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Rallye Zentraleuropa: Bericht Ott Tänak ist der Sieger der Rallye Zentraleuropa 2024
Motorsport Images

WRC Rallye Zentraleuropa 2024: Ott Tänak siegt nach Favoritensterben

Nachdem Thierry Neuville und Sebastien Ogier ihre Siegchancen verspielt haben, gewinnt Ott Tänak die Rallye Zentraleuropa - Hyundai hat Fahrertitel sicher

Hyundai-Pilot Ott Tänak hat am Sonntag die Rallye Zentraleuropa, den vorletzten Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2024, gewonnen. Der Este profitierte dabei unter anderem von Fahrfehlern seiner Rivalen Sebastien Ogier (Toyota) und Thierry Neuville (Hyundai), die ihrerseits die Chance auf den Sieg vergaben.

Nach 18 Wertungsprüfungen über 302,51 Kilometer hatte Tänak im Ziel 7,0 Sekunden Vorsprung auf Elfyn Evans (Toyota). Dritter wurde Neuville (+39,8 Sekunden). Mit diesem Ergebnis und dem Ausfall von Ogier auf der vorletzten Wertungsprüfung steht fest: Zum ersten Mal in der Geschichte der Rallye-WM wird ein Hyundai-Pilot Fahrer-Weltmeister.

Neuville reist mit einem Vorsprung von 25 Punkten auf seinen Teamkollegen Tänak zum Saisonfinale nach Japan (21. bis 24. November), wo noch maximal 30 Punkte zu vergeben sind. Ogier und Evans können Neuville dort nicht mehr einholen. Auch im Kampf um den Herstellertitel hat Hyundai gute Karten. 15 Punkte beträgt vor dem letzten Saisonlauf der Vorsprung auf Toyota.

Zeitweise ein Vierkampf um die Spitze

Bei der Asphaltrallye durch Deutschland, Österreich und Tschechien hatten die Piloten von Beginn an mit schwierigen Bedingungen zu kämpfen. Teilweise waren die Straßen durch nächtlichen Tau oder leichten Regen nass, Laub machte den Untergrund zusätzlich rutschig und zeitweise behinderte Nebel die Sicht.

Dennoch entwickelte sich ein sportlich hochklassiger Kampf um die Spitze, in den mit Neuville, Ogier, Tänak und Evans zeitweise vier Piloten involviert waren. Nachdem Ogier zu Beginn der Rallye das Tempo bestimmt hatte, übernahm Neuville am Freitag die Führung.

Diese verteidigte er auch am Samstagmorgen, ehe ihm auf der elften Wertungsprüfung zwei Fahrfehler unterliefen. Erst drehte sich Neuville, dann kam er auf leicht feuchter Strecke wegen eines zu optimistischen Aufschriebs von der Straße ab und fand erst nach einer kurzen Irrfahrt über ein Feld wieder auf die Strecke zurück. Dadurch verlor Neuville 30 Sekunden und damit die Chance auf den Sieg.

21. WRC-Sieg für Ott Tänak

Das Duell um den Sieg hieß nun Ogier gegen Tänak. Der Abstand schwankte von Prüfung zu Prüfung, betrug aber nie mehr als 5,2 Sekunden. Auf der 16. von 18 Wertungsprüfungen übernahm Tänak erstmals die Führung. Nur eine Prüfung später unterlief Ogier ein seltener Fahrfehler.

Kurz nach dem Start kam er von der Straße ab, prallte gegen einen Holzmast und musste sein Auto abstellen. Damit war der Weg frei für Tänak, der den Sieg nur noch nach Hause fahren musste. Für Tänak war es der 21. Sieg in der Rallye-Weltmeisterschaft und der zweite in dieser Saison.

"Wenn man gegen einen Freund kämpft und dann so etwas passiert, ist es schwierig, die richtigen Worte zu finden", war Tänak im Ziel im Gedanken noch beim Ausfall von Ogier. "Es hat sich alles schnell geändert. Wir sind eine saubere Prüfung gefahren und haben die Punkte nach Hause gebracht."

Evans stand als Zweiter zum sechsten Mal in dieser Saison auf dem Podium. Auf seinen ersten Saisonsieg wartet der Waliser in einer für ihn insgesamt enttäuschenden Saison noch immer. "Natürlich ist es schwierig, nach so einem Wochenende vollkommen zufrieden zu sein. Es fehlte hier und da etwas. Kein großartiges Wochenende, aber ein gutes", fasst Evans die Rallye aus seiner Sicht zusammen.

Hyundai hat Fahrertitel sicher

Mit Rang drei betrieb Neuville nach seinem Fehler am Samstag erfolgreich Schadensbegrenzung. Beim Saisonfinale in Japan muss er mit einem Vorsprung auf Tänak im Grunde nur noch ins Ziel kommen, um sich erstmals in seiner langen WM-Karriere den Titel zu sichern. "Wir wollten hier den Titel einfahren, aber nach dem Fehler wussten wir, dass das schwierig wird. Nun geht es nach Japan, und unser Vorsprung ist immer noch groß", sagt Neuville.

Rang vier ging bei der Rallye Zentraleuropa an Takamoto Katsuta (Toyota). Der Japaner, der nach schwachen Leistungen bei der Rallye Chile pausieren musste, meldete sich mit einem soliden Ergebnis zurück. Und sorgte für eine Premiere: Als erster Fahrer in der Geschichte der Rallye-WM erhielt er eine Zeitstrafe, weil er in einer virtuellen Schikane zu schnell unterwegs war.

Fünfter wurde Gregoire Munster (Ford). Auf dem sechsten Gesamtrang folgte mit Nikolai Gryasin (Citroen) bereits der Sieger der WRC2-Wertung. Mit Oliver Solberg (Skoda), Filip Mares (Toyota), Miko Marczyk und Kajetan Kajetanowicz (beide Skoda) komplettierten weitere Rally2-Piloten die Top 10.

Griebel als bester Deutscher auf Rang 13

Der frisch gekürte viermalige Deutsche Rallyemeister Marijan Griebel (Skoda) kam auf Gesamtrang 13 ins Ziel. Mit Armin Kremer (Skoda, 15.), dem Sieger der WRC2-Masters-Wertung, erreichte ein weiterer Lokalmatador die Top 20.

Enttäuschend verlief die Rallye Zentraleuropa für Andreas Mikkelsen (Hyundai) und Adrien Fourmaux (Ford). Mikkelsen schied bei seinem ersten WM-Einsatz seit April dieses Jahres am Freitag nach einem Ausritt aus, Fourmaux ereilte am Samstag das gleiche Schicksal.

Toyota-Youngster Sami Pajari zeigte bei seinem dritten Start im Rally1-Auto erneut eine gute Leistung, die allerdings nicht belohnt wurde. Auf Rang sechs liegend schied er am Sonntag auf der 15. Wertungsprüfung nach einem Überschlag aus. Pajari und Beifahrerin Enni Mälkönen blieben unverletzt.

Motorsport-Total.com

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