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Rallye Dakar: Etappe 3 Sebastien Loeb hat durch einen Überschlag eine Stunde verloren
A.S.O.

Rallye Dakar 2025: Mit Sebastien Loeb überschlägt sich der nächste Topstar

Nach Carlos Sainz erwischt es Sebastien Loeb in der dritten Etappe - Der Dacia fährt nach dem Überschlag weiter - Saood Variawa der jüngste Tagessieger

Der Südafrikaner Saood Variawa (Toyota Hilux) hat die dritte Etappe der Rallye Dakar in Saudi-Arabien vor Guerlain Chicherit (X-raid Mini) und Seth Quintero (Toyota) gewonnen. In der Gesamtwertung verteidigte Henk Lategan (Toyota) sieben Minuten Vorsprung auf Nasser Al-Attiyah (Dacia). Sebastien Loeb (Dacia) verlor nach einem Überschlag rund eine Stunde.

Am Dienstag verließen die Teilnehmer das Biwak in Bischa, wo sie seit Beginn der Veranstaltung gewesen sind, und fuhren in nördlicher Richtung nach Al-Henakiyah. Rund 790 Kilometer galt es zu bewältigen, wobei die gewertete Speziale ursprünglich 496 Kilometer betrug.

Aufgrund von Regenfällen am Vortag wurde der gewertete Abschnitt aus Sicherheitsgründen auf 327 Kilometer verkürzt. Alle Klassen nahmen wieder die gleiche Route. Die drei Overdrive-Toyota von Rokas Baciuska, Yazeed Al-Rajhi und Juan Cruz Yacopini eröffneten die Strecke.

Lategan, der am Vortag die Gesamtführung übernommen hatte, startete als Vierter. Dahinter folgte Al-Attiyah. Rallye-Rekordweltmeister Loeb stand als Siebter an der Startlinie, aber für den Franzosen ging gleich zu Beginn alles schief.

Schon nach zwölf Kilometern überschlug sich der neue Dacia mit der Startnummer 219 in der Wüste. Bei hohem Tempo hatte es das Heck des Autos über Wellen ausgehebelt. Der Dacia überschlug sich seitlich und vollführte mehrere Rollen, bis er auf den Rädern zum Stillstand kam.

Loeb und Beifahrer Fabian Lurquin blieben unverletzt und kletterten sofort aus dem Cockpit. Rund um das Auto lagen Trümmerteile, hauptsächlich Verkleidungsteile. Die komplette Heckverkleidung war abgerissen und lag im Staub.

Trotzdem fuhr Loeb weiter, hielt dann aber bei Kilometer 63 wieder an. Schließlich passierte er die Zwischenzeit bei Kilometer 69. Abgesehen von den Schäden am Auto zeigte sich hier erstmals der Zeitverlust: 50 Minuten.

Schließlich konnte sich Loeb ins Ziel schleppen. Der Unfall hatte insgesamt 1:03:20 Stunden gekostet. Damit hat er in der Gesamtwertung nun eine Stunde und 15 Minuten Rückstand auf die Spitze und kaum noch Chancen auf den ersten Gesamtsieg.

Offen ist, ob Loeb das Rennen morgen fortsetzen kann. Carlos Sainz musste nach seinem Überschlag aufgeben. Die FIA-Offiziellen hatten eine Beschädigung beim Überrollkäfig des Ford entdeckt und eine Weiterfahrt untersagt.

Saood Variawa ist mit 19 jüngster Etappensieger

Wie bei den Motorrädern hatten die hinteren Starter einen Vorteil. Nach 118 Kilometern führte Lucas Moraes die Zwischenwertung vor Seth Quintero und Variawa, der als 29. gestartet war, an. Dieses Bild mit drei Toyota-Fahrern an der Spitze zeigte sich auch nach 160 Kilometern.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Al-Rajhi mit Blick auf die Gesamtwertung schon zehn Minuten auf Al-Attiyah eingebüßt. Auch Lategan verlor auf den einzig verbliebenen Dacia im Spitzenfeld etwas Boden, behauptete aber noch die virtuelle Führung im Gesamtklassement.

Der Dreikampf um den Tagessieg setzte sich zwischen Moraes, Variawa und Quintero auch nach 202 Kilometern fort. Al-Attiyah spielte zusehends auch eine Rolle und reduzierte außerdem seinen Rückstand auf Lategan auf unter zehn Minuten.

Im Schlussteil der Etappe fuhr Variawa, der 19 Jahre alt ist, souverän und eroberte den Tagessieg. Die beiden Mini von X-raid blieben diesmal von großen Problemen verschont. Chicherit wurde Zweiter, Guillaume de Mevius nach einer Strafe von 1:10 Minuten hinter Quintero Vierter.

Moraes verlor noch sechs Minuten und hatten mit dem Tagespodium nichts zu tun. Im Kampf um die Gesamtführung nahm Al-Attiyah Lategan vier Minuten ab. Auch Ford-Pilot Mattias Ekström war schneller als der Südafrikaner.

Vierkampf um Spitze der Gesamtwertung

Trotzdem verteidigte Lategan die Gesamtführung sieben Minuten vor Al-Attiyah. Ekström ist neuer Dritter, neuneinhalb Minuten hinter Platz eins. Al-Rajhi/Gottschalk sind auf dem vierten Platz, auch nur knappe zwölf Minuten hinter Lategan.

"Die Route heute zu eröffnen war alles andere als ideal", berichtet Gottschalk. "Nicht nur navigatorisch, sondern auch fahrerisch, weil wir mit vorsichtiger Fahrt auf den Steinen Reifenschäden vermeiden wollten."

"Dadurch haben wir Zeit verloren, gehen die Prüfung morgen dafür aber von weiter hinten an, was uns wiederum Vorteile bringen kann - gerade mit Blick auf die Marathon-Etappe." Denn es stehen wieder zwei harte Tage auf dem Programm.

Am Mittwoch geht es weiter Richtung Al-'Ula. Es ist der Beginn einer klassischen Marathon-Etappe. Wieder werden die Fahrer am Abend in einem eigenen Zeltlager ohne Mechaniker auf sich gestellt sein. Es wird aber ein Tagesergebnis geben.

Ergebnis der 3. Etappe (Top 10):
01. Variawa/Cazalet (Toyota Hilux) - 3:16:52 Stunden
02. Chicherit/Winocq (X-raid Mini) +0:33 Minuten
03. Quintero/Zenz (Toyota Hilux) +1:48
04. de Mevius/Baumel (X-raid Mini) +1:55
05. Ferreira/Palmeiro (X-raid Mini) +3:15
06. Al-Attiyah/Boulanger (Dacia Sandrider) +3:34
07. Ekström/Boulanger (M-Sport Ford Raptor) +3:49
08. Serradori/Minaudier (Century) +5:00
09. Moraes/Monleon (Toyota Hilux) +6:14
10. de Villiers/von Zitzewitz (Toyota Hilux) +6:32

Gesamtwertung nach 3 von 12 Etappen (Top 10):
01. Lategan/Cummings (Toyota Hilux) - 19:04:53 Stunden
02. Al-Attiyah/Boulanger (Dacia Sandrider) +7:17 Minuten
03. Ekström/Bergkvist (M-Sport Ford Raptor) +9:34
04. Al-Rajhi/Gottschalk (Overdrive Toyota Hilux) +11:45
05. Moraes/Monleon (Toyota Hilux) +19:40
06. Price/Sunderland (Overdrive Toyota Hilux) +20:17
07. Serrsdori/Minaudier (Century) +21:15
08. Guthrie/Walch (M-Sport Ford Raptor) +23:40
09. Ferreira/Palmeiro (X-raid Mini) +32:07
10. Quintero/Zenz (Toyota Hilux) +35:04

Motorsport-Total.com

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