Motorsport

Inhalt

Histo Cup: Spielberg

Bericht vom Histo-Cup-Saisonfinale 2018

Das Finale in Spielberg hat alle Rekorde gebrochen: 332 Starter in elf Serien bedeuten einen Rekord in der Geschichte des Histo Cup.

Bildquelle: Histo Cup

Das herrliche Herbstwetter hat noch einmal alle Rennfahrer so richtig zu Höchstleistungen motiviert. Zusätzöich zu den neun eigenen Rennserien waren noch der Suzuki Motorsport Cup und die Ferrari Trophy beim großen Finale zu Gast. Jeweils am Vormittag gab es die Qualifyings und am Nachmittag die Rennen. Am Samstag wurden die Qualifyings anfangs ein wenig durch hartnäckigen Bodennebel beeinträchtigt, der sich jedoch schnell verzog. Am Sonntag konnten am Vormittag keine Qualifyings gefahren werden, weil der Nebel zu dicht war. Für die Startaufstellungen wurden daher die Rennergebnisse vom Samstag herangezogen.

Historische Tourenwagen, Anhang K

• Rennen 1: Gleich am Start drehte sich der Oberösterreicher Walter Traxler im Spitzenfeld und beschädigte seinen Porsche 911 RS. Zum Glück ist nicht viel passiert, und das Rennen konnte nach einer kurzen Safety-Car-Phase zu Ende gefahren werden. Der Salzburger Reinhard Moser gewann mit seinem Porsche 993 RS vor dem Niederösterreicher Martin Sahl, Ford Escort BDA, der die US-Amerikanerin Amanda Hennessy, Chevrolet Corvette, in einem sehenswerten Duell niederkämpfen konnte. Der Tscheche David Bečvář hatte noch Chancen auf den Gesamtsieg und lag zu Beginn des Rennens voll auf Kurs. Gegen Ende fiel er zurück und erreichte nur den elften Platz; für das zweite Rennen musste er w.o. geben, der Motor streikte. Somit war der Weg frei für den Oberösterreicher Alfred Weissengruber, dem mit seinem BMW 635i der 13. Gesamtrang zum Titel genügte.

• Rennen 2: Reinhard Moser gewann auch das zweite Rennen vor dem Deutschen Maximilian Detterbeck, Porsche 911 RSR, sowie Martin Sahl, der es mit seinem kleineren Ford Escort erneut ins Spitzenfeld schaffte.

Historische Spezialtourenwagen

• Rennen 1: Walter Hoffmann holte sich in seinem Can-Am-Sportwagen von Lola das erste STW-Rennen vor dem Deutschen Christian Nowak, AC Cobra, und Franky Riedel, dem neuen Gesamtsieger der Spezialtourenwagen im Chevrolet Delago. Schnellster Nicht-8-Zylinder wurde Klaus Rath, Audi Quattro, vor Erich Petrakovits, Ford Capri GAA 3.5. Alexander Wechselberger holte sich die Klasse bis 1.600 cm³ vor Thomas Lehner, beide Alfasud Sprint.

• Rennen 2: Der Zieleinlauf war identisch mit Rennen 1, Hoffmann vor Nowak und Riedel. Dahinter tobte ein sehenswerter Dreikampf um die siebente Position zwischen den BMW-320-Gruppe-5-Piloten Erwin Warislowich und Michael Steffny sowie dem Ford-GT40-Piloten Manfred Irger aus Oberösterreich. Der routinierte Salzburger Steffny setzte sich schließlich gegen Warislowich durch, dicht gefolgt von Irger. Motorsport vom Allerfeinsten: Viele Positionswechsel, aber immer fair.

Formel Historic

• Rennen 1: Ein volles Starterfeld boten auch die Formelfahrer auf – gleich sechs starke Piloten kamen aus dem italienischen Alfa Nova Cup in die Steiermark. Es siegte der Tscheche Adam Klus mit seinem IMSA-Sportwagen von Audi vor dem Franzosen Frédéric Rouvier, Martini F3, Valerio Leone, March F3, und dem schnellsten Österreicher Roman Pöllinger, Reynard F387. Rafael Kowar gewann die Formel Ford 1600 vor Martin Friedl und Rainer Rosenberg, alle Van Diemen.

• Rennen 2: Adam Klus gewann auch das zweite Rennen vor den starken italienischen Formel-3-Piloten. Stark auch die Positionskämpfe in den Klassen: Martin Friedl holte sich die Formel Ford 1600 vor Rafael Kowar, beide Van Diemen. Peter Peckary, Reynard FF 2000, gewann zwei Mal die Formel Ford 2000 vor Walter Skopik und Otto Flum. Peckary ist damit der neue Gesamtsieger der Formel Historic 2018.

Youngtimer und GTs bis Baujahr 2004

• Rennen 1: Der Steirer Thomas Weberhofer, Opel V8 Star, und der Oberösterreicher Roland Luger, Opel Omega DTM, lieferten sich ein beinhartes Duell um den Gesamtsieg. Schließlich setzte sich der V8-Star-Pilot durch und gewann hauchdünn vor Luger und dem toll fahrenden Gerhard Jörg in seiner Corvette C5. Der Niederösterreicher Dieter Karl Anton, Honda S2000, wahrte mit dem Klassensieg bis 3.000 cm³ seine Chancen auf den Gesamtsieg. Auch der Salzburger Norbert Greger, BMW M3 E36, gewann seine Klasse. Somit wurde die Titelentscheidung auf Sonntag vertagt.

• Rennen 2: Anfangs gab es wieder den Zweikampf zwischen Weberhofer und Luger, der durch den Ausfall des Oberösterreichers Luger sein jähes Ende fand. Weberhofer holte sich den Sieg vor dem Niederösterreicher Gerhard Jörg und dem Italiener Pietro Petrobelli, Audi S4 GTO.

BMW 325 Challenge

• Rennen 1: Polesitter Max Zupanic landete einen klaren Start-Ziel-Sieg vor dem Oberösterreicher Manfred Zaunbauer und Gaststarter Luca Rettenbacher; der Gesamtsieger des Jahres 2015 pilotierte das Auto von Dominik Wallner. Tobias Weichenberger genügte ein sicherer fünfter Platz, um den Gesamtsieg 2018 zu fixieren. Die junge Salzburgerin Natalie Horvath konnte die E30-Cup-Wertung gewinnen und sicherte sich überdies die Gesamtwertung des neuen Nachwuchscups.

• Rennen 2: Nach dem Ausfall des Qualifyings durch starken Nebel wurden die ersten acht Positionen umgedreht, dementsprechend spannend verlief die Startphase. Zuerst konnte sich der Deutsche Lando Graf von Wedel an die Spitze setzen, gefolgt von Franz Stopper und Matthias Heinemann. Max Zupanic pflügte regelrecht durchs Feld und übernahm in der fünften Runde die Spitze. Leon Unger konnte knapp vor dem Ziel noch Tobias Weichenberger überholen und wurde Zweiter. Der Neuntplatzierte Gerald Hofer legte jedoch gegen das Fahrzeug von Leon Unger Protest ein; das Fahrzeug wurde verplombt und wird nun in einer neutralen BMW-Werkstatt überprüft. Nathalie Horvath holte sich noch einmal die E30-Wertung vor dem Salzburger Lud Prunnbauer. Tobias Weichenberger gewann die Gesamtwertung vor Gerald Hofer und Manfred Zaunbauer.

Mini Cooper Cup

• Rennen 1: Der junge Deutsche Matthias Jocher war im ersten Rennen nicht zu schlagen. Er gewann vor dem Tiroler Philipp Kluckner und Stephan Jocher dem Älteren. Florian Kammerstätter holte sich die kleinere R53-Wertung.

• Rennen 2: Matthias Jocher wiederholte seinen Sieg vor Philipp Kluckner und Mitsch Baltes.

Touring Car Open

• Rennen 1: Das mit 30 Rennfahrzeugen hochklassig besetzte Feld der moderneren Renntourenwagen war ein absoluter Höhepunkt der gesamten Veranstaltung. Oliver Michael gewann das Rennen vor seinem Markenkollegen Josef Stadtegger aus Graz, beide Porsche 991 GT3, und dem Schweizer Robert Brändli, Blaise Camaro. Der junge Markus Fischer hatte auf dem BMW Z4 GT3 vom Team Medilikke Motorsport falsche Reifen aufgezogen, die bei der Nachkontrolle beanstandet wurden – es folgte die Disqualifikation und der Ausschluss aus der Veranstaltung. Ein Highlight waren die drei Piloten der TCR Germany: Martin Niedertscheider setzte sich durch und holte im Peugeot den Sieg.

• Rennen 2: Auch das zweite Rennen sah den Niederösterreicher Oliver Michael als Sieger vor Josef Stadtegger, gefolgt vom Oberösterreicher Ernst Kirchmayr, KTM. Ein tolles Rennen fuhr Gaststarter Siegfried Kuzdas im Duller BMW Alpina B6 GT3 als Gesamtfünfter der TCO.

Teamwertung

Joachim und Sabine Hofstadler, Porsche 914/4, konnten auch in Spielberg die hohen Favoriten Herbert Margreiter und Konnie Aistleitner, Alfa Romeo Spider, besiegen, die hinter den Grazern Wilfried Lind und Wolfgang Ringwald, Porsche 944, Dritter wurden. In der Solowertung (der Fahrer sitzt alleine im Fahrzeug, muss also fahren und 'timen' zugleich) gab es mit dem jungen Niederösterreicher Andras Eckhart, Ford Capri RS 2600, einen Doppelsieger vor Matthäus Russegger, Porsche, und Martin Hartmann, Opel Manta. Der junge Niederösterreicher holte sich damit auch den Gesamtsieg.

Ein-Stunden-Rennen

Mit großer Spannung wurde das Ein-Stunden-Teamrennen am Sonntag Vormittag erwartet. In Abwesenheit des disqualifizierten Fischer BMW Z4 holte sich das Duo Franz Lahmer/Reinhard Kofler, Porsche 991, den Sieg vor dem Duo Lukas und Max Ertl, Porsche 997 GT3, und Zeljko Drmic, Porsche 991 GT3. Der Schweizer Robert Brändli verlor durch ein Überholmanöver den zweiten Platz und fiel in der letzten Runde noch auf den zwölften Platz zurück.

Die Youngtimer-Wertung holte sich Thomas Weberhofer, Opel V8 Star, vor dem Duo Dirk und Mike Torwesten, Porsche 935, und Ottillinger/Meissner, BMW 335 STT. Die historische Wertung sicherten sich Christian Nowak, AC Cobra, und Manfred Irger, Ford GT40, vor Urs Steffen/Amanda Hennessy, Triumph Spitfire V8, und Erich und Nico Bartoschka, Porsche 944 Turbo.

Pünktlich um 18 Uhr beendete Rennleiter Harald Lehner das erfolgreichste Rennwochenende des Histo Cup in 21 Jahren. Die Jahressiegerehrung findet am Samstag, dem 17. November, im Hotel Pitter in Salzburg statt.

Drucken
Vorschau Vorschau Vorschau Vorschau

Ähnliche Themen:

12.10.2018
Slalom Trophy 2018

Mit einem nie dagewesenen Nennergebnis versprach die dritte Ausgabe der Slalom Trophy im PS Racing Center noch spannender zu werden.

09.07.2018
Histo Cup: Pannoniaring

Rund 150 Teilnehmer kamen zum ersten Sommerrennen 2018; Gewitter überrollten den Pannoniaring in der Nacht von Freitag auf Samstag.

Histo Cup: Spielberg

Transporter-Stern Neuer Mercedes Sprinter - erster Test

Die neue Generation des Mercedes Sprinter ist wie bisher ein echtes Nutzfahrzeug - und dennoch näher dran an den Pkw mit Stern als je zuvor.

Schwebende Rosalie Citroen 8CV, 10CV und 15CV "Rosalie"

Moderne Technik hinter klassischer Front: Mit dem "schwebenden Motor" im Modell 8CV ist Citroen schon vor 86 Jahren experimentierfreudig.

Vielseitiger Klassiker Triumph Scrambler 1200 XE - erster Test

Die neue Triumph Scrambler 1200 XE fühlt sich auf Asphalt und auf losem Untergrund gleich gut an. Der Bonneville-Twin ist ein Sahnestück.

Angesteckt Mit Hybrid: Jeep Renegade und Compass

Jeep Renegade und Jeep Compass gibt es nun auch als Plug-in-Hybrid - mit 240 PS Systemleistung und einer elektrischen Reichweite von 50 Kilometern.