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Motorrad-WM: Austin

Marquez stapelt tief, Rossi ist angriffslustig

Beim Qualifying in Austin entpuppt sich Valentino Rossi als erster Jäger von Pole-Setter Marc Marquez. Wie gefährlich kann der Yamaha-Star ihm werden?

Bildquelle: motogp.com

Dieses Bild kennen wir doch! Wie schon in Argentinien reichten sich Marc Marquez (Honda) und Valentino Rossi (Yamaha) auch am Samstag in Austin die Hände. Und sie hatten allen Grund dazu. Denn während Marquez auf dem Circuit of the Americas seine siebte Pole-Position in Folge einfuhr, konnte sich Rossi mit Startplatz zwei über sein bestes Qualifying-Ergebnis seit langem freuen .

Da wurde sich im Parc ferme natürlich gratuliert - und auch gefachsimpelt. Schließlich bot der Tag mit dem Wetter-Chaos am Morgen einigen Gesprächsstoff. Nach den abgesagten dritten Freien Trainings hatten die MotoGP-Piloten nämlich nur in FT4 Zeit, vor dem Qualifying noch einmal auf die Strecke zu gehen. Da war der Kurs allerdings noch feucht.

"Es war ein seltsamer Tag. In FT4 habe ich mit Regenreifen begonnen, aber ich habe gleich gesehen, dass es auch mit Slicks geht", erinnert sich Marquez. "Dann hat mich mein Team etwas bremsen müssen, weil Risiko keinen Sinn gehabt hätte. Es waren wichtige Runden, ich habe mich sehr wohlgefühlt." Der Spanier zeigte in der Session die mit Abstand schnellste Pace und beendete sie mit großem Vorsprung.

Marc Marquez: "Ich habe ein kleines Problem"

Im Qualifying rückte das Feld dann zwar etwas näher zusammen, doch der Honda-Pilot verteidigte die Spitze. Und das obwohl er sich in seinem zweiten Run nicht mehr steigern konnte: "Der erste Reifen war gut, aber in meiner zweiten Runde habe ich zu viele Fehler gemacht. Trotzdem war die Zeit nicht so schlecht. Das Warm-up wird wichtig, denn wir haben noch einige Probleme, die wir lösen müssen, damit ich eine konstante Rennpace habe."

Eine Flucht wie in Argentinien hält er deshalb für unwahrscheinlich. "Ich glaube nicht. Das hängt davon ab, denn momentan kennt niemand die Rennpace. Am Freitag war ich etwas schneller als Yamaha, aber das Rennen ist sehr lang. Ich habe ein kleines Problem", sagt Marquez. "Wenn wir das im Warm-up lösen können, würde mir das im Rennen sehr helfen."

Um welches Problem es sich handelt, verrät der Spanier nicht. Dafür gibt er zu, die Bodenwellen in Austin weniger gut kompensieren zu können als zum Beispiel Yamaha. "Valentino sagt, dass das eine der Stärken der Yamaha ist. Bei uns ist das eine Schwäche. Wir müssen das analysieren." Zudem kämpfte Marquez wie die meisten am Samstag auch mit dem Wind.

Valentino Rossi noch stärker als in Argentinien

"Unsere Abstimmung ist darauf optimiert, dass es nicht windig ist. Heute war es aber windig, das Motorrad hat sich geschüttelt und es gab dort einen nassen Fleck. Ich glaube, dass es morgen nicht so windig sein. Selbst in meiner schnellsten Runde habe ich das Gas nicht ganz offenhalten können. In meiner zweiten Runde habe ich es probiert, aber das Motorrad hat viel zu stark geschüttelt", verrät der Weltmeister selbstkritisch.

Allerdings war nicht nur er, sondern auch sein direkter Verfolger Rossi am Limit unterwegs. So erlebte der Yamaha-Pilot ebenfalls einen kritischen Moment: "Ich bin ähnlich wie Maverick (Vinales, Teamkollege; Anm. d. R.) in FT2 etwas zu hart über den Randstein gefahren. Dabei habe ich die Kontrolle verloren. In Kurve 10 habe ich einen nassen Fleck erwischt. Es war zwar etwas beängstigend, aber es war okay."

Insgesamt kommt Rossi an diesem Wochenende noch besser zurecht als zuletzt in Argentinien. In keinem der Trainings war er schlechter als Top 5 und stürmte in der Quali letztlich in Reihe eins. "Natürlich bin ich zufrieden. Schon in Argentinien war es gut, aber heute war ich stärker", freut sich der "Doktor" über seine Entwicklung zu Saisonbeginn.

Yamaha-Pilot Rossi sieht Aufwärtstrend

"Ich fühlte mich mit dem Motorrad gut. Es war ein seltsamer Tag, weil wir ewig gewartet haben. Nach dem Sturm war schwierig einzuschätzen, was wir vom Qualifying erwarten dürfen. Glücklicherweise haben sich das Wetter und die Strecke deutlich verbessert. FT4 war für mich sehr wichtig, weil ich mit den Slicks ein gutes Gefühl gefunden habe. Seit Argentinien haben wir sehr gut mit dem Motorrad und den Reifen gearbeitet. In allen Trainings war ich ziemlich stark."

Da ärgert es den Italiener auch nicht, dass er sich im Kampf um die Pole in seinem letzten Versuch nicht noch einmal steigern konnte. "Für mich ist es persönlich schwierig, eine zweite schnelle Runde zu fahren. Ich habe mich für die erste Runde konzentriert, weil ich wusste, dass ich Potenzial habe, wenn ich gut fahre. Es war schwierig, mich in der zweiten Runde zu verbessern", gibt Rossi zu.

Um im Rennen erneut um die Podestplätze und vielleicht sogar den Sieg mitkämpfen zu können, wird es für ihn wie auch für Marquez auf die richtige Reifenwahl ankommen. Noch herrscht in diesem Punkt bei vielen Fahrern Unklarheit, da die Bedingungen am Samstag es nicht hergaben, die verschiedenen Mischungen ausreichend zu testen.

Cal Crutchlow rechnet mit einem engen Rennen

"Ich glaube, dass alle mehr oder weniger mit dem gleichen Vorderreifen fahren werden", urteilt der Pole-Setter. "FT2 bin ich mit dem harten Hinterreifen gefahren und fühlte mich gut. Aber auch die mittlere Mischung war in Ordnung und der weiche Reifen hat auch Potenzial. Wir müssen das im Warm-up verstehen. Ich glaube, dass es sich hinten zwischen medium und hart entscheiden wird."

Sein Honda-Kollege Cal Crutchlow, der die erste Startreihe als Dritter komplettiert, will nach seinem Frühstart in Argentinien diesmal vorne mitmischen. "Ich glaube, dass es enger zugehen wird, als man denkt", mutmaßt der Brite. Er will Marquez unter Druck setzen: "Man muss versuchen, mit ihm mitzufahren. Er ist hier nicht unschlagbar. Alles kann im Rennen passieren. Man muss natürlich mit dem Gedanken starten, dass man eine Chance hat."

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