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"Müssen Motorsport für die Zukunft vertretbar machen"

Hannes Danzinger, der Pilot des von der Wien Energie finanzierten Erdgas-VW Golf zog im motorline.cc-Talk eine erste Saison-Zwischenbilanz.

Michael Noir Trawniczek
Fotos: pressefotos.at/Thomas Preiss

Auf dem gemeinsam von Wien Energie und OMV organisierten Pressetermin zum Thema Erdgasantrieb hat sich Ing. Wolfgang Altmann von der Wien Energie gegenüber motorline.cc klar zum Erdgasprojekt mit Hannes Danzinger bekannt - das Projekt ist zunächst auf die kommenden zwei Jahre ausgelegt: "Vorerst wollen wir die nächsten zwei Jahre mit einem Erdgas-Fahrzeug an der österreichischen Rallye-Meisterschaft teilnehmen. Wir wollen im Gesamtergebnis eine einstellige Zahl sehen - mein persönlicher Wunsch wäre eine Zahl unter fünf."

Zugegen war auch Danzinger selbst, in der Rallye-ÖM belegt er zurzeit wunschgemäß den fünften Rang in der Division I - im motorline.cc-Talk blickte er auf die bisherige Saison zurück, zog eine erste Zwischenbilanz und nahm auch zur Lage seines ideologisch direkten Gegners Beppo Harrach vom Stohl Racing Team Stellung - dort bangt man um die weitere Unterstützung durch die OMV.

Ich habe vorhin mit Beppo Harrach gesprochen - er sieht sich verbunden mit dem Erdgasprojekt von Stohl Racing und hofft nun, dass die OMV dieses weiterhin unterstützt. Siehst du dich auch verwachsen mit dem Erdgas-Projekt der Wienenergie?

Ja, weil ich glaube, dass wir langfristig sicher auf dem richtigen Weg sind. Weil der Motorsport immer in Verruf gebracht wird, dass er die Umwelt schädigen würde. Vor allem geht es darum, dass wir Motorsport für die Zukunft irgendwie vertretbar machen müssen und das geht mit Erdgas ganz gut. Wir versuchen, dass wir den Kritikern jeden Wind aus den Segeln nehmen, indem wir mit emissionsneutralen oder emissionsarmen Fahrzeugen an den Start gehen - ich glaube, dass dann nichts mehr gegen den Motorsport sprechen kann.

Vor einem halben Jahr warst du offensichtlich noch nicht so zufrieden mit deinem Erdgasboliden - jetzt wirkst du sehr locker und zufrieden. Hat sich da etwas verändert?

Ganz genau. Man muss einfach berücksichtigen, dass der Entwicklungsprozess bei dem Erdgasauto noch relativ jung ist - vor einem halben Jahr war das Auto nagelneu, damals sind wir damit noch keine einzige Rallye gefahren und es hat auch noch keinerlei Weiterentwicklung gegeben. Mittlerweile sind wir doch schon sechs oder sieben Rallyes gefahren und es gab auch eine Weiterentwicklung, speziell bei der Motorelektronik. Das Auto läuft jetzt einfach gut - man sieht das glaube ich auch an den Ergebnissen und an den Sonderprüfungszeiten. Da bin ich absolut zufrieden und man kann sicher noch mehr Leistung herausholen.

Gibt es heuer im Vergleich zum Vorjahr mehr Weiterentwicklung?

Ja, es wird im Prinzip ständig weiterentwickelt - speziell in der Sommerpause gab es einen großen Schritt, danach ist der Wagen wirklich lupenrein gelaufen. Und es wird auch nach der Waldviertel-Rallye Gespräche geben, einen weiteren Schritt zu unternehmen.

Wie viele solcher Evolutionsstufen hat es heuer gegeben?

Grundlegend waren es drei Stufen. Bei der ersten wurde gleich einmal die Gaszufuhr verbessert - da hatten wir ein Problem und haben von einem auf zwei Druckminderungsventile aufgerüstet. So war der Gasdruck schon einmal stabiler. Die zweite Stufe hat den Bereich Elektrik betroffen, sprich die Steuerung der Magnetventile. All das wurde natürlich immer in Kombination mit dem Motormanagement durchgeführt.

Wie geht es im kommenden Jahr weiter?

Das Projekt steht, das wird es auf jeden Fall geben. Welche Entwicklungsschritte da noch vorgenommen werden, wird man im Laufe der nächsten Rallyes sehen.

Die OMV wird sich aus dem gesamten Rallyesport zurückziehen - selbst das Erdgasprojekt wackelt. Wäre das nicht das falsche Signal, jetzt ein solch innovatives Projekt zu beenden?

Es ist natürlich sehr schade für die OMV. Und es wäre auch schade, wenn da nun wieder weniger Erdgasautos an den Start gehen würden. Von Seiten der Wienenergie kann ich nur sagen, dass es da absolut keine Bedenken gibt oder dass die Gefahr bestünde, dass man das Projekt beendet. Das befindet sich sogar eher noch im Ausbau.

Sollte das Stohl-Projekt nicht finanziert werden können, würdest du einen Gegner und eine wichtige Vergleichsmöglichkeit verlieren...

Ja, aber ich glaube nicht daran, dass sie verloren gehen - ich glaube, dass sie im nächsten Jahr wieder an den Start gehen werden.

Wie sehen deine unmittelbaren sportlichen Ziele aus?

Wir haben zuletzt mehrmals Top 6-Ergebnisse erzielt - das möchte ich natürlich auch bei der Ostarrichi-Rallye wieder schaffen. Bei der Waldviertel-Rallye wird es aufgrund unseres Zweiradantriebs sicherlich ein bisschen schwieriger, weil wir da auf Schotter sicher einen gewissen Nachteil haben - aber auf diese Rallye freue ich mich schon sehr, weil das vom Fahren her richtig Spaß machen wird. Da wollen wir einfach das bestmögliche Ergebnis herausholen.

Und 2008? Werdet ihr da die Ziele höher schrauben?

Ja, nächstes Jahr wollen wir Podestplätze anvisieren - das wäre sicher ein großes Ziel. Aber das kann man jetzt noch nicht hundertprozentig sagen - da muss man zunächst schauen, wie die Entwicklung vorangeht, erst dann kannst du wirklich sagen, dass du auf das Podest möchtest.

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