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Rallye Kisvaszar: Gelungener Re-Start für Landa
Foto: Dudas Endre, www.duen.hu

Platz 3 nach Highspeed-Spin auf SP1!

Nach Corona-bedingter dreimonatiger Pause wurde in Kisvaszar bei Pécs erstmals wieder eine Rallye in Europa gestartet und das DriftCompany Rally Team war mitten drin.

Beide Nikis – Nikolai Landa und Niki Mayr-Melnhof – fassten den Entschluss, den Restart der Rallyesaison auch als Vorbereitung für den Start der ERC (Rally di Roma Capitale 24-26.7.2020) zu nutzen. Erstmals waren beide Fords von Beppo Harrachs Drift Company Rally Team am Start.
„Die lange Pause wurde genutzt, um unseren Ford Fiesta R2T19 zum Ford Fiesta Rally4 umzubauen. Die größte Änderung betraf das Motormanagement und die Getriebeabstufung. Ich selbst konzentrierte mich auf mein Studium und meine körperliche Fitness. Wir sind bereit!“, so Nikolai Landa auf die Frage, wie das lange Warten überbrückt wurde.

Am Freitag vor der Rallye fand noch ein Test auf gesperrter Strecke statt. Für Landa, der bis dato nur auf Schotter trainierte, war dies die Gelegenheit, erstmals auch auf Asphalt zu testen. Zum Test selbst fanden sich ca. 10 Topteams ein. Organisation und Ablauf waren bestens geplant, selbst Zuschauer waren schon dabei. Landa dazu: „Wir gewöhnten uns sehr schnell wieder an den Speed und konnten die Chance nutzen, um verschiedene Fahrwerks- und Bremsbalanceveränderungen zu probieren. Für mich ist das alles noch Neuland und mir fehlt die Erfahrung dazu. Aber es ging hauptsächlich darum, Veränderungen zu spüren und zu verstehen. Das war eine sehr gute und wertvolle Erfahrung für mich.“

Sonntags wurde die Rallye gestartet. Die Rallye selbst bestand aus einer Prüfung, die dreimal rauf und dreimal runter gefahren wurde. Sehr schnell, sehr eng, sehr viel Wald. Die schnellsten R5 fuhren gegen Ende einen Schnitt von knapp 130 km/h. Die Devise war: man muss niemanden etwas beweisen, es wird als Test gesehen, das Auto muss heil bleiben, der Fokus liegt auf den drei geplanten ERC-Läufen. Und wieder einmal war die ungarische Elite in der Klasse R5 und in der Klasse R2, auf Neudeutsch Rally2 und Rally4, am Start. Für beide Nikis eine Standortbestimmung unter der Prämisse, es ist und bleibt ein Test! Aber sag das einmal einen Fahrer, sobald dieser seinen Helm aufhat!

Auf SP1 folgte nach drei Kilometer ein Dreher bei 120 km/h. Eigentlich in einer langen Linkskurve. Warum Landa/Landa auf der Straße blieben und keinen Kratzer hatten, weiß keiner. Allerdings stand man gegen die Fahrtrichtung und die erste Übung vom Freitagstest konnte erfolgreich angewandt werden: U-Turn.

Copilot und Vater im O-Ton: „Am Start sprachen wir noch darüber, dass wir den Schrieb überprüfen, schnell fahren, aber nichts riskieren wollten. 3-2-1 Go! Und der Bub fährt los, als gäbe es kein Morgen mehr. Ich war vom Tempo so überrascht, dass ich drei Kurven brauchte, um das richtige Timing zu finden. Entweder Bestzeit oder… das Resultat ist auf einigen Videos zu sehen. Es war wirklich ein Wunder, dass wir auf der Straße blieben.“ Die Prüfung wurde mit Respekt zu Ende gefahren, der Rückstand war angesichts des Zeitverlusts von 30 Sekunden nicht dramatisch.

Nikolai Landa dazu: „Die Rallye ist wirklich schnell und sehr eng, teilweise gerade mal 2,5 Meter breit. Jeder Fehler wird hier sofort abgestraft. Wir kamen in einer L6 etwas zu weit auf das Bankett, da ich mich für die folgende L5 mit Cutsperre vorbereiten wollte. Ein paar Sekunden konnte ich mit Gas den Drift halten, dann war es aber aus und wir drehten uns um 180 Grad. Beide dachten wir schon, dass wir nun rücklings in die Bäume einschlagen werden.“

Auf der nächsten Prüfung konnte man von den Schrecksekunden nichts mehr wahrnehmen und die Zeiten waren ansehnlich: Unter einer Sekunde am Kilometer hinter Péter Ranga und Martin László. Nach der Mittagspause wurde die Fahrtrichtung umgedreht und Landa konnte erstmals mit zwei Top 2 Zeiten aufhorchen lassen. Die letzte Prüfung wurde wegen massiven Hagels und Flucht der Zuschauer aus dem Wald abgesagt. Nikolai Landa konnte sich nach dem Dreher von Platz 37 auf Platz 20 vorarbeiten und wurde Dritter in der Klasse.

Landa abschließend: „Asphalt war vorher noch nicht mein bevorzugtes Terrain, aber wir haben bei dieser Rallye einen großen Schritt nach vorne gemacht. Ich bin wirklich froh, dass der Dreher so glimpflich ausgegangen ist. Am meisten freut es mich, dass ich den Fehler sofort analysieren und somit schubladisieren konnte. Damit war mein Kopf frei und ich konnte mein Tempo wieder gehen. Damals, in meiner ersten Saison, wär’s das gewesen und ich hätte die ganze Rallye abhaken können. Vor dem ERC Lauf in Rom haben wir noch die Rallye Velenje in Slowenien eingeschoben. Hier gilt es auch die Nerven zu bewahren, das Auto wird schon eine Woche später auf die Reise geschickt.“

„Ich bin sehr glücklich, dass unsere Sponsoren und Förderer uns auch in dieser Krise treu geblieben sind. Ich möchte mich hier bei ihnen und natürlich bei meiner Familie, bei Beppo Harrach sowie bei den Mechanikern DriftCompany wirklich auf das Herzlichste bedanken!“

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