Offroad

Inhalt

Dacia Duster Blue dCi 115 4WD Prestige - im Test Dacia Duster 2018

Statusfrage?

Laut Werbung ist der Dacia Duster ein Statussymbol für alle, die kein Statussymbol brauchen. Soll sein, wir testen das SUV auf seine Qualitäten.

Text: Ralf Schütze/mid; Fotos: Sabine Sommer

Hier geht's zu den Bildern

Der erste Eindruck vom hochgelegten Dacia ist schon mal aufschlussreich. Was uns auffällt: Das Design der zweiten, nicht komplett neuen, wirkt harmonischer und im Detail gediegener. So könnte sich der Billig-SUV mehr als bisher in die Herzen von Leuten mogeln, die nicht zwingend nach der Devise "Geiz ist geil" auf den niedrigen Preis abfahren.

LED-Tagfahrlicht und dazu passende, stylische Heckleuchten sind zum Beispiel solche Zeitgeist-Details, die den Duster II regelrecht chic erscheinen lassen - jedenfalls im Vergleich zum etwas bieder wirkenden Duster I, der seit 2010 als erschwinglichste Möglichkeit gilt, hierzulande ein SUV zu erwerben.

Auch innen weiß der Duster zu gefallen - mit schön anzuschauenden Sitzen, einem ausgewachsenen Infotainment-System von Konzernmutter Renault und durchwegs vertrauenerweckender Verarbeitung. Vom bewährten Sparkurs zeugen lediglich hübsch gestylte Hartplastik-Landschaften. Damit gelingt Dacia auch im Interieur, was mit dem Duster II auch insgesamt absolut gelungen ist: Ein unterm Strich positives Image weiterzuentwickeln.

Natürlich glänzt das günstige SUV nicht mit Bling-Bling-Faktoren. Aber bei Bedarf lässt sich die erschwingliche Basis (ab 11.990 Euro ist der Duster mit 115-PS-Benziner und Vorderradantrieb erhältlich) ganz schön aufmöbeln.

Schlüsselloser Zugang, Lederpolsterung oder moderne Assistenzsysteme stehen jetzt in der Aufpreisliste - und zwar konsequenterweise als erfreulich günstige Einzelposten. So sind zum Beispiel für die neuerdings verfügbare Klimaautomatik nur 381 Euro extra fällig.

Praktische Vorzüge muss natürlich auch ein SUV wie der Dacia Duster ausreichend bieten. Daher verwöhnt er mit den Eigenschaften, die diese Fahrzeuggattung so beliebt machen: Großzügiges Raumgefühl, bequemer Ein- und Ausstieg, erhöhte und dadurch recht übersichtliche Sitzposition.

Aber: Die Übersicht ist nach schräg hinten ist durch die breite D-Säule eingeschränkt (was jedoch für alle modernen Fahrzeuge gilt) und die Sitzflächen könnten länger sein. Der Kofferraum ist mit 445-1478 Litern Volumen schön groß und quaderförmig, bestenfalls stört die SUV-typisch hohe Ladekante.

Der nur beim Kaltstart etwas rau klingende 1,5-Liter-Diesel wirkt nach seiner Umstellung auf die aktuelle Abgasnorm Euro 6d-Temp, die ein Leistungsplus von fünf auf 115 PS mit sich brachte, harmonischer als zuvor. Seine Durchzugsstärke geht in Ordnung, das Sechsgang-Getriebe ist knackig-exakt zu schalten.

Der erste Gang wurde etwas kürzer übersetzt, als Hilfe für kleine Offroad-Ausflüge, bei denen der neue Dacia Duster durchaus gute Figur macht, jedenfalls in Verbindung mit dem Allradantrieb des Testwagens. Dabei helfen auch das sperrbare Mitteldifferenzial und die solide Bodenfreiheit.

Lob verdient der Testverbrauch, der mit lediglich 5,8 Litern auf 100 Kilometer einer vertretbaren Überschreitung des Normverbrauchs von 4,7 Litern entspricht. 12,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h sind natürlich kein Topwert, aber einen Sportwagen gibt es nun einmal nicht für knapp über 20.000 Euro.

Das Duster-Fahrwerk ist grundsätzlich straff abgestimmt, schluckt Bodenunebenheiten aber mit erstaunlicher Souveränität und überzeugt auch auf langer Autobahnfahrt mit gutem Komfort.

20.590 Euro für das Topmodell mit 115-PS-Diesel, Allradantrieb und Navigation als Ausstattungs-Highlight sind eine starke Ansage. Wer meint, mit Vorderradantrieb durchzukommen, spart weitere 2.000 Euro.

Alles in allem ist der neue Dacia Duster das, was der alte seit 2010 war: Ein sympathischer Preisbrecher, der sich treu geblieben ist. Denn er trägt ganz offen zur Schau, kein Poser sein zu wollen. Mit ihm bekommt man unheimlich viel Auto fürs Geld. Herummäkeln kann man an Details, alles Entscheidende aber passt.

Fünfsitziges Kompakt-SUV, Länge/Breite/Höhe/Radstand: 4.341/1.804/1.682/2.676 mm, Leergewicht: 1.379 kg, zul. Gesamtgewicht: 1.854 kg, max. Zuladung: 475 kg, Kofferraumvolumen: 445-1.478 l, Tankinhalt: 50 l.
Motor: Reihenvierzylinder-Diesel, Hubraum: 1.461 ccm, Leistung: 85 kW/115 PS bei 3.750 U/min, max. Drehmoment: 260 Nm bei 2.000 U/min, Beschleunigung 0 bis 100 km/h: 12,1 s, Höchstgeschwindigkeit: 175 km/h, Normverbrauch: 4,7 l pro 100 km, CO2-Ausstoß: 123 g/km, Testverbrauch 5,8 l/100 km, Sechsgang-Schaltgetriebe, Allradantrieb.
Österreich-Preis: 20.590 Euro.

Drucken

Ähnliche Themen:

30.03.2019
Im Freizeit-Dress

Der Jeep Renegade erhielt ein Facelift, das ihn moderner erscheinen lässt, ohne seinen kernigen Charakter zu verwässern. 140-PS-Diesel im Test

11.07.2017
Nobel im Schlamm

Kult-Geländewagen mit viel Komfort und einem Hauch Luxus: der Jeep Grand Cherokee. Wir testen ihn als "Limited" mit Dreiliter-V6-Dieselmotor.

23.12.2016
Jeep, Jeep, Hurra!

Jeep feiert 75. Geburtstag mit der feinen Ausstattungslinie 75th Anniversary. Wir testen den derart bestückten Renegade mit 140-PS-Diesel.

Kompakte Eleganz Neuer Mercedes CLA - erster Test

Er ist cool, schick und ganz schön dynamisch: Mit dem neuen CLA haben die Mercedes-Designer ein überzeugendes Statement gesetzt. Erster Test.

GP von China Schon bald zwei Grands Prix in China?

Die Formel-1-WM prüft aktuell Möglichkeiten für einen zweiten GP in China; ein weiteres Rennen wäre für die Hersteller interessant.

Motorrad-WM: Interview Rossi will heuer um jeden Sieg kämpfen

Nach zwei aufeinanderfolgenden zweiten Plätzen hat Valentino Rossi Siege im Visier – die Yamaha YZR-M1 sei stärker als im Vorjahr.

Nachruf Große Trauer um Hansjörg Matzer

Ob als Fotograf , als Versicherer, als Pilot oder einfach nur als Mensch - Hansjörg Matzer hat sich bei vielen in die Herzen gebrannt. Ein Nachruf...