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Motorrad-WM: Argentinien

Triumph im Flag-to-Flag-Rennen

Marc Marquez gewinnt das Flg-to-Flag-Rennen in Termas de Rio Hondo vor Valentino Rossi. In Moto2 und Moto3 siegen Zarco und Pawi.

Fotos: MotoGP

Marc Marquez gewinnt einen verrückten Grand Prix von Argentinien und feiert im zweiten MotoGP-Rennen der Saison 2016 seinen ersten Sieg. Mit dem Spanier standen Valentino Rossi (Yamaha) und sein Honda-Teamkollege Dani Pedrosa auf dem Podium.

Bis zur letzten Kurve sahen die Top 3 noch anders aus, denn die beiden Ducati-Fahrer Andrea Dovizioso und Andrea Iannone lagen auf den Plätzen zwei und drei, Rossi war als Vierter schon geschlagen. In einem übermütigen Manöver räumte Iannone seinen Teamkollegen Dovizioso ab und die beiden Ducati purzelten in der letzten Kurve in die Auslaufzone .

Die Stallkollision war der Schlusspunkt eines turbulenten Rennens mit zwei Hälften. Die Distanz wurde von 25 Runden auf 20 verkürzt. Außerdem kam die Flag-to-Flag-Regel zur Anwendung, denn Michelin hatte Probleme mit der Haltbarkeit der Reifen. Es entwickelte sich ein Rennen mit zwei Halbzeiten. In der Anfangsphase lieferten sich Rossi und Marquez ein packendes Duell um die Führung. Nach dem Motorradwechsel konnte Rossi das Tempo nicht mehr mitgehen und Marquez fuhr souverän dem Sieg entgegen.

"Ich konnte mit Marquez kämpfen und wir hatten etwas Spaß", kommentiert Rossi das Duell, das frenetisch von den mehr als 50.000 Fans auf den Tribünen gefeiert wurde. "Aber mit dem zweiten Motorrad hatte ich nicht mehr das gleiche Gefühl", seufzt Rossi.

Marquez zog mit dem zweiten Motorrad auf und davon: "Ich wusste, dass das zweite Motorrad der Schlüssel ist. In den ersten fünf Runden auf dem neuen Reifen pushte ich zu 100 Prozent." Sieben Sekunden betrug im Ziel sein Vorsprung .

Mit dem Sieg übernahm Marquez auch erstmals seit 2014 die Führung in der WM . Dahinter ging es turbulent zu. Als Rossi in der zweiten Rennhälfte immer langsamer wurde, holte ihn Suzuki-Star Maverick Vinales ein. Als der Spanier attackierte, klappte ihm drei Runden vor Schluss in Kurve 1 das Vorderrad ein und der talentierte Nachwuchsfahrer war draußen. Schon nach fünf Runden hatte es an gleicher Stelle Weltmeister Jorge Lorenzo erwischt. Nach einem guten Start fiel der Yamaha-Pilot zurück und spielte zum Zeitpunkt seines Ausfalls keine Rolle.

Nachdem Vinales ausgeschieden war, kam Rossi unter Druck der beiden Ducati-Werksfahrer. Dovizioso und Iannone gingen vorbei und die Positionen schienen bezogen zu sein. Nur durch das optimistische Manöver von Iannone kam Rossi doch noch auf das Podest: "Wenn die Ducatis sich nicht berührt hätten, dann hätte ich es nicht auf das Podium geschafft", weiß der Altmeister. "Es ist ein tolles Ergebnis, 20 sehr wichtige Punkte."

Dovizioso schob seine Desmosedici noch über die Ziellinie und wurde als 13. gewertet. Iannone saß frustriert am Streckenrand. Es war schon sein zweiter Crash in dieser Saison. Durch diese Unfälle erbte Pedrosa noch den dritten Platz, obwohl er bis dahin kaum in Erscheinung getreten war. "Vielleicht ist das der glücklichste Tag in meiner Karriere, denn vor mir sind alle gestürzt und ich habe es auf das Podium geschafft", lacht Pedrosa und fügt ernst hinzu: "Ich muss mein Motorrad verbessern, um schneller zu sein."

Insgesamt kamen acht Fahrer nicht ins Ziel. Als bester Kundenfahrer durfte Eugene Laverty (Aspar-Ducati) ins Parc Ferme. Der vierte Platz war das beste Ergebnis in der Karriere des Nordiren. Fassen konnte er im ersten Moment sein Glück nicht. Hector Barbera (Avintia-Ducati) und Pol Espargaro (Tech-3-Yamaha) folgten auf den Positionen fünf und sechs.

Ein Erfolgserlebnis gab es für Stefan Bradl mit der neuen Aprilia. Rang sieben ist sein bestes Ergebnis seit Herbst 2014. Schon am kommenden Wochenende geht es in Texas weiter. In Austin war Marc Marquez in den vergangenen drei Jahren unschlagbar.

Weltmeister Johann Zarco hat sich seinen ersten Sieg des Jahres gesichert. Der Franzose setzte sich in Argentinien in einem spannenden Rennen in einer vierköpfigen Spitzengruppe gegen Sam Lowes, Jonas Folger und Franco Morbidelli durch. Weil der Italiener zwei Runden vor Schluss stürzte, gingen die weiteren Plätze auf dem Podium an Lowes und Folger, die das Rennen zwar jeweils einige Zeit anführten, Zarco gegen Ende allerdings ziehen lassen mussten.

"In den letzten zwei Runden habe ich hart gepusht, aber immer die Kontrolle behalten. Ich bin sehr glücklich", freut sich Zarco, der bei schwierigen Bedingungen die Nerven behielt. Zwar wurde das Rennen bei trockenen Bedingungen gestartet, und alle Piloten gingen auf Slicks an den Start, doch vereinzelt gab es noch immer nasse Stellen, die für einige Ausrutscher sorgten.

"Vor dem Rennen wusste ich, dass wir vorsichtig sein müssen", berichtet Zarco und ergänzt: "Es war wichtig, an der Spitzengruppe dranzubleiben, denn danach wäre es schwierig gewesen, die Lücke wieder zu schließen. Sam und Folger haben gepusht, aber sie haben auch Fehler gemacht. Wir haben gut gekämpft, auch mit Morbidelli. Als ich die Führung übernahm, da fühlte ich mich noch wohler."

Lowes, der mit 1,3 Sekunden Rückstand Zweiter wurde, erklärt: "Als Zarco einmal eine Lücke herausgefahren hatte, da konnte ich nicht mehr aufholen. Es war schwierig, und es war wichtig, das Rennen zu beenden. Nach Katar brauchten wir ein gutes Ergebnis, auf das wir aufbauen können. Jetzt bin ich sehr glücklich, das Team hat einen guten Job gemacht." Auch Folger ist mit Rang drei "sehr glücklich".

"Endlich mein erstes Podium in diesem Jahr", atmet der Deutscher durch, der in Katar in Führung liegend gestürzt war. "Vor dem Start dachte ich mir, dass ich das Rennen in erster Linie einfach beenden möchte. Es war für uns sehr wichtig, diese Punkte mitzunehmen und diese Erfahrung zu machen", so Folger. Rang vier ging an Alex Rins, der vor allem in der zweiten Rennhälfte einen starken Eindruck hinterließ.

Der Spanier konnte Stück für Stück auf das Spitzenquartett aufschließen, kam allerdings nicht mehr ganz an Folger und Co. heran. Ebenfalls stark präsentierte sich Dominique Aegerter, der sich im Kampf um Rang fünf gegen Hafizh Syahrin durchsetzen konnte. Die Top 10 komplettierten Tom Lüthi, Axel Pons, Takaaki Nakagami und Mattia Pasini. Lüthi, der das Auftaktrennen in Katar gewinnen konnte, liegt mit 34 Punkten weiterhin an der Spitze der Weltmeisterschaft. Neuer Zweiter ist Zarco (29 Punkte) vor Lowes (27).

Marcel Schrötter durfte sich als Elfter über seine ersten WM-Punkte des Jahres freuen. Weniger Glück hatte Landsmann Sandro Cortese: Der Deutsche stürzte und wartet damit weiter auf seine ersten Zähler in der Saison 2016. Die weiteren Punkte in Termas de Rio Hondo gingen an Xavier Simeon (Speed Up), Lorenzo Baldassarri, Xavi Vierge (Tech 3) und Luis Salom.

Moto3-Champion Danny Kent ging als 16. ganz knapp leer aus. Auch sein alter Moto3-Rivale und neuer Teamkollege Miguel Oliveira kam nicht über Rang 21 hinaus. Alex Marquez, Moto3-Champion des Jahres 2014, sah die Zielflagge nach einem Crash gar nicht erst. Das dritte Moto2-Rennen der Saison 2016 steht bereits in der kommenden Woche in Austin auf dem Programm. Start ist am 10. April um 19:20 Uhr MESZ.

Der erste Grand-Prix-Sieger auf Malaysia heißt Khairul Idham Pawi. Der 17-Jährige hat sich mit einer eindrucksvollen Leistung den Sieg beim Moto3-Rennen in Argentinien gesichert. Zu Beginn des Rennens war die Strecke in Termas de Rio Hondo nach den Regenfällen des Vormittags noch immer leicht nass, doch trotzdem entschieden sich alle Piloten außer Livio Loi (Honda) für einen Start mit Slicks. Pawi ging bei diesen Bedingungen das größte Risiko ein und fuhr dem restlichen Feld sofort davon.

"Zunächst einmal möchte ich mich bei meinem Team bedanken, denn sie haben mir ein gutes Setup gegeben. Es war gar nicht so schwer. Am Anfang pushte ich, aber am Ende fuhr ich einfach nur noch konstante Runden.", lacht Pawi, der auch im nassen Warmup am Morgen bereits die deutliche Bestzeit gesetzt hatte. Im Ziel lag sein Vorsprung auf die Verfolger bei mehr als 26 Sekunden. Der junge Honda-Pilot absolvierte erst sein drittes Rennen in der Moto3.

Die beiden weiteren Podestplätze gingen an Jorge Navarro (Honda) und Brad Binder (KTM). Ein Drama spielte sich um Adam Norrodin ab: Der Honda-Pilot kämpfte mit Navarro um Rang zwei, startete in der letzten Kurve einen Angriff auf den Spanier und flog per Highsider von seinem Motorrad. Der Rookie verpasste damit einen historischen malaysischen Doppelerfolg und sah die Zielflagge nur als Elfter.

"Ich wusste, dass Adam hinter mir war, und dass er es in der letzten Runde versuchen wird", berichtet Navarro und schildert den Vorfall wie folgt: "In der letzten Kurve wollte er innen vorbei, aber als er das Gas öffnete, da ist er gestürzt. Ich bin sehr zufrieden, denn wir haben einen guten Job gemacht." Der Spanier rückt in der Weltmeisterschaft mit 29 Punkten auf den dritten Rang vor.

Die WM-Führung übernimmt Binder. Der Südafrikaner verrät: "Ich habe vor dem Rennen mit Aki (Ajo, Teamchef; Anm. d. Red.) gesprochen, und er sagte mir: 'Was immer du tust, wirf die Punkte nicht weg.' Zu Beginn war ich definitiv etwas zu vorsichtig. Ab Mitte des Rennens habe ich dann mehr gepusht, aber auf den nassen Stellen war es ziemlich brenzlig. Mehr als Platz vier wäre eigentlich nicht drin gewesen."

"Ich hätte heute eigentlich nicht auf dem Podium stehen dürfen. Aber bei diesen Bedingungen geht es darum, es ins Ziel zu schaffen", weiß Binder. Andrea Locatelli (KTM), der lediglich von Rang 20 gestartet war, feierte seinen vierten Platz derweil wie einen Sieg. Er setzte sich in einer Verfolgergruppe gegen Joan Mir (KTM), Hiroki Ono (Honda) und John McPhee (Peugeot) durch.

Die Top 10 komplettierten Jorge Martin (Mahindra), Jakub Kornfeil und Niccolo Antonelli (beide Honda). Der Italiener liegt in der Meisterschaft nun mit 31 Zählern an zweiter Position. Die weiteren Punkte gingen an Juanfran Guevara, Fabio Quartararo, Maria Herrera und Philipp Öttl (alle KTM). Lois Risiko wurde nicht belohnt, er landete auf Rang 16. Interessant: Obwohl die Bedingungen ziemlich knifflig waren, sah mit Aron Canet (Honda) nur ein einziger Pilot nicht die Zielflagge.

Große Enttäuschung für die italienische Moto3-Fraktion: Enea Bastianini, Fabio di Giannantonio (beide Honda), Nicolo Bulega, Romano Fenati (beide KTM) und Francesco Bagnaia (Mahindra) gingen allesamt leer aus. Bereits in der kommenden Woche haben die Italiener in Austin allerdings die Chance zurückzuschlagen. Das dritte Moto3-Rennen des Jahres beginnt am 10. April um 18:00 Uhr MESZ.

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