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Wie (fast) gewonnen, so zerronnen

Großes Pech für Eddy Schlager, der Niederösterreicher startete trotz Bänderriss bei der Rallye Vysočina, ein Turboschaden warf ihn aus dem Rennen.

Österreichs Mann im tschechischen Rallyesport heißt Eddy Schlager. Der Niederösterreicher – in den 80er-Jahren noch Mitglied des legendären Mobil-Rally-Teams – hat ja vor Jahren den beruflichen Sprung über die nördliche Grenze geschafft und sich dort als überaus erfolgreicher Geschäftsmann etabliert.

Am vergangenen Samstag startete in Trebič (etwa eine Autostunde nördlich des Grenzüberganges Klein-Haugsdorf) mit der Rallye Vysočina die Tschechische Sprint-Rallye-Meisterschaft. Bei abscheulichen Wetter-Verhältnissen waren acht Sonderprüfungen über 67 km zu absolvieren. Also deutlich weniger als bei durchschnittlichen österreichischen Challenge-Läufen.

Für Eddy Schlager begann schon die Woche nicht unbedingt erfreulich. Auch seine Heim-Region nördlich von Brünn war nämlich nicht vom Winter-Einbruch verschont geblieben. Ein Schritt in den Schnee, umgekippt und ein Band war ab. Intensiver Einsatz von Vereisungs-Spray ließ den Rallye-Start jedoch schließlich zu, aber das Gefühl im Magen war doch etwas flau.

„Ich war seit vielen Jahren nicht mehr bei richtig starkem Regen oder Schneeregen und so niedrigen Temperaturen am Start einer Rallye. Dazu kam noch mein neuer tschechischer Co-Pilot Josef Sitnik, der fast kein deutsch spricht. Ich bin zwar längst fließend in dieser Sprache, aber im Rallyeauto ist das immer etwas anders, wenn man nur deutsche Ansagen gewöhnt ist.“

Die Reifenentscheidung war angesichts der Verhältnisse auch nicht ganz leicht. Schließlich entschied sich Eddy für Matador-Regenreifen, die er noch nie zuvor montiert hatte.

Im Ziel der Eröffnungs-Prüfung war Eddy keineswegs zufrieden, da er das Gefühl hatte, zu viel auf der sicheren Seite unterwegs gewesen zu sein. Man dachte an einen Platz zwischen 10 und 15.

Auf dem Weg zur 2. SP war Eddy aber bereits optimistischer, was die Reifen betrifft und fühlte sich auch prompt wesentlich besser. Nach einer Schikane ging’s bergauf weiter, aber plötzlich war die Leistung weg. Man rollte zwar noch ins Ziel, hatte aber 40 sec. eingebüßt. Eine Inspektion ergab, dass der Turboschlauch abgefallen war und so unglücklich lag, daß man die Rutschplatte abmontieren hätte müssen, um ihn wieder zu montieren. Da noch zwei SP zu fahren waren, ehe man ins Service kommen konnte, war die Rallye damit gelaufen.

Die Mechaniker fanden später zudem heraus, daß der Turbolader des Mitsubishi Lancer Evo VI bereits ziemlich viel Öl verbrauchte und wohl kaum die ganze Rallye überstanden hätte.

Die Analyse der Zeiten brachte dann allerdings die große Überraschung: Auf SP 1 hatte Eddy Schlager die zweitbeste Zeit markiert, nur 1,1 sec. hinter dem späteren Sieger Peter Gavlak aus der Slowakei (Evo IX).

„Mir war in diesem Moment klar, dass wir sogar hätten gewinnen können. Aber das hilft nichts. Natürlich bin ich etwas traurig, weil ich genau weiß, wie die Autos hier gehen, was an meiner alten Kiste dran ist und welche Reserven ich noch habe.“

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