RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

„Das Jahr mit Raimund war einfach toll“

Thomas Zeltner war laut Baumschlager sein bis dato bester Co-Pilot, aus beruflichen Gründen muss er nun aber den Helm an den Nagel hängen.

Thomas Zeltner sagt leise Servus. Der 49jährige EDV-Manager der Metrogruppe muss aus beruflichen Gründen im Rallyesport kürzer treten.

„Eine ganze Saison ist nicht mehr möglich, aber vielleicht kann ich bei den beiden Kärntner Rallyes mit meinem Bruder Ruben hobbymäßig dabei sein“, sagte Zeltner, der wehmütig auf die vergangene Saison mit Raimund Baumschlager zurückblickt, die ihm nach 18 Jahren den dritten Staatsmeistertitel brachte.

„Wir haben von der ersten Rallye an harmoniert und bei der IQ Jänner Rallye Zeiten hingeknallt, als ob wir schon Jahre zusammen gefahren wären. Abgesehen davon dass Raimund in Österreich in einer anderen Liga fährt, werde ich eine Sonderprüfung nicht vergessen, den Rundkurs der Bosch-Rallye in Pinggau."

"Nach dem ersten Umlauf, der perfekt war, glaubten wir beide, es gehe nicht schneller. Falsch! Beim zweiten Mal flog in der ersten Runde der linke Außenspiegel, in der zweiten der rechte und in der dritten Runde fädelten wir in der Schikane mit der Türschnalle ein - und im Ziel waren wir noch schneller. Da hab’ ich mir gedacht, warum gelten eigentlich für ihn nicht die physikalischen Gesetze?“

Im BRR Mitsubishi Evo VIII sei es mit Baumschlager wie in einer Hochschaubahn gewesen, „purer Genuss, nur hin und wieder musste ich die Backen zusammen kneifen“. Ganz selten habe er mit Raimund `Aha-Momente und Hoppalas` gehabt. „Da war meistens er mehr ergriffen als ich. Vielleicht lag es daran, dass ich mit meinen anderen Chauffeuren das in einer einzigen Rallye erlebte, was sich bei Raimund auf eine ganze Saison aufteilte Ich habe nie das Gefühl gehabt, er hasardiert. Es war immer eine Gaudi.“

Die Chemie im Auto habe extrem gestimmt: „Für mich war als ich bei Raimund einstieg das Wichtigste, dass wir mit unserer Leistung zufrieden sind, das Ergebnis war nebensächlich, wir mussten mit uns zufrieden sein. Ich wollte, dass `Mundl` im Kopf frei ist, wieder so locker Auto fährt wie zu seinen WM-Zeiten mit dem Golf GTI, in denen er uns im Audi quattro Zeiten um die Ohren g`haut hat, dass es nur so klingelte.“

Selbst in brenzligen Situationen wie beim Finale im Waldviertel, als auf der vorletzten Sonderprüfung der Turbo eingegangen war und der Gesamtsieg in Frage stand, ging der Schmäh im Auto nicht aus.

Mit letzter Mühe ins Service gerettet, schraubten die BRR-Mechaniker wieder einmal weltmeisterlich und tauschten den Turbo in Rekordzeit. Als Baumschlager zur Zeitkontrolle rollte, meinte „Major Tom“ trocken: „Jetzt san ma schon wieder z`fruah!“

Und zum Abschied sinnierte Zeltner: „Vierter Titel? Schwierig nach 18 Jahren noch einmal Meister zu werden, da bin ich dann schon 67.“
Serienmeister Raimund Baumschlager mit verliert mit „Major Tom“ einen der profiliertesten Kopiloten:

„Es tut mir leid, dass er aufhört. Es hat mich immer fasziniert, wie er das Rallye fahren mit seinem Job vereinbaren konnte. Während des Trainings kamen unzählige Anrufe aus allen Ostblockländern, er hat das immer unter einen Hut gebracht, hat den immensen Druck der beruflich auf ihm lastete, nie gezeigt. Er hat mich entlastet wie kein Beifahrer zuvor und war mir auch eine große Stütze bei den untergriffigen Attacken im Laufe der Saison.“

Baumschlager war von Beginn der Zusammenarbeit an überzeugt, dass er mit Thomas keine „Einspielphase“ brauche. „Er ist ja immer bei Leuten drinnen gesessen, die schnell gefahren sind und angeschaut hab` ich ihn mit auch genau“, sagte Baumschlager, der von Zeltner auch gleich den Nachfolger, Bernhard Ettel, serviert bekam.

„Wie wär`s mit dem“, meinte Zeltner bei der 1000 Hügel-Rallye so nebenbei, als das Team Zellhofer/Ettel vorbeifuhr. Zeltner hatte den 31jährigen Wiener lange beobachtet, den Deal eingefädelt und Baumschlager dann schonend beigebracht, dass er 2006 aussteigen müsse.

Trotzdem wird „Major Tom“ nicht ganz in der Versenkung verschwinden. „Der Kontakt zu ihm wird sicher nicht abreißen. Erstens weil er Bernhard ja als Berater zu Seite stehen wird und zweitens wird Thomas mit seiner Erfahrung weiter wertvolle Inputs für das ganze Team leisten. Von meinen bisher 13 Beifahrern war er der Beste!“, streute Baumschlager am Ende „Major Tom“ Rosen.

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

ET König: TEC7 ORM3 & RP Tools Junioren

Neulinger in einer eigenen Welt

Marcel Neulinger ist in der ORM3 das Maß der Dinge. Der regierende ORM3- und Junioren-Staatsmeister holte bei der ET König Judenburg-Rallye 14 von 15 Bestzeiten und konnte die Führung in der Tabelle sowohl in der ORM3 als auch in der RP Tools Junioren-ÖM erheblich ausbauen

ET König Judenburg Rallye: Bericht ARC

Gaubinger gewinnt - Lindner baut Vorsprung aus!

Patrik und Verena Gaubinger feiern bei der ET König Judenburg Rallye im Audi Quattro den ARC-Sieg. In der Clubmeisterschaft konnte Hans Georg Lindner im historischen Escort seinen Vorsprung ausbauen - auf Platz zwei lauert nun der junge Subaru-Pilot Jan Dolzer. In der ARCP triumphiert Christoph Zellhofer, Raimund Baumschlager siegt beim Comeback in der ART.

WRC, Akropolis: Bericht K4

Immer noch in Führung!

Das große Abenteuer Akropolis Rallye: Zwar mussten Johannes Keferböck und Ilka Minor nach einem Defekt am Freitagmorgen ihre sportlichen Ambitionen früh hintan stellen - doch mit einer Zielankunft konnte die Führung im WRC Masters Cup behalten werden. Jetzt geht es nach Estland…

ARC, ET König Rallye: Bericht Friedl

„Big moments“ aber auch heikle Situationen

Eugen Friedl und Helmut Aigner vom MCL 68 konnten sowohl mit einigen kniffligen Situationen als auch mit emotionalen Highlights ein gutes Ergebnis einfahren.

ARC, ET König Rallye: Bericht Baumschlager

Starkes Comeback nach Schulteroperation!

Das Comeback von Raimund Baumschlager nach seiner Schulteroperation verlief erfolgreich: Der Rekordstaatsmeister holte gemeinsam mit Co-Pilot Thomas Zeltner in Judenburg einen starken vierten Platz.