Rookie. "Es war ein verrückter Tag, denn die Bedingungen haben sich ständig geändert", sagt Sieger de Angelis.

"Mir ist ein guter Start gelungen und ich konnte viele Positionen gutmachen. Das Motorrad war heute perfekt und ich konnte gut bremsen und die Linien wählen. Nach einem schwierigen Jahr ist es gut, dass wir jetzt am Ende wieder vorne sind."

Auch für West war es eine emotionale Rückkehr auf das Podium. "Es ist schon lange her, dass ich hier war. Es ist schön, dass ich wieder vorne dabei bin. Nach dem Start war ich recht schnell auf Platz drei, vier. Dann ruhte ich mich etwas aus. Sie sind ein hohes Tempo gefahren."

"Die Bedingungen waren verrückt. Ich dachte, dass ich in diesem Jahr gar keine Rennen fahre und jetzt stehe ich auf dem Podium", freut sich der Australier. Zum ersten Mal feierte Rea mit Platz drei einen Erfolg. Beinahe hätte er gewonnen. "Es war etwas frustrierend, denn ich lag in Führung, aber sie haben die Runde davor gewertet. Ich kenne die Regeln nicht so genau. Aber ich stehe zum ersten Mal auf dem Podium. Es war bisher ein schwieriges Debütjahr. Im Trockenen funktioniert das Motorrad noch nicht richtig", merkt der Brite an.

"Ich hatte einen guten Start, aber die ersten Kurven waren etwas haarig. Ich war komfortabel vorne dabei, aber als es dann trockener wurde, hatte ich zu kämpfen. Ich betete für etwas mehr Regen und ich kam dann wieder nach vor. Die Bedingungen am Ende waren sehr knifflig. Es ist ein unglaubliches Gefühl." Die Sensation des Rennens war Wildcard-Starter Hafizh Syahrin (FTR). Von Startplatz 27 kämpfte sich der Lokalmatador durch das Feld und führte das Rennen zeitweise sogar an. Ins Ziel kam er als Vierter.

"Ich bin sehr glücklich und bedanke mich bei Petronas für die zweite Wildcard. Ich musste von weit hinten losfahren und habe dann einfach versucht, einen nach dem anderen zu schnappen", schildert der Sensationsmann. "Als es bei Mitte des Rennens stärker anfing zu regnen, konnte ich fast nichts sehen. Zudem rutschte das Bike stark. Von da an habe ich nur noch versucht, eine Top-5-Platzierung nach Hause zu fahren." Es war ein turbulenter Nachmittag für die Moto2-Asse.

Der Start des Moto2-Rennens musste um eine halbe Stunde nach hinten verschoben werden. Direkt nachdem sich Sandro Cortese zum Moto3-Weltmeister gekrönt hatte, öffnete der Himmel seine Schleusen und setzte den Sepang-Kurs unter Wasser.

Die Teams nutzten die Pause und bauten die Motorräder auf Regenabstimmung um. Beim Start tasteten sich die Fahrer vorsichtig Richtung Kurve eins. Takaaki Nakagami (Kalex) bog als Erster ein und rutschte sofort aus. Nach den ersten Kurven hatte sich Bradley Smith (Tech 3) die Führung gesichert. Dahinter folgten de Angelis und Scott Redding (Kalex).

Im Laufe der ersten Runde gab es im Mittelfeld eine Kollision zwischen Johann Zarco (MotoBI) und Xavier Simeon (Tech 3). Beide lagen im Kiesbett. Am Ende der ersten Runde führte Julian Simon (Suter) vor Smith und de Angelis. Lüthi lag auf Platz fünf und Aegerter auf Rang zwölf. Marquez und Espargaro waren rund um Platz zehn zu finden. Regenspezialist West war auf den ersten 5,5 Kilometern durch das Feld gepflügt und auf Rang sieben nach vorne gekommen.

Es hatte zu regnen aufgehört und schon in der Anfangsphase bildete sich in bestimmten Abschnitten eine trockene Ideallinie. Simone Corsi (FTR) erhielt eine Durchfahrtsstrafe, weil er einen Frühstart hingelegt hatte. Im hinteren Teil des Feldes endete schon in der zweiten Runde die Aufholjagd von Nakagami im Kiesbett. Der Japaner versuchte in Kurve eins Eric Granado (MotoBI) zu überholen, aber es kam zur Kollision.

An der Spitze hatte sich nach den ersten Runden eine dreiköpfige Spitzengruppe herausgebildet. Simon führte vor de Angelis und Rea. Regen ist immer die Chance für Außenseiter, und so setzte West seine Aufholjagd fort und war nach vier Runden bereits Dritter.

Marquez lag dagegen nur rund um Platz sieben und musste sich gegen Wildcard-Starter Syahrin wehren. Trotz der rutschigen Verhältnisse gab es kaum Zwischenfälle. Lediglich Ratthapark Wilairot stürzte am Ausgang von Kurve zwei von seiner Suter.

Bei Rennhalbzeit hatte Rea die Führung übernommen. De Angelis war Zweiter und West Dritter. Der Australier bekam aber Druck von Syahrin. Der Lokalmatador war auf dem Vormarsch. Er war klar der schnellste Fahrer im Feld. Elf Runden vor dem Ziel übernahm Syahrin die Führung und konnte sich absetzen. Die Sensation war perfekt. Nach einigen Runden wurde er von den Verfolgern aber wieder eingeholt. Syahrin, Rea, de Angelis und West hieß die vierköpfige Spitzengruppe.

In der Schlussphase fing es wieder leicht zu regnen an. Sieben Runden vor Schluss überschlugen sich schließlich die Ereignisse. Marquez lag auf Platz sieben und war damit Weltmeister, denn Espargaro lag noch weiter zurück. Im Zweikampf mit Iannone bremste Marquez aber zu spät und stürzte ins Kiesbett. Er versuchte weiterzufahren, aber der Motor sprang nicht mehr an. Marquez stand tief enttäuscht hinter der Leitplanke - WM- Entscheidung vertagt.

Der Regen nahm in den letzten Runden wieder stärker zu. Kiefer-Pilot Mike di Meglio stürzte genau wie Lüthi. Der Schweizer lag zu diesem Zeitpunkt auf Platz fünf. Nicolas Terol (Suter) rutschte ebenfalls aus und war draußen. Espargaro profitierte davon und machte Platz um Platz und wichtige Punkte gut, um die WM-Entscheidung auf Australien hinauszuzögern. An der Spitze des Feldes setzte sich bei diesen schwierigen Bedingungen die Erfahrung durch.

De Angelis hatte wenige Runden vor Rennende die Führung übernommen. West und Rea blieben dem ehemaligen MotoGP-Piloten auf den Fersen. Syahrin war als Vierter ebenso noch dabei. Der Regen wurde immer stärker und die Rennleitung entschloss sich in Runde 17 zum Abbruch. Zu diesem Zeitpunkt lag Rea vor West und de Angelis in Führung. Gewertet wurde der Stand am Ende der 15. Runde.

Zu diesem Zeitpunkt lag de Angelis in Führung und ihm wurde der Sieg zugesprochen. Es war sein erster Triumph in diesem Jahr. West kletterte zum ersten Mal in dieser Saison auf das Podium und auch Moto2-Rookie Rea feierte als Dritter das beste Resultat seiner Karriere. Wildcard-Starter Syahrin wurde in der Box wie ein Sieger gefeiert. Platz vier war die Sensation des Rennens. Dahinter wurden Simon und Iannone als Fünfter und Sechster gewertet. Mika Kallio (Kalex), Smith, Aegerter und Esteve Rabat (Kalex) komplettierten die Top 10.

Espargaro blieb im Gegensatz zu seinem Konkurrenten Marquez sitzen und kam als Elfter ins Ziel. Dadurch hielt der Spanier die WM offen und reduzierte seinen Rückstand auf 48 Punkte. Die letzten Zähler nahmen Redding, Toni Elias (Kalex), Axel Pons (Kalex) und Ricard Cardus (AJR) mit. Marcel Schrötter (Bimota) verpasste als 18. seine ersten WM-Punkte knapp. Rookie Jesko Raffin (Kalex) meisterte das schwierige Rennen und wurde 19. Das nächste Rennen findet bereits am kommenden Wochenende im australischen Phillip Island statt.

Moto3: Cortese und KTM sind Weltmeister

Sandro Cortese gewinnt den Grand Prix von Malaysia und sichert sich den Weltmeistertitel in der Moto3. Von Beginn an fuhr der Deutsche in der Spitzengruppe mit Zulfahmi Khairuddin (KTM) und Jonas Folger (Kalex-KTM). Lange führte Folger das Rennen an, doch am Ende machten sich "Fahmi" und Cortese den Sieg untereinander aus.

Der KTM-Werksfahrer setzte sich in der letzten Kurve durch und konnte bis zur Ziellinie nicht mehr abgefangen werden. Mit seinem vierten Saisonsieg krönte sich Cortese zum ersten Weltmeister der neuen Moto3-Klasse. Seit Dirk Raudies im Jahr 1993 ist wieder ein Deutscher Weltmeister in der kleinsten Klasse.

Cortese kam bei allen 15 Saisonrennen ins Ziel. Mit Ausnahme von Le Mans und Motegi stand der 22-Jährige immer auf dem Podium. Er war klar der dominierende Mann des Jahres. "Ich weiß noch gar nicht was ich sagen soll. Ich begreife es noch nicht", sagt Cortese im Moment des Triumphs.

"Es war ein überwältigendes Rennen. Eigentlich wollte ich auf Platz drei bleiben, weil Salom weg war. Dann dachte ich mir, dass ich es versuche, weil Fahmi in einer Kurve von der Linie abkam. Es dauert noch ein, zwei Tage bis ich es begriffen habe."

Khairuddin musste sich auf der Ziellinie um 28 Tausendstelsekunden geschlagen geben. Zur Freude der tausenden Fans auf den Tribünen kletterte er als erster Malaie in der Motorrad-WM auf das Podium. Folger wurde Dritter und somit standen in Sepang zwei Deutsche auf dem Podium.

Toni Finsterbusch (Honda) und Luca Amato (Kalex-KTM) kamen ins Ziel, holten aber keine WM-Punkte. Luis Salom (Kalex-KTM), der Cortese noch den WM-Titel hätte streitig machen können, kam in der Verfolgergruppe als Vierter über die Linie.

18 Runden musste Cortese auf seinem Weg zum Titel absolvieren. Pole-Setter Khairuddin erwischte einen perfekten Start und gewann den Sprint zur ersten Kurve. In der engen ersten Kurvenkombination ging Folger am Lokalmatador vorbei und übernahm die Führung.

Cortese kam nicht optimal von der Linie weg und sortierte sich in den ersten Kurven hinter Efren Vazquez (FTR-Honda) auf Platz vier ein. Es kamen alle gut durch die ersten Kurven. Am Ende der ersten Runde hatte sich Folger schon einen Vorsprung von knapp einer Sekunde auf die Verfolger herausgefahren. Salom war nach der ersten Runde Siebter.

Folger konnte sich in der Anfangsphase aber nicht absetzen, denn Khairuddin und Folger blieben dran. Im Spitzenfeld ging es ruhig zu und die Fahrer spulten konstant ihre Runden ab. Im sechsten Umlauf verabschiedete sich Louis Rossi (FTR-Honda) per Highsider aus den Top 5.

Salom hatte den Anschluss geschafft und fuhr direkt hinter Cortese auf Platz fünf. Bis Rennhalbzeit hatte sich das Quartett Folger, Khairuddin, Cortese und Salom von den Verfolgern abgesetzt. Zu Beginn der achten Runde setzte Salom sein erstes Manöver und ging am Deutschen vorbei.

Cortese überholte seinen Gegner wenige Kurven später zurück. Salom war am Limit, denn er konnte einen Rutscher abfangen. Dadurch verlor der Spanier aber einige Meter auf das Spitzentrio. Er musste abreißen lassen und Cortese war endgültig auf dem Weg zum Titel. Neun Runden vor dem Ziel mischte sich das Wetter ein. Die Streckenposten zeigten die weiße Flagge mit rotem Kreuz. Es fielen aber nur wenige Regentropfen und es blieb trocken.

Sieben Runden vor dem Ziel setzte sich Khairuddin unter tosendem Applaus der tausenden Fans auf den Tribünen an die Spitze. Folger lag erstmals auf dem zweiten Platz, während Cortese die Geschehnisse von Platz drei aus beobachtet. Salom fiel unterdessen immer weiter zurück. Schließlich wurde er von Kent überholt und war nur noch Fünfter. Aus eigener Kraft konnte Salom die Titelentscheidung nicht mehr beeinflussen.

Folger und Khairuddin lieferten sich enge Duelle um die Führung. Beide wollten gewinnen. Cortese mischte sich nicht ein und fuhr auf Platz drei. Fünf Runden vor Schluss entschied sich der Deutsche für einen Angriff und überholte seinen Landsmann Folger für Platz zwei. Khairuddin hatte die Führung übernommen und wurde auf den Tribünen angefeuert. Die Entscheidung um den Sieg fiel in der letzten Runde. Khairuddin nahm die letzten 5,5 Kilometer in Führung liegend an. Cortese klebte an seinem Hinterrad und Folger lag auf Platz drei auch noch in Schlagdistanz.

Zu Beginn der Gegengeraden überholte Cortese seinen Freund Khairuddin. Auf der Geraden konnte der Malaie kontern. Cortese drückte sich in Kurve 15 innen durch und startete den Sprint zur Ziellinie. Khairuddin versuchte noch im Windschatten den Sieg zu holen, aber es reichte nicht. Cortese kam 28 Tausendstelsekunden vor Khairuddin über die Ziellinie und war Weltmeister. Als Sahnehäubchen feierte der Berkheimer seinen vierten Saisonsieg.

Khairuddin musste sich hauchdünn geschlagen geben, feierte aber als Zweiter seinen ersten Podestplatz. Zum ersten Mal in seiner Karriere kletterte er auf das Podium und wurde von den Fans gebührend gefeiert. Folger konnte sich auf den letzten Metern nicht mehr einmischen und wurde Dritter. Für den Deutschen war es nach langer Führung der vierte Podestplatz in dieser Saison. Seit seinem Wechsel zu Aspar ist Folger ein schlagkräftiger Faktor im Spitzenfeld geworden.

Salom kämpfte in den letzten Runden in der Verfolgergruppe und kam schließlich als Vierter über die Ziellinie. Er setzte sich noch gegen Miguel Oliveira (Suter-Honda) und Kent durch. Alex Rins (Suter-Honda) kam alleine fahrend als Siebter ins Ziel. Vazquez musste in der zweiten Rennhälfte ebenfalls abreißen lassen und belegte Platz acht. Ab Platz neun kam eine große Gruppe über die Ziellinie. Sie reichte bis Position 18. An der Spitze lag Niklas Ajo (KTM).

Dahinter folgten Adrian Martin (FTR-Honda), Arthur Sissis (KTM), Brad Binder (Kalex-KTM), Jack Miller (Honda), Alex Marquez (Suter-Honda) und Niccolo Antonelli (FTR-Honda). Toni Finsterbusch (Honda) ging als 23. leer aus. Luca Amato (Kalex-KTM) hatte im Ziel mehr als eine Minute Rückstand und belegte Platz 24. Das nächste Rennen findet bereits am kommenden Wochenende in Australien (Phillip Island) statt.

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