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ARC, Herbstrallye: Kurzbericht
Foto: Harald Illmer

Raimund Baumschlager siegt beim Herbstrallye-Thriller!

Raimund Baumschlager gewinnt eine bis zur letzten Sonderprüfung höchst spannende Herbstrallye 2026 vor dem Tschechen Jan Cerny und Christoph Zellhofer. Gerolf Schuller ist ARC-Clubmeister 2026.

Die 29. Herbstrallye bot Rallyesport vom Feinsten. Nächtlicher Regen sorgte für selektive Bedingungen am Vormittag, am Nachmittag kam die Sonne zum Vorschein, die zahlreichen Fans an den Strecken kamen voll auf ihre Kosten, denn die Rallye bot Dramatik pur - und das bis zum letzten Meter…

Waldviertel Rallye 2017 - der letzte Sieg von Raimund Baumschlager liegt beinahe ein Jahrzehnt zurück, doch bei der 29. Herbstrallye kontrollierte der 14-fache Rekord-Staatsmeister das Feld wie in den alten Tagen. Gemeinsam mit seinem Freund und Beifahrer Thomas Zeltner parierte der mittlerweile 66-jährige Rosenauer im Skoda Fabia RS Rally2 sämtliche Angriffe seiner jungen Verfolger.

Zunächst war es Daniel Mayer, der Sohn des legendären Walter Mayer, der mit Copilot Jürgen Klinger einen Citroen C3 Rally2 pilotierte und die Rallye mit einer Bestzeit eröffnete. Baumschlagers Antwort war die Bestzeit auf SP2, mit gleich acht Sekunden Vorsprung. Das reichte, um als Führender in die Mittagspause zu gehen - mit einem Vorsprung von 9,2 Sekunden auf den Tschechen Jan Cerny, der erstmals nach einem Jahr Pause wieder im Skoda Fabia R5 saß und sich langsam wieder in Fahrt brachte.

Showdown auf der letzten Prüfung

Am Nachmittag übernahm dann auch Cerny die Rolle des Baumschlager-Jägers. Mit drei Bestzeiten konnte der 36-jährige mehrfache tschechische Champion den Vorsprung von Baumschlager auf winzige 2,5 Sekunden minimieren. So kam es auf der letzten Sonderprüfung zum großen Showdown. Alle stellten sich die Frage: Wird Cerny eine weitere Bestzeit in den Asphalt brennen oder kann Baumschlager den Sieg nach Hause fahren?

Wie in ihren besten Zeiten konnten Baumschlager/Zeltner die Nerven bewahren und mit einer Bestzeit die Rallye letztendlich mit vier Sekunden Vorsprung gewinnen.

Baumschlager überglücklich: „Hätte ich nicht gedacht…“

Raimund Baumschlager war im Ziel überwältigt: „Es war ein harter Fight mit Jan Cerny - auf der vorletzten Prüfung hat er noch einmal richtig ausgeteilt aber zum Glück ist es sich ausgegangen. Ich hätte mir nicht gedacht, dass ich in meinem Alter noch einmal eine Rallye gewinnen darf.“

Jan Cerny gratulierte Baumschlager herzlich und gab ganz offen zu: „Ich habe auf der letzten Prüfung einen Abzweig verpasst und mich gedreht, das hat uns letztendlich einen möglichen Sieg gekostet. Raimund hat hart gekämpft und den Sieg verdient.“

Kampf um Platz drei

Auch im Kampf um den dritten Platz kam es am Nachmittag zu einem dramatischen Finale. Der am Morgen so stark gestartete Daniel Mayer verlor auf der vorletzten Prüfung rund zehn Sekunden auf Christoph Zellhofer (Copilotin Anna Maria Seidl), der im Ford Fiesta Rally2 immer besser zurecht kam und so einen verdienten dritten Platz belegen konnte. Zellhofer meinte unaufgeregt: „Wir wollten einfach nur saubere Prüfungen fahren, was sich unter dem Strich ausgegangen ist.“

Daniel Mayer hat auf der Schlussprüfung noch einmal eine gute drittschnellste Zeit fahren können, am Ende haben jedoch 1,3 Sekunden auf Platz drei gefehlt. Enttäuscht erklärte er: „Der Rundkurs ist nicht meine Prüfung, beim ersten Mal ist mir ein Fehler unterlaufen, beim zweiten Mal habe ich das Auto abgewürgt. Letztendlich habe ich auf der vorletzten Prüfung das Podium weggeschmissen - aber so ist es im Rallyesport: Einmal gewinnt man, einmal verliert man.“

Auf den Plätzen fünf und sechs landeten Jan Talas/Tomas Smid (CZ/Citroen C3 Rally2) sowie Max Zellhofer, der mit Gerald Winter jenen Toyota GR Yaris Rally2 pilotierte, mit dem Hermann Neubauer Staatsmeister wurde.

Rene Kiehtreibers dramatischer Kampf um den ARC-Sieg

Auch im Kampf um den ARC-Tagessieg kam es zu einem wahrlich dramatischen Nachmittag. In der Mittagspause lag Rene Kiehtreiber über eine Minute voran - damit schien der angestrebte Hattrick - nach OBM- und Grasl-Rallye der dritte ARC-Sieg in Folge - so gut wie sicher. Doch dann kam es zu einem Problem mit dem Turboschlauch, Kiehtreiber fuhr die Prüfungen 5 und 6 mit reduzierter Leistung und rutschte auf Platz drei ab. Doch dann brannte der Mitsubishi-Pilot zwei Bomben-Bestzeiten in den Asphalt und konnte mit 2,9 Sekunden Vorsprung doch noch den ARC-Sieg feiern.

Gerolf Schuller ist ARC-Clubmeister 2026

Auf Platz zwei der ARC-Wertung landeten Gerolf Schuller und Kathrin Redlingshofer-Milev - Schuller krönte sich damit zum ARC-Clubmeister 2026: „Mir fällt ein Stein vom Herzen - es war schwer, immer auf die Zielankunft zu achten…“

Riccardo Holzer brillierte auf Gesamtrang 17 als deutlich schnellster Rally4-Pilot, rund 23 Sekunden dahinter landete Lukas Dirnberger, der damit den Jahressieg in der ART2 für moderne Fahrzeuge mit Zweiradantrieb erringen konnte.

Der neue Zieleinlauf vor dem Stadtsaal von Waidhofen war ein voller Erfolg - die Herbstrallye 2026 wird als mega-spannende Rallye in Erinnerung bleiben.

Ergebnis Herbstrallye 2026

Bestzeiten: SP1 Mayer, SP2 Baumschlager, SP3 Mayer, SP4 Cerny, SP5 Cerny, SP6 Cerny, SP7 Cerny, SP8 Baumschlager

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