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WEC 6h von Austin: Rebellion siegt, Pech für Lietz
Foto: XPB

Dritter WEC-Sieg für Rebellion

Rebellion Racing schlägt Toyota beim 6-Stunden-Rennen auf dem Circuit of the Americas - Aston Martin schlägt Porsche in packendem GT-Kampf, Pech für Richard Lietz.

Zum dritten Mal hat Rebellion Racing in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) einen Gesamtsieg geholt, zum zweiten Mal triumphiert das Privatteam aus der Schweiz auf der Strecke. Mit einer fehlerfreien Fahrt haben Gustavo Menezes, Bruno Senna und Norman Nato das Lone Star Le Mans 2020 für sich entschieden.

Der Rebellion übernahm die Spitze vom Start weg und verteidigte sie das ganze Rennen hindurch. Über mehrere Stunden stagnierte der Abstand und der am Ende zweitplatzierte Toyota #8 (Buemi/Nakajima/Hartley) witterte noch einmal Morgenluft. Mit längeren Stints versuchte Toyota, sich für den letzten Boxenstopp in Stellung zu bringen, um nochmal zuzuschlagen.

Doch Rebellion hatte noch Reserven und fuhr ab der Zweidrittelmarke mit wieder schnelleren Rundenzeiten auf und davon. Am Ende betrug der Vorsprung des Rebellion R13-Gibson 51,524 Sekunden.

Für den Toyota #7 (Conway/Kobayashi/Lopez) lief das Rennen wie erwartet: Einsames Rennen auf Platz drei. Mike Conway, Kamui Kobayashi und Jose-Maria Lopez führen damit weiterhin die WM-Wertung an, allerdings nur noch mit fünf statt acht Punkten Vorsprung auf Sebastien Buemi, Kazuki Nakajima und Brendon Hartley. Ginetta setzte beim Lone Star Le Mans aus.

Selbst de Vries kann United Autosport nicht stoppen

Paul di Resta, Phil Hanson und Filipe Albuquerque gewannen die LMP2-Kategorie mit einer ungewöhnlichen Strategie. Sie fuhren kürzere Stints und stoppten einmal mehr als die meisten Gegner, vor allem weil di Resta im ersten Stint an Borden verlor und der erste Stopp vorgezogen wurde. Das entpuppte sich als goldrichtige Entscheidung.

Lediglich der Racing-Team-Nederland-Oreca #29 (Van Eerd/van der Garde/de Vries) fuhr auf derselben Strategie, fiel damit aber auf die Nase. Die Niederländer sparten sich ihren Superstar Nyck de Vries für spätere Teile des Rennens auf. Im ersten Abschnitt rüpelte sich Giedo van der Garde durchs Feld, doch die Rennleitung ließ diesmal viel durchgehen. Er ging bis an die Spitze.

De Vries enttäuschte nicht und markierte die schnellste Runde des LMP2-Feldes in 1:52.545 Minuten. Lange Zeit war keine andere LMP2-Zeit auch nur in der Nähe, lediglich Nicolas Lapierre kam im viertplatzierten Cool-Oreca #42 (Lapierre/Borga/Coigny) auf vier Zehntel heran. Zwischenzeitlich deutete einiges auf einen Sieg des gelben Orecas hin.

Es war Amateurfahrer Frits van Eerd, der in seinen Stints zu viel an Boden verlor. Dass er dabei einmal umgedreht wurde, half auch nicht weiter. De Vries machte sich in der Schlussphase an die Aufholjagd, hatte aber kein vernünftiges Reifenmaterial mehr übrig. Im Gegenteil, er fiel noch auf Rang fünf zurück.

So sprangen zwei Goodyear-bereifte Teams in die Bresche, die zu Beginn noch zurückgelegen hatten. Der Jackie-Chan-DC-Oreca 38 (Gonzales/Davidson/da Costa).

Arbeitssieg für Aston Martin

Der "Dane Train" hat seinen dritten Saisonsieg im fünften Rennen eingefahren. Nicki Thiim und Marco Sörensen mussten dafür aber hart kämpfen, denn bis zum Schluss gab es Druck von Porsche. Die beiden Aston Martin setzten sich zunächst an die Spitze des Feldes und alles deutete auf einen Doppelsieg hin.

Allerdings verlor der Aston Martin 92 (Christensen/Estre) eine Offensive. Kevin Estre löste sich aus einem stundenlangen Dreikampf mit dem AF-Corse-Ferrari 91 (Lietz/Bruni) und überholte auch noch den strauchelnden Aston für Platz zwei.

Das Manthey-Team spielte seine Strategie-Karten voll aus und arbeitete sich sogar an den führenden Aston Martin heran. Nach dem letzten Boxenstopp waren es nur dreieinhalb Sekunden. Doch Nicki Thiim hielt dem Druck von Michael Christensen stand und hielt vier Sekunden Vorsprung. Dass es am Ende eine Runde mehr für Thiim wurde, war dem Umstand zu verdanken, dass der Gesamtsieger genau zwischen den beiden GT-Fahrzeugen die Zielflagge sah.

Dahinter fand der Kampf Porsche vs. Ferrari ein jähes Ende, als die #91 (Lietz/Bruni) mit entladener Batterie ausrollte - die Gänge ließen sich nicht mehr schalten. Es gelang Gianmaria Bruni, den Porsche 911 RSR mit einem Reset wieder in Gang zu bringen. Der Tausch der Batterie kostete mehrere Runden und es ging zurück auf den letzten Platz.

Der AF-Corse-Ferrari 63 (Magnussen/Rockenfeller) beim ersten von zwei WEC-Gaststarts. Durch das Porsche-Pech wurde es Platz sechs.

GTE Am: Roter Aston schlägt gelben Aston

Den spektakulärsten Kampf bot beim Lone Star Le Mans 2020 die GTE Am: Der TF-Sport-Aston-Martin 98 (Dalla Lana/Turner/Gunn) trafen mehrfach im Rennen aufeinander. Dabei kam es sogar zwischenzeitlich zu einem Dreher, als Salih Yoluc scheinbar Sebastian Vettels Angriff auf Daniel Ricciardo 2018 kopieren wollte - mit demselben Ergebnis.

Dennoch setzte sich der rote Aston Martin letztlich durch: Charlie Eastwood gelang es, in einem langen, harten Kampf AMR-Junior Ross Gunn zu bezwingen und ebenfalls den dritten Saisonsieg einzufahren.

Über mehrere Stunden führte zu Beginn der Project-1-Porsche #56 (Perfetti/Hörr/Cairoli). Er fiel hinter die beiden Aston Martin zurück, weil diese ihren Amateurfahrer früher aufs Auto setzten als die Porsche-Mannschaft. Es reichte am Ende zu Platz drei.

Pech hatten die Sieger aus Bahrain im Project-1-Porsche #57 (Keating/Fraga/Bleekemolen). Auch hier ließen sich die Gänge nicht schalten. Die Reparatur kostete zehn Runden. Thomas Preining landete gemeinsam mit Bret Cutris und Adrien de Leener im 911 RSR auf dem 9. Rang.

Das Lone Star Le Mans war ein kurzfristiger Ersatz für das geplatzte 6-Stunden-Rennen in Sao Paulo. Die WEC bleibt nun in den USA und kehrt mit den 1.000 Meilen von Sebring am Freitag, den 20. März in ihren regulären Kalender zurück.

© Motorsport-Total.com

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