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Lavanttal-Rallye: Bericht ORM3/Junioren
Foto: Harald Illmer

Roland Stengg gelingt Revanche, Dirnberger Junioren-Sieg

Roland Stengg beendet bei der LASERHERO Lavanttal-Rallye die Siegesserie des bisherigen Saison Dominators Marcel Neulinger und lässt damit seine knappe Niederlage aus dem Vorjahr vergessen. Lukas Dirnberger & Lukas Martinelli siegen 2025 erstmals bei den Junioren.

Die Ausgangslage vor dem dritten Staatsmeisterschaftslauf 2025 war klar: alle gegen Marcel Neulinger. Nach zwei überlegenen Siegen bei der Jännerrallye und im Rebenland war der Niederösterreicher der Konkurrenz enteilt, die wie die Dirnberger-Brüder von Setup-Problemen und technischen Wehwehchen geplagt wurden oder wie Thomas Traußnig zuletzt bei der Rebenland-Rallye ihr Auto kaltverformten.

Dieses Mal allerdings mischte sich ein alter Bekannter in das Geschehen der zweiradangetriebenen Autos ein: Roland Stengg, seines Zeichens 2WD-Staatsmeister des Jahrgangs 2021 und schon bei der Rebenland-Rallye in einem Opel Adam R2 angetreten, um sich für eine seiner Lieblingsrallyes einzuschießen.

Am Steuer eines Opel Corsa Rally4 machte sich das in Kärnten ab der ersten Sonderprüfung bezahlt: Mit fünf SP-Bestzeiten am Freitag hatte der 30-Jährige (zusammen mit seiner deutschen Copilotin Anna-Maria Seidl) nach der letzten Prüfung im Dunkeln rund 30 Sekunden Vorsprung auf Marcel Neulinger rausgefahren. „Ich bin mit überhaupt keiner Erwartung in die Rallye gestartet und wollte tatsächlich einmal schauen, dass wir wieder in den Flow kommen“, stapelte der Nachkömmling der Rallye-Dynastie Stengg tief.

Die knappe Niederlage (eine Zehntelsekunde) gegen den Slowenen Mark Škulj aus dem Vorjahr war allerdings noch nicht verdaut, umso motivierter zeigte sich Stengg auch am Morgen des zweiten Rallyetages: „Das hat mich ordentlich angeheizt!“ Wenige Stunden später hätte mit weniger Glück auch diesmal alles anders kommen können: Auf dem Rundkurs Eitweg kamen Stengg/Seidl von der Straße ab und rammten mit dem Heck ihres Corsa einen Baum. „Das kam schnell und unerwartet – da war ich erstmal down …“ – so wie auch der Baum.

Während der Baum von der Straße beseitigt wurde, hatten die Mechaniker des Familien-Rennstalls im Mittagsservice alle Hände voll zu tun, um den Opel Corsa Rally4 wieder geradezubiegen: „Es ist viel an der Karosserie zerstört gewesen. Aber das Team hat unglaubliche Arbeit im Service geleistet – 10.000-mal Danke dafür!“ Mit runderneuertem Auto ging es für Stengg am Nachmittag weiter, mit drei Bestzeiten und schließlich über 1:45 Minuten Vorsprung auf die restlichen Starter der TEC7 ORM3: „Ich freue mich riesig, damit ist auch das Vorjahr vergessen!“

Auf Rang 2 beendete Raphael Dirnberger (Opel Corsa Rally4) gemeinsam mit Christan Gimpl seine in diesem Jahr beste Rallye. „Wie die Konkurrenz haben wir auf den Strecken im Lavanttal auch ein wenig mit den Bremsen gekämpft, aber sonst gab’s diesmal keine Probleme.“ Dirnberger war vor allem froh, dass es nach dem Wetter-Potpourri in Freistadt und der Schlammschlacht in Leutschach diesmal trocken blieb: „Es ist schon ein leichter als wenn es komplett schmierig ist, so konnte ich doch mehr am Limit fahren.“ Für Dirnberger sieht es nach zwei 2. Plätzen auch in der Meisterschaft wieder rosiger aus.

Das liegt auch daran, weil Marcel Neulinger (Opel Corsa Rally4) nach einem Überschlag am Samstagnachmittag ein Streichergebnis einfuhr: „Das tut natürlich weh und war sicher nicht so geplant.“ Über weite Strecken konnte Neulinger als einziger Roland Stengg folgen, vor seinem Unfall lag er rund 28 Sekunden zurück. Neulinger ehrlich: „Der Ehrgeiz war wohl zu groß, wir hätten nicht so pushen müssen“, gesteht der zweifache Saisonsieger ein. Auto und Insassen blieben beim Überschlag weitgehend heil. „Bis dahin hat es sehr viel Spaß gemacht, zumindest haben wir wieder Erfahrungen gesammelt“, sah er es am Ende seines 20. Geburtstags immerhin schon wieder positiver.

Nach diesem Zwischenfall rutschte Lukas, der jüngere der beiden Dirnbergers, ebenfalls noch aufs Podest der TEC7 ORM3-Wertung. Zusammen mit Lukas Martinelli waren die Fahrer eines Peugeot 208 Rally4 nach dem Ausfall Neulingers auch die Triumphatoren der Wertung zur „winterfahrtraining.at ORM Junior powered by TEC7“.

Winterfahrtraining.at Junioren Rallye Staatsmeisterschaft:

Zusammen mit Co-Piloten Lukas Martinelli war Lukas Dirnberger im Peugeot 208 Rally4 nach dem Ausfall von Marcel Neulinger auch der strahlende Sieger der Wertung zur „Winterfahrtraining.at Junioren Rallye Staatsmeisterschaft“. Wie einen Sieg feierte Thomas Traußnig (mit Ersatz-Copilotin Natascha Vrga) Rang zwei in der Junioren-Wertung (mit nur 13,4 Sekunden Rückstand auf den Sieger) sowie Rang 4 in der TEC7 ORM3. Zwei Wochen nach dem Rebenland-Salto sorgt der Wolfsberger Lokalmatador damit für gute Nachrichten. „Der Peugeot 208 wurde erst am Mittwoch wieder zusammengebaut und nur 15 Minuten vor dem Showstart war die Folierung fertig – das war eine Punktlandung!“ Der ebenso von TEC7 unterstütze Norweger Martin Stenberg feierte im Lavanttal gemeinsam mit Co Erik Petersen sein erstes Junioren-Podium. Die Leistung des 22-jährigen war insofern bemerkenswert, weil es erst der dritte Start im Ausland war und er – im Gegensatz zur Konkurrenz – einen leistungsschwächeren Peugeot R2 mit Saugmotor einsetzt. Mit Rang sieben on der TEC 7 ORM lies das Duo auch einige der leistungsstärkeren Rally4-Fahrzeuge hinter sich.

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