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ORM: Lavanttal-Rallye

Das Geißlein und die sieben Wölfe

Raimund Baumschlager ist bei der Lavanttal-Rallye wieder der Gejagte. Seine Jäger heißen Grössing, Neubauer, Brugger und diesmal auch Danzinger…

Die Lavanttal-Rallye 2014 powered by car4you ist das unumstrittene Zugpferd für die Piloten. Mit 122 angemeldeten Teams aus zehn Nationen kann der dritte Staatsmeisterschaftslauf im Raum Wolfsberg am 11./12. April auf ein gewaltiges Starterfeld verweisen. Noch erfreulicher freilich ist die Tatsache, dass dabei nicht nur die Quantität, sondern vor allem auch die Qualität stimmt.

In der Königsdisziplin, der Division I, tummeln sich mit neun S2000- und einem R5-Boliden zehn Autos, die der stärksten Generation in der momentanen Rallye-Szene zuzurechnen sind. Staatsmeister Raimund Baumschlager sitzt in einem davon (Skoda Fabia) und weiß spätestens seit der Rebenland-Rallye vor drei Wochen, wo Gerwald Grössing bis kurz vor Schluss geführt hat, dass seine Verfolger immer näher rücken. „Aber das ist okay so“, begrüßt der elffache Champion diese Entwicklung, „der Meisterschaft und unserem Sport im allgemeinen kann nichts besseres passieren, als wenn es so viele Sieganwärter wie nur möglich gibt.“

„Die Zeit, als es nur darum ging, wer hinter dem Raimund Zweiter wird, ist vorbei“, gibt vor allem der Niederösterreicher Gerwald Grössing den talentierten Sprecher einer imaginären „IG Baumschlager wir kriegen dich“. Tatsächlich scheint der Vize-Staatsmeister mit seinem Ford Fiesta R5 ein wirksames Mittel gegen den Seriensieger gefunden zu haben. Zumindest solange er diesen nicht wie zuletzt wegwirft. Grössing: „Wichtig ist, nachher zu wissen, warum man abgeflogen ist. Und ich weiß den Fehler. Wir sind im Kopf stärker als wir es je waren und werden daher im Lavanttal um keine einzige Zehntelsekunde langsamer unterwegs sein als zuletzt im Rebenland. Und ich denke, dass mit Hermann Neubauer ein weiterer sehr starker Mann vorne mitmischen wird.“ Neben Grössing und dem schnellen Salzburger im Ford Fiesta S2000 haben in Kärnten aber noch zumindest fünf andere „Wölfe“ Appetit auf „Geißlein“ Baumschlager.

Mario Saibel geht mit neuem Setup an seinem Skoda Fabia S2000 ins Rennen. Dem 18-jährigen Chris Brugger (Baumschlager: „Das momentan größte Rallye-Talent in Österreich“) ist jede Überraschung zuzutrauen, wenn er seinen Skoda S2000 auf der Straße halten kann. Hannes Danzinger sitzt erstmals in einem Peugeot S2000. Wer den einstigen 2WD-Meister aus Böheimkirchen aber kennt, weiß, dass er seine Arbeitsgeräte, welches immer das auch ist, stets grenzenlos auszureizen versteht.

„Der Peugeot ist sicher ein Siegerfahrzeug. Schau’n wir mal, wie schnell ich mich an ihn gewöhnen kann.“ Ein schnelles Duo kommt aus Deutschland. Manuel Kössler überraschte zuletzt im Rebenland mit seinem Subaru Impreza R4. Der ehemalige österreichische Suzuki-Cup-Gesamtsieger ließ dort einige S2000-Autos hinter sich, wurde Gesamt-Zweiter und hat Blut geleckt. „In Wolfsberg wollen wir dort anschließen, wo wir in Leutschach aufgehört haben, auch wenn es wahrscheinlich ungleich schwieriger werden wird.“ Eine ähnlich gute Performance wie Kössler ist auch dessen Landsmann Sandro Wallenwein zuzutrauen. Der dreifache deutsche Rallye-Vizestaatsmeister sitzt ebenfalls in einem Subaru R4.

Das angriffslustige Rudel wird noch ergänzt durch die mit zumindest Top-ten-Chancen behafteten Tschechen Robert Adolf und Jiri Tosovsky, den Russen Dmitry Biryukov oder den Niederösterreicher Walter Mayer. Sie alle pilotieren in Kärnten ebenfalls S2000-Boliden – und bestätigen damit in weiterer Folge das, was Sprachrohr Gerwald Grössing zu Recht behauptet: „Was wir derzeit in Österreich bieten, ist allerfeinste Ware!“

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