RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Offiziell: Ott Tänak verlässt Hyundai Ott Tänak löst seinen Vertrag mit Hyundai vorzeitig auf
Hyundai Motorsport

Offiziell: Ott Tänak löst Vertrag mit Hyundai in der WRC vorzeitig auf

Ott Tänak und Hyundai werden nach der WRC-Saison 2022 getrennte Wege gehen: Der Este sucht nach fünf Siegen für die Südkoreaner eine neue Herausforderung

Nun ist es offiziell: Ott Tänak wird in der Saison 2023 in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) nicht für Hyundai fahren. Das gab das Werksteam des südkoreanischen Autobauers am Sonntagabend in einer Pressemitteilung bekannt. Laut Hyundai habe Tänak eine Option genutzt, die ihm ermöglicht, seinen ursprünglich noch bis Ende 2023 gültigen Vertrag vorzeitig zu beenden.

"Dies ist eine persönliche Entscheidung, die ich nach reiflicher Überlegung und mit Respekt für das Team getroffen habe", wird Tänak in der Mitteilung zitiert. "Ich habe jedoch das Gefühl, dass ich in meiner Karriere an einem Punkt angelangt bin, an dem ich mich einer neuen Herausforderung stellen muss."

Ob er diese Herausforderung innerhalb der WRC bei einem anderen Team oder außerhalb der Rallye-WM sucht, lies Tänak offen. Zuvor hatte der Este mit Blick auf seine Familie auch eine Auszeit vom Sport nicht ausgeschlossen.

Achterbahnfahrt in den drei Jahren mit Hyundai

Tänak war zur Saison 2020 als amtierender Weltmeister von Toyota zu Hyundai gewechselt. Sein Einstieg verlief spektakulär. Bei der Rallye Monte-Carlo 2020 schied Tänak nach einem furchterregenden Unfall aus, den er und Beifahrer Martin Järveoja glücklicherweise unverletzt überstanden.

Bei seiner Heimrallye in Estland gelang Tänak 2020 nach der langen Corona-Pause der erste Sieg für Hyundai, dem bis heute vier weitere folgten. Die Saison 2022 war zunächst geprägt von technischen Problemen mit dem neuen Rally1-Boliden von Hyundai.

Auch das Machtvakuum bei Hyundai - der seit Ende 2021 vakante Posten des Motorsportchefs ist bis heute nicht endgültig nachbesetzt - hatte an Tänaks Zufriedenheit genagt. Das Fass zum Überlaufen brachte dann möglicherweise eine Teamorder bei der Akropolis-Rallye im September 2022, durch die Hyundai einen historischen Dreifachsieg absicherte, durch die sich Tänak als Zweiter aber um die Chance auf den Sieg gebracht sah.

Hyundai zeigt sich über Tänaks Entscheidung enttäuscht

"Wir hatten in den letzten drei Saisons eine gute Partnerschaft, und ich bin stolz auf das, was wir erreicht haben", blickt Tänak auf die Zeit bei Hyundai zurück. "Wir haben gemeinsam hart gearbeitet, um einige schwierige Momente zu überwinden, und wie wir dieses Jahr gezeigt haben, haben wir uns in die richtige Richtung bewegt."

"Die zweite Saisonhälfte hat gezeigt, zu welchen Leistungen wir fähig sind, wenn alles klappt", so Tänak über die Siege in Italien, Finnland und Belgien, "aber für mich ist die Zeit für etwas Neues gekommen. Ich danke der Mannschaft für ihr Verständnis und wünsche ihr alles Gute."

Der stellvertretende Teamchef Julien Moncet meint: "Otts Abgang ist eine Enttäuschung, aber es ist eine Entscheidung, die wir akzeptieren und respektieren müssen. Er ist zweifelsohne einer der besten Rallyefahrer der Welt. Wir hatten das Glück, dies aus erster Hand durch die Siege zu erfahren, die wir in drei Saisons gemeinsam erzielt haben."

Hyundai will sich neu aufstellen

"Es war ein bisschen wie eine Achterbahnfahrt. Unser erstes gemeinsames Jahr wurde durch die Pandemie beeinträchtigt; in diesem Jahr hatten wir es mit einer Reihe neuer Hybridvorschriften zu tun, die sicherlich eine Herausforderung waren", lässt Moncet auf die gemeinsame Zeit Revue passieren. "Ott hat echte Führungsqualitäten bewiesen, indem er sich selbst und das Team angetrieben hat, Verbesserungen zu finden und auf die Siegerstraße zurückzukehren. In letzter Zeit haben wir mit unserem Hyundai i20 N Rally1 eine positive Dynamik entwickelt."

"Wir werden ihn vermissen, aber es ist auch eine Gelegenheit für uns, uns neu zu formieren und neu aufzubauen. Wir haben bereits ernsthaft über die Zusammensetzung unserer Crews für 2023 nachgedacht. Diese Entscheidung ist zwar nicht die, die wir uns gewünscht haben, aber sie eröffnet uns andere Möglichkeiten, wenn wir uns auf die nächste Saison vorbereiten. Wir wünschen Ott und Martin das Allerbeste für ihre Zukunft", so Moncet weiter.

Wie die Fahreraufstellung von Hyundai in der WRC-Saison 2023 aussehen wird, ist nun zu weiten Teilen offen. Lediglich bei Thierry Neuville ist klar, dass er auch weiterhin für Hyundai fahren wird. Die Zusammenarbeit mit Oliver Solberg wurde beendet, bei Dani Sordo ist offen, ob er weiterhin ein Teilzeitprogramm für die Mannschaft aus dem fränkischen Alzenau fahren darf. Zuletzt wurde Kris Meeke, der zuletzt 2019 in der WRC gefahren war, mit Hyundai in Verbindung gebracht.

Motorsport-Total.com

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

TEC7 ORM Rallye Backstage - Podcast #4

Gespräch mit Manfred Stohl: Von heiter bis düster

Eine Stunde mit Manfred Stohl - Österreichs WM-Vierter 2006 und nunmehrige Betreiber der Stohl Group ist eines ganz sicher: Geradlinig - und oft auch recht heiter. Seine Prognosen für die Zukunft der Rallye-Weltmeisterschaft sind hingegen düster, seine Aussagen zu Österreichs aktuellen Rallye-Hoffnungen markig.

ORM/ARC, ET König Rallye: Bericht

Hermann Neubauer als „Lonely Boy“ an der Spitze

Der Sieger der ET KÖNIG Rallye 2026 powered by Peter Hopf Erdbau ließ nie Zweifel an seinem Erfolg aufkommen / Mehr als Platz zwei für Michael Lengauer und Platz drei für Luca Waldherr ließ der Toyota-Pilot nicht zu

ORM, ET König Rallye: Vor dem Start

Im Murtal heulen ab heute die Motoren

Insgesamt 66 Teams starten in die ET KÖNIG Rallye powered by Peter Hopf Erdbau im Raum Judenburg / Erster Wertungsabschnitt ist heute Nachmittag um 14.35 Uhr der Rundkurs Gaal – Hammergraben

ET König Judenburg Rallye: Bericht ARC

Gaubinger gewinnt - Lindner baut Vorsprung aus!

Patrik und Verena Gaubinger feiern bei der ET König Judenburg Rallye im Audi Quattro den ARC-Sieg. In der Clubmeisterschaft konnte Hans Georg Lindner im historischen Escort seinen Vorsprung ausbauen - auf Platz zwei lauert nun der junge Subaru-Pilot Jan Dolzer. In der ARCP triumphiert Christoph Zellhofer, Raimund Baumschlager siegt beim Comeback in der ART.

ARC, ET König Rallye: Vorschau Neulinger

Marcel Neulinger jagt vierten Saisonsieg

Nach dem dem erfolgreichen Debüt in der Junior-Rallye-Europameisterschaft peilt Marcel Neulinger beim vierten Lauf zur TEC7 ORM in der Steiermark den vierten Saisonsieg an!