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WRC Rallye Estland: Rovanperä wird jüngster WRC-Sieger Kalle Rovanperä im Toyota Yaris WRC bei der Rallye Estland 2021
Motorsport Images

WRC Rallye Estland 2021: Kalle Rovanperä wird jüngster WRC-Sieger

Kalle Rovanperä gewinnt die Rallye Estland und wird damit zum jüngsten Sieger in der WRC-Geschichte - Sebastien Ogier baut WM-Führung aus

Toyota-Pilot Kalle Rovanperä hat am Sonntag die Rallye Estland, siebter Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) gewonnen. Für den Finnen ist es der erste Sieg in der Rallye-WM. Mit einem Alter von 20 Jahren und 291 Tagen ist Rovanperä der jüngste Sieger in der Geschichte der WRC.

Bisheriger Rekordhalter war sein heutiger Teamchef Jari-Matti Latvala, der 2008 bei seinem ersten WRC-Sieg bei der Rallye Schweden 22 Jahre und 313 Tage alt war. Zudem sind die Rovanperäs nun die erste Familie, die zwei WRC-Sieger stellt. 2001 hatte Kalles Vater Harri die Rallye Schweden gewonnen.

Im Ziel der Rallye hatte Rovanperä nach 24 Wertungsprüfungen (WP) über eine Gesamtdistanz von 314,16 Kilometer einen Vorsprung von 59,9 Sekunden auf Craig Breen (Hyundai). Dritter wurde mit Thierry Neuville ein weiterer Hyundai-Pilot. Der Belgier hatte 1:12,4 Minuten Rückstand auf Rovanperä.

Lokalmatador Ott Tänak wirft Siegchance früh weg

Als Vierter verpasste der WM-Führende Sebastien Ogier (Toyota) zwar das Podium. Seinen ersten Verfolger in der Meisterschaft, Teamkollege Elfyn Evans, ließ der siebenmalige WRC-Champion auf Rang fünf aber hinter sich, womit Ogier seine Führung in der Gesamtwertung ausbaute.

Enttäuschend lief die Rallye für Lokalmatador und Vorjahressieger Ott Tänak (Hyundai). Bei der dritten WP hatte der Este am Freitag aufgrund eines Reifenschadens zunächst rund 20 Sekunden verloren. Bei der darauffolgenden WP zerstörte er bei einem wilden Ausritt zwei weitere Reifen und musste mangels Ersatz aufgeben. Am Samstag meldete sich Tänak mit sechs WP-Siegen zwar stark zurück. Letztlich sprangen für ihn aber nur fünf Punkte für den Sieg bei der Powerstage heraus.

Rovanperä machte in Estland von Beginn an klar, dass er ein Wörtchen um den Sieg mitreden will. Nach seinem Sieg bei der Zuschauerprüfung zum Auftakt am Donnerstagabend, musste er am Freitagvormittag nur kurz die Gesamtführung abgeben. Ab der vierten WP lag Rovanperä dann wieder vorne, gewann fünf WP in Folge und gab die Spitze nicht mehr ab.

Kalle Rovanperä tritt in die Fußstapfen von Vater Harri

Lediglich Breen konnte das Tempo von Rovanperä am Freitag einigermaßen mitgehen, alle anderen Verfolger hatte das Duo schon deutlich distanziert. Am Samstag schwang das Pendel dann aber eindeutig in Richtung Rovanperä. Aus zu Beginn des Tages 8,5 machte er bis zum Ende 50,7 Sekunden Vorsprung auf Breen. Am Schlusstag musste der 20-Jährige dann auf dem Weg zum ersten WRC-Sieg nichts mehr riskieren.

Im Ziel war Vater Harri mit Tränen in den Augen einer der ersten Gratulanten. "Es war eine schwierige Saison und es ist wirklich schön, dass es hier in Estland geklappt hat. Es ist fast eine Heimrallye und eine Menge Fans waren hier und haben uns unterstützt", sagt Rovanperä im Ziel. "Es war bisher eine lange Saison mit nicht so guten Ergebnissen, aber wir haben bewiesen, dass die Pace da ist und jetzt haben wir es nach Hause gebracht. Das ist gut."

Breen wiederholte bei seinem dritten Saisonstart für Hyundai mit Platz zwei das Ergebnis aus dem Vorjahr und war durchaus zufrieden. Für den Iren war es das vierte Podiumsresultat in der WRC. Neuville hatte am Freitag durch einen entscheidende Zeit verloren. Früh war klar, dass Platz drei für ihn aus eigener Kraft das Maximum sein würde. Im Kampf um den letzten Podiumsrang hielt der Belgier den siebenmaligen WRC-Champion auf Distanz.

Ogier baut WM-Führung auf 37 Punkte aus

Ogier, der als WM-Führender am Freitag als Erster starten musste, lag bedingt durch diesen Nachteil nach dem ersten Tag bereits gut eine Minute hinter der Spitze. In der Folge konzentrierte sich der Franzose darauf, dieses Resultat abzusichern, zumal sein direkter WM-Rivale Evans hinter ihm lag.

Evans zeigte in Estland eine seiner schwächeren Leistungen. Der Waliser klagte über fehlendes Vertrauen ins Auto und war nie in der Lage, das Tempo der Schnellsten mitzugehen. Sechster wurde Teemu Suninen (Ford), der damit bester M-Sport-Pilot war. Teamkollege Gus Greensmith war am Freitag aufgrund eines technischen Defekts ausgefallen.

Siebter wurde Pierre-Louis Loubet (Hyundai). Toyota-Nachwuchsfahrer Takamoto Katsuta musste die Rallye am Freitag aufgeben, nachdem sein Beifahrer Daniel Barritt über Schmerzen im Rücken und Nacken klagte.

Nächste Station: Belgien

Achter und damit bester Fahrer in einem Rally2-Auto wurde Aleksei Lukjanuk (Skoda), der damit auch die WRC3-Wertung für Privatfahrer gewann. Sieger der WRC2-Wertung wurde auf Gesamtrang neun Andres Mikkelsen (Skoda), die Top 10 komplettierte mit Mads Östberg (Citroen) ein weiterer WRC2-Pilot.

In der Fahrerwertung führt nach sieben von zwölf geplanten Rallyes Ogier mit 148 Punkten vor Evans (111) und Neuville (96). Durch seinen Sieg in Estland schob sich Rovanperä (82) auf Rang vier nach vorne. Bei den Herstellern liegt Toyota (325 Punkte) weiterhin klar vor Hyundai (256).

Weiter geht es in der WRC vom 13. bis 15. August mit der Premiere der Ypern-Rallye in Belgien, der Heimrallye von Thierry Neuville.

Motorsport-Total.com

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