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Rallye-WM: Bioantrieb predigen & Benzin verbrennen...

In der Rallye-ÖM gibt es Erdgas- und Bioethanol-Autos - in der WM jedoch nicht. OSK-Chef Dr. Hertz plädiert im Exklusivinterview für ein Umdenken.

Michael Noir Trawniczek
Fotos: FIA, motorline.cc

"Make cars green", heißt eine groß angelegte Kampagne des Automobilweltverbands FIA. Auch im Motorsport müsse man sich vermehrt dem Umweltfaktor widmen, erklärt FIA-Präsident Max Mosley in aller Regelmäßigkeit. In der FIA Rallye Weltmeisterschaft jedoch sucht man vergebens nach alternativen Antriebsarten, das Reglement erlaubt zurzeit lediglich Benzinmotoren...

Zugleich gibt es in der österreichischen Rallyestaatsmeisterschaft bereits drei verschiedene alternative Antriebsarten zu finden. Beppo Harrach feierte mit einem von Stohl Racing eingesetzten Erdgas-Mitsubishi den historischen ersten Sieg eines Gasboliden in der Rallye-ÖM.

Im Rahmen eines Exklusivinterviews mit motorline.cc erklärte Primarius Univ.-Prof. Dr. Harald Hertz, seines Zeichens Vorsitzender der Nationalen Sportkommission OSK: "Österreich ist auf diesem Gebiet ein Vorreiterland. Wir haben uns in der OSK Gedanken darüber gemacht, wie man umweltfreundliche Technologien auch in den Rallyesport Einzug halten lassen kann. Wir haben jetzt eben drei verschiedene Klassen - die Dieselklasse, die Gasautos und die E85, also die mit Ethanol betriebenen Autos für Österreich zugelassen, für Österreich homologiert. Es wäre schön, wenn das international Nachahmung finden würde."

Woran liegt es, dass im kleinen Österreich umgesetzt wird, was Präsident Max Mosley so leidenschaftlich predigt, während es auf der internationalen Bühne der Rallye-WM bislang keinerlei Anzeichen für eine "grüne Entwicklung" zu verfolgen gibt? In der Gerüchteküche heißt es, dass die mit der FIA kooperierenden Treibstoffkonzerne die grüne Entwicklung bremsen würden - zum Teil, weil sie auf dem Gebiet des Alternativantriebs noch wenig zu bieten hätten.

"Sponsoren wollen Benzin, kein Bioethanol"

Dr. Hertz bestätigt dies: "So ähnlich ist es. Es gibt sicherlich sehr viele Sponsoren, die in der Rallye-WM vertreten sind und dort großes Geld lassen - und die ihre eigenen Interessen vertreten. Diese heißen Benzin - und nicht Bioethanol. Daher wird das so gemacht."

Weil der Dachverband FIA zurzeit nur Benzinautos in der Rallye-WM zulässt, würden auch viele Länder keinen Willen verspüren, deren nationale Rallye-Meisterschaft für alternative Antriebsarten zu öffnen, sagt Dr. Hertz: "Viele andere Länder sind nicht so fortschrittlich wie Österreich und sagen: 'Was die FIA macht ist gut - und deshalb machen wir das auch.'"

"Alternativantrieb in der WM zulassen!"

Der OSK-Vorsitzende plädiert für ein Umdenken: "Es wäre wirklich an der Zeit, dass sich auch die FIA dazu durchringt, Bioethanol, Gas, Diesel oder was auch immer in der WM zuzulassen. Wenngleich auch - und da können wir, so glaube ich, einige Ideen liefern - die Gleichheit im Sinne des sportlichen Wettbewerbs gegeben sein muss. Sodass nicht eine Antriebsart wesentlich stärker ist als die andere. Da sind wir in Österreich zumindest mit Bioethanol so weit, dass wir die Autos mit Restriktoren ausrüsten lassen, sodass sie eine adäquate Performance wie die Benzinautos liefern können."

Das komplette Interview mit dem OSK-Vorsitzenden Primarius Univ.-Prof. Dr. Harald Hertz finden Sie demnächst auf motorline.cc.

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