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Neuville kritisiert Hankook Mechaniker von Hyundai mit zwei Hankook-Reifen
Hyundai Motorsport

Thierry Neuville kritisiert Hankook: "Diese Reifen sind nicht auf WM-Niveau"

Nach einer Serie von Reifenschäden bei der Akropolis-Rallye übt Rallye-Weltmeister Thierry Neuville scharfe Kritik am Reifenhersteller Hankook

Thierry Neuville hat nach zahlreichen Reifenschäden bei der Akropolis-Rallye in Griechenland deutliche Kritik an WRC-Einheitsausrüster Hankook geäußert. Nach insgesamt vier Reifenschäden in den ersten zehn Wertungsprüfungen des siebten Laufs zur Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2025 zeigte sich der Hyundai-Star spürbar frustriert und stellt die Tauglichkeit des koreanischen Reifens für die Königsklasse des Rallyesports in Frage.

Bereits am Freitag hatte Neuville auf zwei aufeinanderfolgenden Prüfungen einen Reifenschaden erlitten und war dadurch auf Platz acht zurückgefallen. Auch am Samstag setzte sich die Pannenserie fort: Ein schleichender Plattfuß hinten rechts auf der achten Wertungsprüfung kostete wertvolle Zeit, kurz darauf beschädigte Neuville auf der folgenden Prüfung den linken Hinterreifen. Dennoch zog der Belgier an Kalle Rovanperä vorbei und übernahm Gesamtrang sieben.

Neuville wütend: "Das hat mit Motorsport nichts zu tun"

Am Ende der neunten Wertungsprüfung fand Neuville klare Worte: "Die Reifen sind nicht auf dem Level. Wenn man sieht, warum wir Reifenschäden bekommen - das ist einfach verrückt", wetterte er im Ziel. "Mit so einem Produkt kann man auf diesem Niveau keinen Rallyesport betreiben. Wir werden ständig bestraft für nichts. Es geht nur noch um Glück. Das hat mit echtem Wettbewerb nichts zu tun."

Im Servicepark legte Neuville nach: "Gestern war ein Reifen für ein paar Sekunden platt, dann sprang er wieder in Form und hielt über Nacht den Druck. Das ist ein Fertigungs- oder Zuverlässigkeitsproblem. So kann man keine Weltmeisterschaft fahren."

Ein weiterer Vorfall am Samstag sorgte beim amtierenden Weltmeister für erneuten Ärger: "Der Schaden war so klein, dass man das Loch nicht einmal sehen konnte. So etwas habe ich noch nie erlebt. Ich hatte jetzt mehr Reifenschäden als im gesamten letzten Jahr. Hankook hat noch eine Menge Arbeit vor sich."

Akropolis-Rallye stellt Hankook vor Härtetest

2025 ist Hankook erstmals offizieller Einheitsreifenlieferant der WRC und trat damit die Nachfolge von Pirelli an. Während die Pneus bei den bisherigen Rallyes größtenteils zuverlässig funktionierten, offenbart die Rückkehr der Akropolis-Rallye in den heißen Juni und die besonders rauen Schotterstrecken nun Schwächen - insbesondere bei hoher Beanspruchung und Temperaturen jenseits der 40 Grad.

In einer Stellungnahme zeigte sich Hankook-Sprecher Steven Cho verständnisvoll: "Wir teilen Neuvilles Frustration. Er hatte sicherlich mehr Probleme als andere", sagte Cho gegenüber der englischsprachigen Ausgabe von Motorsport.com, einer Schwesterpublikation von Motorsport-Total.com im Motorsport Network. "Uns war klar, dass Griechenland die größte Herausforderung des Jahres sein würde, und es war sogar noch härter als erwartet."

Cho verteidigte den bisherigen Kurs von Hankook, betonte aber auch Verbesserungsbedarf: "In unserem ersten Jahr wollten wir konservativ vorgehen und auf Robustheit setzen. Bisher war das größtenteils erfolgreich. Aber natürlich gibt es immer Verbesserungspotenzial, und wir arbeiten intensiv mit den Teams und der FIA an Weiterentwicklungen."

Vor allem sogenannte Delaminationen, also das Ablösen von Reifenteilen, sieht Cho kritisch: "Diese Kombination aus extremer Hitze und abrasivem Untergrund müssen wir in den Griff bekommen."

Ausblick: Neue Reifen in Entwicklung

Laut Hankook sind bereits mehrere Updates in Arbeit, allerdings müsse der richtige Zeitpunkt für deren Einführung gefunden werden. Ziel sei es, nicht stehenzubleiben - und spätestens 2026 gestärkt zurückzukehren. "Wir analysieren die Erkenntnisse aus Griechenland gründlich, um im nächsten Jahr mit einem besseren Produkt zurückzukehren", so Cho.

Motorsport-Total.com

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