RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Blaufränkischland-Rallye: Maßstab für Veranstalter?
Blaufränkischland-Rallye

Blaufränkischland als Maßstab für Österreichs Veranstalter?

Endlich wieder Rallye! Georg Gschwandner und dem MCL68 gebührt großer Applaus - doch darf man die anderen Veranstalter an deren Leistung 1:1 messen?

Noir Trawniczek

Eine wunderbare Aufbruchstimmung macht sich in der heimischen Rallye-Szene breit - zumindest unter optimistischen Fans ist man überzeugt, dass nach der großartigen Leistung von Blaufränkischland-Rallye-Mastermind Georg Gschwandner und seinem MCL68-Team der Bann gebrochen, der gordische Knoten zerschlagen worden sei und wir trotz weiterhin bestehender Coronavirus-Pandemie quasi kurz vor der Rückkehr in die „Rallye-Normalität“ stehen würden. Schließlich ist es für Außenstehende naheliegend, zu sagen: „Was der MCL68 zustandebrachte, sollte auch für andere Veranstalter möglich sein“...

Doch Vorsicht! Nicht jede Rallye hat die gleichen Voraussetzungen - diese sind vielmehr bei jeder einzelnen Rallye völlig individuell gestaltet. Es wäre unfair, die anderen Rallye-Veranstalter im Maßstab 1:1 an der Leistung der Blaufränkischland-Rallye zu messen. Georg Gschwandner hat im Vorjahr in der Region Deutschkreutz quasi „braches Land“ entdeckt - der dortige Wein-Tourismus litt schon vor der Pandemie an den Möglichkeiten des modernen Lebens, etwa unter globalen Billigsturlaubsangeboten und dergleichen - so war die neue Rallye im Vorjahr ein klassischer Win/Win-Deal, weil mit ihr auch der regionale Tourismus zu neuem Leben kam.

Der auf die Menschen zugehende Georg Geschwandner konnte damit sehr wohl eine Art „Blaupause“ liefern, denn die Kommunikation mit der Region wird beim Veranstalten von Rallyes tatsächlich immer mehr von großer Bedeutung sein. So dürfte sich der lokale Tourimus dann auch für eine weitere Ausgabe der Veranstaltung auch unter Covid19 und auch mit dem von den ansonsten wohlwollenden Behörden verlangten Zuschauerverbot ausgesprochen haben...

Allerdings gibt es Rallyes, die ohne Zuschauer gar nicht abgehalten werden könnten - die Gründe dafür sind mannigfaltig. Gerade traditionelle Rallyes pflegen oftmals eine Art Tauschgeschäft: Die lokalen Feuerwehren bieten die Mithilfe ihrer Mitglieder an, etwa um als Helfer oder Streckenposten zu arbeiten - dafür können die Feuerwehren das Publikum mit Speis und Trank erquicken und damit ihre Vereinskassen aufpeppen. Bei der Blaufränkischland-Rallye haben von Anfang an die rallye-infizierten MCL68-Mitglieder mit angepackt, auch sind die Sonderprüfungen im Vergleich zu ORM-Rallyes wesentlich kürzer und daher weniger Personal zu deren Absicherung nötig.

Groß-Events wie die Jännerrallye wiederum würden sich schwer damit tun, die Fans von dem Event auszuschließen bzw. den Behörden eine zuschauerfreie Rallye garantieren zu können. Auch die Rallye St. Veit hält wenig von einem Zuschauerverbot - lautstarke Renn-Action auf der mitten in der Stadt gelegenen Pferderennbahn bei gleichzeitigem Ausschluss von Fans sei so gut wie undenkbar, sagt Michael Uschan vom Orga-Team, zudem habe sich der Bier-Hauptsponsor entschieden gegen den Ausschluss von Fans ausgesprochen, schließlich sei gerade das Gesellige, auch das gemeinsame Abfeiern von Rallye-Legenden attraktiv, um die Marke zu bewerben...

Wie also geht es nun mit dem heimischen Rallyesport weiter? Wann steigt die nächste ARC-, wann die nächste ORM-Rallye? Die Antworten auf diese Fragen finden Sie hier

News aus anderen Motorline-Channels:

Blaufränkischland-Rallye: Maßstab für Veranstalter?

Weitere Artikel:

Ford kehrt 2028 als Werksteam in die Rallye-Weltmeisterschaft zurück: Gemeinsam mit M-Sport plant der Konzern zudem ein neues WRC-Auto für 2029

ORM- & ORM2-Champions dabei

Comeback der 3 Städte Rallye

Beim Comeback der 3 Städte Rallye (8. bis 10. Oktober) sind Österreichs zurzeit erfolgreichen Fahrer und Teams am Start, darunter die beiden Staatsmeister Neubauer und Zellhofer.

Albert von Thurn und Taxis/Jara Hain beim 8. Lauf zum Mitropa Rally Cup 2026 mit Start-Ziel-Sieg in Slowenien. Rino Muradore/Cristina Delbello (ITA) siegen in der Wertung für historische Fahrzeuge.

Die FIA plant eine Änderung beim Turbobegrenzer, damit die neuen WRC27-Autos und Rally2-Kit-Fahrzeuge künftig einen klaren Leistungsvorteil haben

Die Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) wächst 2027 auf 15 Läufe an: Mit den USA und Großbritannien kehren zwei Traditionsmärkte zurück