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ORM: Wurde die Wechselland-Rallye gekickt?

Wurde die Wechselland-Rallye gekickt?

Hat die Jännerrallye mit einer Nenngeld-Kooperation die Wechselland-Rallye ins Off gekickt? Wir haben bei Geschäftsführer Georg Höfer nachgefragt...

Michael Noir Trawniczek
Foto: privat

Mit großem Bedauern musste die heimische Rallye-Szene die Absage der Wechseland-Rallye zur Kenntnis nehmen - eine Rallye, die in dieser Form seit 1996 durchgehend als Lauf zur Österreichischen Rallye Staatsmeisterschaft (ORM) abgehalten wurde.

Wegen der immer kleiner werdenden ORM-Starterfelder bemühte sich die Wechselland-Rallye um die gleichzeitige Abhaltung eines Laufs zur Austrian Rallye Challenge (ARC) - ohne Erfolg. Dafür jedoch fährt die ARC im Ausland, im Rahmen der slowenischen Rallye Vipavska dolina - etwas mehr als 350 Kilometer südlich von Pinggau entfernt. Angesichts der Prämisse der ARC, möglichst kompakte, kostengünstige Rallyes anzubieten, nicht für alle Mitglieder der Rallye-Szene nachvollziehbar. Wechselland-Veranstalter Willi Stengg schüttelte in einem Interview mit motorline.cc (siehe Navigation rechts) den Kopf: „Man hätte bei uns fahren können anstatt im Ausland. Leichter fiel mir die Absage immer wenn ich an die Aussage eines Veranstalters einer ARC-Rallye dachte, der genau zu unserer Anfrage meinte, die ARC sei nicht für Wünsche der ORM-Veranstalter zuständig...“

Doch auch innerhalb der IG Rallye, der Interessensgemeinschaft der ORM-Veranstalter, scheint es noch immer nicht opportun zu sein, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. So hat die Jännerrallye nicht nur mit einer großartigen Auftakt-Veranstaltung zur ORM geglänzt, sondern bei manchen auch für Kopfschütteln gesorgt: Eine Nenngeld-Kooperation mit der tschechischen Rally Cesky Krumlov wurde als „Regional Rally Cup“ (mit nur zwei Rallyes) angepriesen - wovon sich der Veranstalter mehr tscheschiche Teams versprach, tatsächlich kamen deren zwei. Dafür jedoch sollen zwischen zehn und 15 österreichische Teams bei der Cesky Krumlov an den Start gehen. Kleiner Schönheitsfehler: Die Cesky Krumlov findet am exakt gleichen Termin statt, an dem die Wechselland-Rallye vorgesehen war.

Für Außenstehende ergibt sich das unschöne Bild, wonach dies der endgültige Todesstoß für die um jeden Starter kämpfende Wechselland-Rallye gewesen sein könnte. Verstärkt wurde dieser Eindruck, als offenbar geplant wurde, der Cesky Krumlov einen ORM-Status zu verleihen, was jedoch von der Mehrheit der ORM-Veranstalter via Rundschreiben abgelehnt worden sein soll. Wie auch immer: Man könnte glauben, eine ORM-Rallye habe die andere quasi ins Off gekickt...

motorline.cc hat bei Georg Höfer, dem Geschäftsführer der Jännerrallye nachgefragt. Höfer erklärt, es sei nicht die Absicht der Jännerrallye gewesen, die Wechselland-Rallye zu torpedieren: „Diese Idee der Kooperation mit der Cesky Krumlov entstand bereits Anfang 2019 und wurde im Sommer konkreter. Mitte September gab es den Termin der Cesky Krumlov - da war noch nicht klar, wann die Wechselland-Rallye stattfinden wird.“

Im Oktober habe man dann Kontakt mit Stengg aufgenommen: „Wir haben ihm gesagt, dass es diese Kooperation gibt und dass wir ihm raten würden, einen Ausweichtermin anzustreben. Daraufhin hat Willi gemeint: ‚Wir werden uns gegenseitg nichts wegnehmen‘.“

Willi Stengg dementiert das vehement: „Warum sollte ich das gesagt haben? Wo ich doch um jedes einzelne Team gekämpft habe! Mich hat niemand kontaktiert und schon gar nicht informiert. Mag schon sein, dass es im Rahmen einer Sitzung des Rallye-Kollegiums im Oktober zur Sprache kam, dass es eine Kooperation geben würde. Jedoch sind zu diesem Zeitpunkt die Termine der Auslandsrallyes oft noch gar nicht publik und ich habe auch nicht alle Auslands-Termine im Kopf. Konkret angesprochen hat mich jedenfalls niemand.“ In einem motorline.cc vorliegenden Protokoll der Kollegiums-Sitzung vom 28. Oktober 2019 wird die Kooperation mit keinem Wort erwähnt - schon gar nicht ein „Regional Rally Cup“ mit nur zwei Veranstaltungen...

„Wir bewegen was“ lautet der Slogan der IG Rallye. Es stellt sich die Frage, was genau wo hin bewegt werden soll? Übrig bleibt eigentlich nur die Hoffnung, dass nichts gegen die sprichwörtliche Wand bewegt wird. Etwas mehr Einigkeit würde den ORM-Veranstaltern gerade in Zeiten wie diesen jedenfalls guttun...

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