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Alles ist möglich

Manfred Stohl spricht im Exklusiv-Interview über seine Zukunft in der WM 2006, die Titelanwärter der kommenden Saison und die IQ-Jänner-Rallye.

Derzeit wird viel über Deine Zukunft in der Rallye-WM spekuliert, kannst Du uns zum momentanen Zeitpunkt schon etwas verraten?

So leid es mir tut, aber ich kann derzeit gar nichts sagen, da ich selbst noch nicht weiß, wie die Entscheidung bis zum 15.12. ausfallen wird. Das klingt zwar absurd, ist aber tatsächlich so. Es ändert sich fast täglich etwas, eine Vielzahl an Fahrern kämpft um die verbleibenden Top-Cockpits der Privatteams. Es ist quasi Poker-Face-Time...

Das heißt also, dass noch alles möglich ist, vom Einsatz in der PWRC bis hin zum Top WRC?

Genauso ist es.

Zum Thema PWRC gibt es viele Leute die meinen, dass das nach der erfolgreichen Saison 2005 ein ziemlicher Abstieg wäre, was sagst Du denen?

Diese Leute sollten sich einmal informieren, wie hart in der PWRC gefightet wird. Auch wenn die WRC-Liga natürlich der Top-Level ist, der Sport, der in der seriennahen Klasse geboten wird ist bei Gott kein schlechter.

Wie siehst Du generell die Situation in der Rallye-WM im kommenden Jahr? Es gibt etliche Piloten, die das Team gewechselt haben, dazu kommt Sebastien Loeb in einem unter Anführungs-Zeichen "Privatteam"...

Also ich sehe eigentlich keinen Grund, warum Sebastien Loeb nicht wieder Weltmeister werden sollte. Auch wenn es 2006 kein offizieller Werkseinsatz von Citroen ist, das Auto ist mit Sicherheit um nichts schlechter als 2005.

Bei Citroen ist man etwas in der Zwickmühle, denn wenn man 2006 mit einem Bruchteil des Budgets den Titel holen würde, dann hätten wohl einige Leute Argumentations-Notstand. Es wird aber auch viel davon abhängen, wie sehr das Xsara WRC noch weiterentwickelt wird, denn wenn man hier nichts mehr tut, dann wird man nicht mehr vorne mitfahren, egal wer drinnen sitzt.

Apropos Citroen, Du hast am Anfang des Jahres davon gesprochen, dass das Xsara WRC äußerst schwierig zu fahren sei, wie siehst Du das nun am Ende des Jahres?

Ich bin mit der Zeit natürlich besser zurecht gekommen, aber das Auto ist nach wie vor alles andere als einfach zu fahren. Kein Vergleich zum Beispiel mit einem Peugeot 206 WRC, da war das Handling im Vergleich dazu wirklich easy.

Man muss aber auch sagen, dass der Citroen irrsinniges Potenzial hat. Es hat Tage gegeben, wo ich mental großartig drauf war und in Kombination mit dem Citroen sind dann Zeiten möglich, die mit anderen Autos nur schwer zu erzielen sind.

Zurück zur Saison 2006, wie stark schätzt Du Ford ein?

Das neue Auto ist unglaublich schnell. Das hat man in Australien deutlich gesehen, denn während einige mit dem Messer zwischen den Zähnen um Sekunden fighten, fährt ein Roman Kresta ganz nebenbei Bestzeit mit dem neuen Focus, das war schon stark. Kresta wurde überhaupt unter Wert geschlagen, im Vergleich zum wesentlich erfahreneren Gardemeister war er für mich persönlich deutlich besser.

Was sagst Du zur neuen Fahrerpaarung Grönholm/Hirvonen?

Ich gehe davon aus, dass Marcus Grönholm auf diesem Auto weit vorne mitmischt. Allerdings passiert auch ihm immer wieder der ein oder andere Fahrfehler, gegen Sebastien Loeb wird er es nicht leicht haben. Und Hirvonen ist auch nicht zu unterschätzen, ich bin jedenfalls gespannt.

Noch eine letzte Frage, wird man Dich bei der IQ-Jänner-Rallye 2006 sehen?

Um ehrlich zu sein habe ich mir darüber noch nicht den Kopf zerbrochen, das WM-Cockpit für 2006 hat nun Priorität. Aber da ich unglaublich gerne auf Eis und Schnee fahre, schließe ich einen Start nicht aus.

Wir danken für das Gespräch und drücken weiter die Daumen, spätestens am 15.12. werden wir die Entscheidung über Deine Zukunft in der WM auf Motorline.cc bekannt geben!

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