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Rallye-WM: Neuseeland

Loeb feiert dritten Sieg in Neuseeland

Nach der Stallorder mussten Loeb & Hirvonen nur noch ins Ziel fahren. Nach Tänak-Out rückten Stohl & Minor vor auf Platz zehn. Highlight: P3 auf Superspecial!

Michael Noir Trawniczek

Der abschließende Sonntag hat es noch einmal in sich – die Schleusen des Himmels öffneten sich, heftiger Regen sorgte für ein wahres Schlammbad auf den Prüfungen. Die Bedingungen wurden mit jedem Fahrer schlechter.

Die führenden Citroen-Piloten konnte das jedoch nicht in Gefahr bringen, denn Teamchef Yves Matton hat schon im Vorfeld der letzten Etappe den Auftrag gegeben, die Positionen zu halten.

Mit den immer schlechter werdenden Bedingungen hatten Fahrer wie der junge Thierry Neuville, der bei Quatar Citroen den Stammfahrer Nasser Al-Attiyah vertritt, eine realistische Chance auf eine Bestzeit. Prompt nutzte der junge Belgier diese Chance und markierte auf den Prüfungen 16 und 17 die schnellste Zeit.

Auf den beiden jeweils zwei Kilometer kurzen Asphalt-Superspecialprüfungen „Auckland Domain“ war jeweils Prodrive Mini-Pilot Dani Sordo der schnellste Mann.

Stohl mit Platz drei auf SP 19

Das absolute Highlight war jedoch die zweite Superspecial, SP 19! Denn Manfred Stohl und Ilka Minor konnten hinter Sordo und Weltmeister Loeb die sensationelle drittschnellste Zeit markieren.

Oftmals schreibt das Leben die besten Filme, die man sich so gar nicht in ein Drehbuch zu schreiben trauen würde: Denn bei der gleichzeitig stattfindenden Ypern-Rallye konnte Stohl Racing-Pilot Andi Aigner ebenfalls auf einer Superspecial-SP mit der drittschnellsten Zeit brillieren, inmitten der S2000-Phalanx.

Zurück zu Stohl: Dass er sich immer wohler im Auto fühlt, konnte man auch auf den langen Schotter-Prüfungen erkennen: Auf SP 17 etwa konnte Stohl als Zehntschnellster erneut Ken Block schlagen.

Nach den beiden Superspecial-Prüfungen standen noch drei Prüfungen auf dem Programm, die letzte davon als Powerstage mit zusätzlichen WM-Punkten.

Die SP „Puhoi“ konnte erneut Neuville als Schnellster beenden. Stohl und Minor lagen zu diesem Zeitpunkt immer noch auf Rang elf, im Vordergrund stand die Zielankunft, wie Stohl immer wieder betonte. Dass es doch noch einen WM-Punkt für Stohl geben könnte, damit rechnete zu diesem Zeitpunkt eigentlich niemand mehr…

Nach Tänak-Ausfall Platz zehn für Stohl/Minor

Doch dann passierte es: Der junge Este Ott Tänak überschlug sich in seinem M-Sport Ford Fiesta RS WRC nach sechs Kilometern der SP „Puhoi“, sowohl Fahrer als auch Beifahrer blieben unverletzt. Stohl und Minor rückten somit vor auf Platz zehn. Der Wiener erhält für seine mutige Entscheidung und seine exzellente Performance nach fünf Jahren Abstinenz in der Weltmeisterschaft einen WM-Punkt als verdiente Belohnung…

Danach markierte der auf Platz acht festgeklebte und nun auf Platz sieben vorgerückte Jari-Matti Latvala die Bestzeit auf der vorletzten Prüfung, quasi als „Aufwärmübung“ für die abschließende Powerstage, die der Ford-Pilot dann auch tatsächlich für sich entscheiden konnte. Die restlichen Zusatzpunkte schnappten sich Petter Solberg und Sebastien Loeb.

Doppelsieg auf dem Silbertablett

Loeb kann somit den dritten Sieg bei der Neuseeland-Rallye feiern, Mikko Hirvonen rundet als zweiter den Erfolg für Citroen ab. Wieder einmal wurde den Franzosen von den Ford-Piloten ein Doppelsieg auf dem Silbertablett präsentiert, wieder einmal sorgten die Ford-Piloten eigenhändig dafür, dass der Erfolg auch sicher an die Franzosen geht. Latvala flog einmal mehr von der Strecke, Solberg lud sich mit einer riskanten und unlogischen Reifenwahl viel Rückstand auf, sodass er am Ende wieder einmal Schadenbegrenzung betreiben musste, was ihm, immerhin, mit Platz drei auch gelang.

Evgeny Novikov im einzigen verbliebenen M-Sport Ford beendete die Rallye auf Platz vier, dahinter belegten Neuville, Sordo, Latvala, Mini Portugal-Pilot Armindo Araujo, Monster Ford-Ikone Ken Block und Manfred Stohl die restlichen Punkteränge.

Das einmalige Comeback des bislang bestplatzierten Österreichers in der Rallye-Weltmeisterschaft war ein voller Erfolg, Manfred Stohl behielt – sicher auch dank Ilka Minor - die Ruhe, konzentrierte sich auf das Ziel, nämlich die Zielankunft und holte am Ende sogar noch einen WM-Punkt, womit er sich in die WRC-Tabelle 2012 eintrug. Viel besser hätte das Abenteuer Neuseeland für das Austro-Duo nicht ausgehen können…

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