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Sebastien Ogier: Toyota hat sich von Anfang an richtig angefühlt Rallye-Weltmeister 2020: Sebastien Ogier (re.) und Beifahrer Julien Ingrassia
Motorsport Images

Sebastien Ogier: Toyota hat sich von Anfang an richtig angefühlt

In seiner ersten Toyota-Saison hat Sebastien Ogier allen voran gegen Teamkollege Elfyn Evans seinen siebten WRC-Titel eingefahren - Rück- und Ausblick

Dass Sebastien Ogier den siebten Titelgewinn in seiner Karriere in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) nicht ganz so überschwänglich feiert wie die vorherigen, hatte er bereits direkt nach dem Titelgewinn vor wenigen Tagen bei der Monza-Rallye verlauten lassen. Dennoch ist Ogier stolz, sich in der für lange Zeit unterbrochenen Saison 2020 durchgesetzt zu haben.

"Aufgrund der Pandemie hatten wir es mit einem ganz anderen Kalender als erwartet zu tun", verweist Ogier auf die auch für die Rallye-WM ungewöhnliche Saison und gibt zu: "Es fühlte sich irgendwie gar nicht so richtig wie eine Weltmeisterschaft an. Wir konnten nichts anderes tun als einfach Rallye für Rallye und Wertungsprüfung für Wertungsprüfung unser Bestes zu geben. Wir wussten ja nicht, was als Nächstes kommen würde."

Letzten Endes fanden in der WRC-Saison 2020 nur sieben statt ursprünglich geplanter 14 Rallyes statt. Den Titel errang Ogier beim Finale in Monza, wo er den WM-Kampf trotz 14 Punkten Rückstand auf seinen Toyota-Teamkollegen Elfyn Evans noch gedreht hat, um seinen siebten WRC-Titel in acht Jahren mit acht Punkten Vorsprung sicherzustellen.

Ogier erinnert sich an begeisterten Empfang in Japan

Den teaminternen Zweikampf bei Toyota mit Evans bezeichnet Ogier als "sehr herausfordernd, aber sehr fair". Dass es statt des erwarteten Dreikampfs zwischen ihm selbst, Titelverteidiger Ott Tänak (von Toyota zu Hyundai gewechselt) und Hyundai-Routinier Thierry Neuville letztlich ein Vierkampf wurde, in dem Evans lange Zeit die Oberhand hatte, freut Ogier: "Das ist doch genau das, was sich die Fans wünschen. Je mehr Spannung, desto besser."

Toyota, wo Ogier in seiner ersten Saison direkt den Titel eingefahren hat, ist für den Franzosen nach Volkswagen und dem Ford-Kundenteam M-Sport bereits das dritte Team, mit dem er Rallye-Weltmeister geworden ist. "Die Kulturen sind unterschiedlich, aber die Arbeitsweisen sind doch sehr ähnlich", vergleicht Ogier, der in seiner WRC-Karriere außerdem noch für Citroen fuhr.

Gerade die japanische Kultur im Toyota-Team hat sich für Ogier von Beginn an richtig und passend angefühlt, wie er herausstellt. "Als wir im Januar zum ersten Mal nach Japan reisten, wurden wir direkt mit offenen Armen und jeder Menge Herzlichkeit empfangen", erinnert sich der Franzose, spricht damit auch für seinen Beifahrer und Landsmann Julien Ingrassia, und sagt: "Umso mehr freuen wir uns natürlich jetzt, ihnen diesen Titel gebracht zu haben."

Und apropos Julien Ingrassia: Der langjährige Ogier-Beifahrer ließ es sich nicht nehmen, am Freitag bei der Zoom-PK anlässlich der virtuellen FIA-Gala auch zu Hause einen hellblauen Anzug und einen weißes Hemd anzulegen. Im Hintergrund prangten blaue Vorhänge. Dabei bediente sich Ingrassia allerdings eines Tricks in Form eines Greenscreens ...

Ogier begrüßt Entscheidung für Latvala als neuen Teamchef

In der WRC-Saison 2021, die bereits in wenigen Wochen (21. bis 24. Januar) mit der Rallye Monte Carlo beginnt, setzt Toyota abermals auf Ogier, Evans und die beiden Youngster Kalle Rovanperä und Takamoto Katsuta als Fahrer. Die Teamführung aber ist neu. Wie am Freitag bekanntgegeben wurde, übernimmt Jari-Matti Latvala den Posten des Toyota-Teamchefs von Tommi Mäkinen.

Mit 209 bestrittenen WRC-Läufen ist Latvala in der Geschichte der Rallye-WM derjenige mit der größten fahrerischen Erfahrung. Zum WM-Titel hat es für den Finnen nie gereicht, aber der Wert, den er als Teamchef bei Toyota einbringen kann, steht für Ogier schon jetzt außer Frage.

"Es gibt wohl niemanden, der die Leidenschaft für die WRC besser verkörpert als er. Ich bin sicher, dass er all seine Energie in seinen neuen Job kanalisieren wird. Ich kenne ihn sehr gut und freue mich auf die neue Saison", so Ogier über Latvala, der nach vielen Jahren als direkter Konkurrent auf den Pisten künftig also sein Boss sein wird.

Motorsport-Total.com

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