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ORM: Rebenland-Rallye

Großartiges Starterfeld beim Saisonauftakt im Rebenland

Nahezu die gesamte heimische Rallye-Elite tritt in der großen Division an – neben Neubauer, Baumschlager und Grössing auch Andi Aigner im R5.

Fotos: Daniel Fessl, Harald Illmer

Eine wahre Ansammlung an motorischer Höchstleistung wartet bei der Rebenland-Rallye 2017 auf die Fans in der Königsklasse ORM. Hier der regierende Staatsmeister Hermann Neubauer sowie der siegeshungrige Niederösterreicher Gerwald Grössing und überraschend auch der Oberösterreicher Gerhard Aigner in ihren Ford Fiesta WRC‘s, da eine Heerschar von gleich elf Piloten, die versuchen werden, mit ihren bärenstarken R5-Boliden die Favoriten ins Wanken zu bringen.

Der Salzburger Champion Hermann Neubauer ist auf den Fight vorbereitet. „Ich werde wie letztes Jahr versuchen, das Ganze mit der nötigen inneren Ruhe anzugehen. Letztes Jahr habe ich hier in Leutschach meinen ersten Staatsmeisterschaftslauf gewonnen und damit den Grundstein zum Titel gelegt. Heuer habe ich den Eindruck, dass wir vielleicht sogar noch besser aufgestellt sind als in der vergangenen Saison.“

Gerwald Grössing kommt mit einer neuen Beifahrerin ins Rebenland. Weil Stamm-Copilot Sigi Schwarz wegen Umbauarbeiten in seinem Hotel unabkömmlich ist, wird Josefine „Josy“ Corinn Beinke an Grössings Seite Platz nehmen. Die 24-jährige Deutsche saß bereits mit 15 Jahren im Rallye-Cockpit ihres Vaters. Zu ihren größten Erfolgen zählt ein vierter Platz in der Junior World Championship bei der Rallye Deutschland. Zudem bestritt sie vor sieben Jahren die IRC-Rallye in Zypern mit dem Österreicher Franz Wittmann.

Als absolute Überraschung darf die Nennung von Gerhard Aigner mit einem Ford Fiesta WRC gesehen werden. Der Oberösterreicher dazu: „Wir haben beschlossen, heuer weniger Rallyes zu fahren, dafür aber in einem g‘scheiten Auto. Das WRC stammt von einem italienischen Team.“ Die Erwartungen schraubt der Vorchdorfer völlig herunter. „Ich hab‘ das WRC noch keinen Meter bewegt. Wir steigen bei der Rebenland-Rallye in das Auto ein und fahren drauf los, so gesehen kann ich also gar nix sagen. Ich freue mich einfach nur, einmal in so einem Gerät zu sitzen.“

Mit einem neuen Copiloten kreuzt auch Raimund Baumschlager in der heurigen Saison auf, womit wir im glamourös besetzten Feld der R5-Piloten wären. Der 13-fache Staatsmeister hört im Rebenland ebenfalls auf deutsche Kommandos. Der Bayer Pirmin Winklhofer ersetzt den jahrelangen Baumschlager-Co Thomas Zeltner, der letztes Jahr seinen Abschied bekanntgab. Baumschlager: „Pirmin ist ein ausgezeichneter und verlässlicher Beifahrer. Wir kennen uns sehr gut, sind schon 2015 im Wechselland bei der Premiere des Skoda Fabia R5 miteinander gefahren.“ Für die Meisterschaft sieht er die WRC - insbesondere Hermann Neubauer - wieder im Vorteil: „Wenn alles normal läuft, wird er wohl wieder nicht zu halten sein. Ich habe im letzten Jahr wirklich sehr viel riskiert und bin nicht an ihn rangekommen.“ Für 2017 schmiedet der Oberösterreicher keine fixen Pläne. „Ich denke nur von Rallye zu Rallye.“ Zumal gar nicht sicher ist, ob er überhaupt bei allen sieben Staatsmeisterschaftsläufen dabei sein kann. „Wir sind heuer mit meinem Rennstall BRR so ausgelastet, dass ich momentan gar nicht sagen kann, ob ich immer Zeit bzw. überhaupt das Equipment für einen Start zur Verfügung habe.“ Von den bisherigen fünf Rebenland-Rallyes hat Raimund Baumschlager vier gewonnen.

Ebenfalls in einem Skoda Fabia R5 aus der Baumschlager-Schmiede sitzt Christian Schuberth-Mrlik. Und wie sein Teamchef, dem er 2016 im Waldviertel bis zur letzten Sonderprüfung alles abverlangt hat, hat auch er deutsche Begleitung im Auto. Jasmin Kramer, die vergangenes Jahr noch Jasmin Noll hieß, hat ausreichend Österreich-Erfahrung und lotste Schubert-Mrlik beim letzten Saisonfinale in Grafenegg auf Platz zwei.

Mit Skoda-Power steht in der Südsteiermark auch ein WM-erfahrenes Top-Duo am Start. Ex-PWRC-Welt- und Europameister Andreas Aigner vertraut in seiner steirischen Heimat auf die Ansage von Ilka Minor. Ein hochinteressanter Mann kommt aus Deutschland. Junioren-Europameister Marijan Griebel sitzt in einem von BRR betreuten Skoda Fabia R5 und benützt die Rebenland-Rallye, um sich auf den zwei Wochen später stattfindenden EM-Auftakt auf den Azoren einzustimmen. Griebels deutscher Landsmann Thomas Wallenwein besiegelt die Skoda-R5-Armada in Leutschach.

Die WRC-Verfolger-Gruppe in den Ford Fiesta R5 führt Niki Mayr-Melnhof an. Der Steirer hat schon mehrmals seinen enormen Speed bewiesen, fuhr vergangenes Jahr im Rebenland lange Zeit vorne mit, ehe er sich durch einen Fahrfehler um den Lohn seiner bis dahin sehr guten Arbeit brachte. Das Ziel, die Spitzengruppe ein wenig zu ärgern, hat auch der Oberösterreicher Gerald Rigler in einem Fiesta R5 von ZM Racing, dem Meister-Stall von Hermann Neubauer. Aus Ungarn kommen die Ford-Fiesta-R5-Piloten Laszlo Bodolai und Andras Hadik, aus der Slowakei Vlastimil Majercak.

Unverwüstlich, aber immer wieder gern gesehen ist Walter Mayer. Der 69-jährige Gießhübler ist der älteste Fahrer im Feld, gibt seinem Peugeot 208 R5 aber immer noch kräftig die Sporen.

Die Österreicher Hans Peter Haid und Peter Ölsinger versuchen ihr Glück ebenso in einem Mitsubishi Evo X wie der Tscheche Jiri Pertlicek. Ebenso im Evo X ist der Deutsche Hermann Gaßner, der vor allem um Punkte im Mitropacup fährt, immer wieder für schnelle Zeiten gut.

Im Aufgebot der stärksten Gruppe stehen aus rotweißroter Sicht noch der Steirer Franz Kohlhofer und der Kärntner Norbert Liebert mit ihren Mitsubishis Evo IX sowie der Oberösterreicher Robert Zitta und der Niederösterreicher Hermann Haslauer mit jeweils einem Subaru WRX. Aus ausländischer Sicht sind noch der für Kroatien startende Ungar Krisztian Hideg und der Tscheche Josef Denes (beide Mitsubishi Evo IX) zu beachten.

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