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Rallye-ÖM: Castrol-Rallye

Thema: Was ist R4?

Alle reden darüber, Harrach und Stohl fahren damit – doch was ist R4? motorline.cc hat bei Stohl Racing-Cheftechniker Günther Aschacher nachgefragt.

Michael Noir Trawniczek
Foto: Daniel Fessl/www.motorline.cc

Das geflügelte Wort im Servicepark der Castrol-Rallye ist kurz und knackig und heißt „R4“.

Beppo Harrach fährt seinen Mitsubishi Lancer Evo 9 mit R4-Kit. Der Subaru Impreza WRX STi, den Manfred Stohl in Judenburg einem einmaligen Testeinsatz unterzieht, ist ebenfalls mit R4-Kit ausgerüstet.

Doch was ist R4? Was sind die konkreten Vorteile von R4? motorline.cc hat bei Stohl Racing-Cheftechniker Günther Aschacher nachgefragt…

Plastikfenster, Teile ausschneiden

Aschacher erklärt: „Das R4-Kit setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen. Es betrifft nicht nur einen Bereich am Fahrzeug. Man kann diverse Teile modifizieren, wie die Heckklappe oder die Motorhaube – hier kann man innen Teile herausschneiden. Die Seitenscheiben können aus Plastik sein, sie müssen dafür homologiert sein.“

Und: „Die Türen selbst kann man modifizieren, indem man die Querstreben rausnehmen und die Türen selbst innen größer ausschneiden kann – man braucht dann aber einen speziellen Schaum, mit dem die Türen innen ausgeschäumt werden, das muss auch von der FIA homologiert werden.“

Uniball-Gelenke

Besonders zum Tragen kommt R4 bei der Lenkung und Radaufhängung. Aschacher erklärt: „Die Achslenker zum Beispiel – dort hast du im Gruppe N-Auto normale Gummigelenke eingebaut – diese können mit R4 durch Uniball-Gelenke ersetzt werden.“

Was ist ein Uniball-Gelenk? Es ist eine Kugel in einer Art Pfanne, beides aus festem Material. Aschacher erklärt: „Bei einem Gummi-Gelenk hast du den Nachteil, dass es immer nachgibt, weil Gummi eben elastisch ist und es da immer ein gewisses Spiel gibt.“

Gerade bei der Lenkung strebt man jedoch ein möglichst direktes Ansprechverhalten an. Aschacher: „Bei einem Uniball-Gelenk hast du kein Spiel. Der Fahrer erhält so ein viel direkteres Feedback von der Lenkung. Das Auto ist damit viel exakter zu fahren - mit Gummi-Gelenken hingegen ist das vergleichsweise weich.“

Höheres Top Mount - mehr Federweg

Aschacher fügt hinzu: „Außerdem kann ein höheres Top Mount verwendet werden– das ist die Aufnahme, wo der Stoßdämpfer oben festgeschraubt wird. Du kannst es vier Zentimeter höher befestigen und hast dann entsprechend mehr Federweg.“

Während also ein herkömmliches Gruppe N-Auto „seriennah“ gebaut ist, können mit der R4-Homoloagtion zum Teil Rennbauteile eingesetzt werden.

Weniger Gewicht

Neben der direkten Lenkung sieht Günther Aschacher vor allem einen großen Vorteil an einem R4-Kit: „Der größte Gewinn ist das niedrigere Gewicht.“

Raimund Baumschlager sprach bei der Pressekonferenz zur Castrol-Rallye im Zusammenhang mit dem R4-Kit von Beppo Harrach von rund 40 Kilogramm. Wie viel Gewicht tatsächlich eingespart wird, ist jedoch unterschiedlich, weil auch die Homologationsgewichte der verschiedenen Fahrzeuge unterschiedlich sind.

Doch selbst wenn man vermeintlich nur noch wenig Gewicht reduzieren kann, ergibt sich ein Vorteil: Man liegt dann unter dem Gewichtslimit und kann den Rest mittels Gewichten ausgleichen. Diese werden dann so platziert, dass der Schwerpunkt des Fahrzeuges gesenkt wird.

Letzte Frage an Günther Aschacher: Ist ein R4 eher ein Gruppe N- oder schon eher ein Rennfahrzeug? Der Stohl Racing-Cheftechniker überlegt: „Ich würde sagen, es geht schon mehr in Richtung Rennfahrzeug.“

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