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Rovanperä beendet finnische Durststrecke Kalle Rovanperä ist der erste finnische Rallye-Weltmeister seit 2002
Motorsport Images

Latvala will weinen: Kalle Rovanperä beendet finnische Durststrecke

Jari-Matti Lavala freut sich nicht nur als Toyota-Teamchef, sondern auch als Finne über den WRC-Titel von Kalle Rovanperä: "Er ist ein Superheld"

Kurz nach dem Triumph seines Schützlings Kalle Rovanperä erlebte Toyota-Teamchef Jari-Matti Latvala eine Achterbahnfahrt der Gefühle. "Ich würde gerne weinen, aber ich kann es nicht", sagt der Finne, nachdem sich sein junger Landsmann mit dem Sieg bei der Rallye Neuseeland im Alter von 22 Jahren und einem Tag zum jüngsten Rallye-Weltmeister in der Gesichte der WRC gekrönt hatte.

"Was Kalle erreicht hat, ist wirklich wichtig. Es ist erstaunlich, dass ein 22-Jährige all diese Rekorde bricht und den Meistertitel einfährt", sagt Latvala. Doch er schien sich fast mehr als Finne denn als Toyota-Teamchef über Rovanperäs Titelgewinn zu freuen, markiert dieser doch das Ende einer langen Durststrecke für sein Heimatland.

"Das ist auch für Finnland so wichtig, denn 20 Jahre waren eine lange Zeit", sagt Latvala. Rovanperä ist nach Ari Vatanen [1981], Hannu Mikkola [1983], Timo Salonen [1985], Juha Kankkunen [1986-87, 1991, 1993], Tommi Mäkinen [1996-1999] und Marcus Gronhölm [2000, 2002] der siebte finnische Rallye-Weltmeister, doch seit Grönholms letztem Titelgewinn mussten die rallyebegeisterten Finnen lange auf den nächsten Champion warten.

"Ich und Mikko Hirvonen waren nahe dran, konnten uns aber keinen Titel sichern. Da gab es zwei Sebastiens [Loeb und Ogier] und einen [Ott] Tänak", blickt Latvala auf die nur drei unterschiedlichen Weltmeister der vergangenen 18 Jahre zurück. "Ich bin so dankbar, dass Kalle es geschaft hat. Das ist toll, mir fehlen die Worte - er ist ein Superheld."

Die Erfolge Rovanperäs seinen auch für die Entwicklung des Rallyesports in Finnland sehr wichtig. "Man hat gespürt, dass das Interesse am Rallyesport immer mehr nachgelassen hat. Aber seitdem Kalle so gut ist, geht es wieder aufwärts", so Latvala, der sogar ein "Kalle-Phänomen" erkennt - ähnlich wie in den Niederlanden aktuell durch Formel-1-Weltmeister Max Verstappen oder in Deutschland in den 1990er-Jahren durch Michael Schumacher.

"Ich habe es noch nie erlebt, dass die Fans bei den Prüfungen für eine Stimmung wie in einem Fußballstadion sorgen", sagt Latvala. "Hin und wieder braucht man solche Champions, damit das Intersse groß bleibt. Es hilft auch, junge Leute auf allen Ebenen in den Sport zu bekommen. Nicht nur für Kalle, sondern auch für Finnland ist das eine sehr wichtige Meisterschaft."

Latvala glaubt auch, dass Rovanperäs Triumph in jungen Jahren den Rallyesport verändern wird, in dem lange vor allem Erfahrung zählte und viele Piloten erst mit mehr als 30 Jahren ihre Bestform erreichten. "Die Fahrer werden immer jünger und werden auch früher zurücktreten. Wenn man so früh an die Spitze des Sports kommen, wird man nicht wie Sebastien Loeb noch mit knapp 50 Jahren fahren", ist Latvala überzeugt.

Motorsport-Total.com

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