ARC Rallye Triestingtal: Bericht | 28.02.2026
Stohl & Müller gewinnen Triestingtaler Rallye-Festival
Großartiges Comeback des Rallyesports im Triestingtal - zahlreiche Fans genossen bei Kaiserwetter die erste ARC Rallye Triestingtal.
Manfred Stohl feiert sein Österreich-Comeback mit einem überlegenem Sieg vor Daniel Mayer und einem starken Max Zellhofer.
Luca Pröglhöf gewinnt in der ART2 das Prestige-Duell gegen Marcel Neulinger.
„Ich hoffe, dass es der Auftakt einer langjährigen Rallye-Ära im Triestingtal ist“, sagte eine der Legenden, die am Vorabend der ersten ARC Rallye Triestingtal beim großen Rallye Opening für gehörig Stimmung sorgten. Der launische Abend, an dem Stars wie Gabi Husar, Rudi Stohl, Peter Müller und viele mehr das Publikum mit Anekdoten aus der „guten alten Zeit“ erfreut haben, war der Auftakt eines großartigen Comebacks: Georg Gschwandner und sein MCL68-Team brachten den Rallyesport zurück ins Triestingtal. Bei frühlingshaftem Kaiserwetter nutzten am Samstag zahlreiche Fans die angebotenen Zuschauerpunkte und feuerten die 50 gestarteten Teams kräftig an.
Die Austrian Rallye Challenge (ARC) feierte damit einen fulminanten Saisonauftakt - eine Saison, die vielversprechend ist: Neun Rallyes im Kalender, davon vier kompakte, eigene ARC-Events.
Stohl/Müller mit sämtlichen Bestzeiten
Manfred Stohl zeigte sich bei seinem ersten Österreich-Start seit 2012 gewohnt stark - gemeinsam mit Peter Müller konnte der WM-Vierte des Jahres 2006 sämtliche Bestzeiten in den Asphalt brennen und im Citroen C3 Rally2 den Sieg mit 58,1 Sekunden Vorsprung auf Markenkollege Daniel Mayer feiern und damit auch die Austrian Rally Trophy 4WD (ART1 für moderne 4WD-Fahrzeuge) gewinnen.
Im Ziel erklärte ein gut gelaunter Manfred Stohl: „Es war eine super Veranstaltung, super organisiert von Georg (Gschwandner, Anmerkung) und seinem Team. Das Wetter hat auch toll mitgespielt - mehr hat man sich nicht wünschen können.“ Stohl hatte seinen Start als „Hommage an Peter Müller“ angekündigt, mit dem er 2000 Gruppe N-Weltmeister wurde - Müller hatte die frühere Triestingtal Rallye mit organisiert. Die Frage, ob er bei der ARC Rallye Triestingtal 2027 am Start sein wird, beantwortete Stohl zunächst mit einem scherzhaften: „Ich weiß nicht einmal, was morgen geplant ist“, um dann nachzureichen: „Wenn es mein Terminkalender erlaubt - eine solch kompakte Rallye ist immer gern gesehen.“
Daniel Mayer und Gerald Winter, die ebenfalls einen Citroen C3 Rally2 pilotierten, belegten in sämtlichen Sonderprüfungen jeweils hinter Stohl/Müller den zweiten Platz. Mayer erklärte: „Natürlich wäre ich lieber Erster geworden, aber vielleicht gelingt uns das ja dann im nächsten Jahr. Ich bin ja noch jung. Diese Rallye war jedenfalls sehr schwierig - auf den schnellen Prüfungen war kein Platz für Fehler.“
Max Zellhofer gewinnt Duell gegen Maximilian Lichtenegger
Keine Fehler leistete sich auch Max Zellhofer - der 62-Jährige, der mit Claudia Maier einen Ford Fiesta MkII Rally2 seines ZM Racing Teams pilotierte, lieferte sich gegen Jungtalent Maximilian Lichtenegger (BRR Renault Clio Rally3/Copilot Bernhard Ettel) die gesamte Rallye über einen spannenden Kampf um den dritten Platz. Zellhofer erklärte: „Wir hatten einen tollen Aufschrieb, die Zusammenarbeit mit Claudia hat super funktioniert. Wir sind schon einmal gemeinsam gefahren, da kamen wir aber nur 500 Meter weit. Bei dieser Rallye hatte ich das volle Vertrauen ins Auto und das hat letztendlich den Erfolg ausgemacht.“
Vor allem nach der Mittagspause legte Zellhofer zu - so auch sein Sohn Christoph Zellhofer, der sich ebenfalls am Nachmittag steigerte und starke Zeiten fuhr. Am Mittagessen habe es nicht gelegen, meinte Max mit einem Augenzwinkern: „Es waren irgendwelche Tortellini“. Christoph habe jedoch am Morgen noch „etwas geschlafen“, meinte Zellhofer senior. Am Nachmittag gaben Christoph und seine Copilotin Anna Maria Seidl jedenfalls kräftig Gas: Am Ende fehlten nur 3,2 Sekunden auf Lichtenegger/Ettel, die damit auch die ARCP für Proto- und Produktionsfahrzeuge gewinnen konnten.
Auf einem guten sechsten Platz konnten Bernhard Stitz und Angelika Letz im Ford Fiesta R5 des RM Racing Team Austria beenden. Dessen Teamchef Roman Mühlberger fuhr diesmal etwas schaumgebremst - gemeinsam mit Nadine Dolzer belegte er Platz 13: „Wir wollten unseren Evo VI keinesfalls beschädigen, da wir nächstes Wochenende bei der spanischen Rally Coasta Brava starten werden.“
Pröglhöf gewinnt Prestige-Duell gegen Neulinger
Auf Gesamtrang sieben landeten Luca Pröglhöf und Jakob Ruhsam im WMS Opel Corsa Rally4 - die beiden gewannen damit das Prestige-Duell um die Austrian Rally Trophy 2WD (ART2 für zweiradgetriebene moderne Fahrzeuge) gegen den regierenden ORM3- und Junioren-Staatsmeister Marcel Neulinger (BRR Lancia Ypsilon Rally4/Copilot Jürgen Heigl).
Pröglhöf, der wie Neulinger heuer in der Europameisterschaft starten möchte, zeigte sich über seinen Sieg (Vorsprung 11,4 Sekunden) höchst erfreut: „Das war der Auftrag meines Teamchefs Luca Waldherr: Das Auto nicht beschädigen und den ART2-Sieg holen. Und das haben wir geschafft.“
Doppelte Freude für Waldherr Motor Sport: Auch der junge Rallycrosser Lukas Wilhelm, mit der erfahrenen Christina Ettel an seiner Seite, glänzte mit guten Zeiten, konnte am Morgen mit dem WMS Opel Corsa Rally4 sogar zwei ART2-Bestzeiten in den Asphalt brennen und somit die Rallye auf Platz drei der ART2 beenden.
Peter Hopf und Stefan Heiland konnten in ihrem ZM Racing Ford Fiesta Rally2 den guten neunten Gesamtrang belegen - die Stallkollegen Markus Wurz und Andre Kachel sorgten am Nachmittag mit saftigen Rauchwolken für reichlich Aufsehen - ein Motorproblem, das sich jedoch nicht sonderlich auf die Performance auswirkte, schließlich konnten Wurz/Kachel die Rallye auf Platz zehn beenden.
Strobl/Schmidt gewinnen ARC & ARCH
Auf dem zwölften Gesamtrang landeten Alexander Strobl und seine erfahrene Copilotin Cathy Schmidt im bärenstarken Ford Escort Cosworth WRC. Das Duo konnte so die ARC vor Mühlberger/Dolzer und Gerolf Schuller/Kathrin Redlingshofer-Milev gewinnen.
Doch auch in der ARCH (Historik) gelang Strobl/Schmidt der Sieg, da heuer auch die „10er-Klassen“ in der ARCH gewertet werden. In der ARCH landeten Rene Kiehtreiber/Thomas Schimek (Mitsubishi) sowie Christian Rosner/Martin Rigl im bildhübschen, pechschwarzen Porsche auf den Plätzen zwei und drei.
Der Sieg in der JuniorARC erging an Jan Dolzer und Manuel Otter im RallyeABST Mitsubishi.
Zwölf Teams konnten das Ziel nicht erreichen - von den technischen Ausfällen waren erstaunlicherweise gleich fünf Ford Escort-Modelle betroffen wie beispielsweise jenes von Bernhard Hengl oder jenes von Oskar Hebenstreit. Wichtig: Die erste ARC Rallye Triestingtal ging ohne Unfälle über die Bühne.
Ergebnis ARC Rallye Triestingtal 2026
Die Sieger der Austrian Rallye Challenge:
ARC: Alexander Strobl/Cathy Schmidt (S/NÖ) Ford Escort Cosworth WRC
Junior ARC: Jan Dolzer/Manuel Otter (OÖ/NÖ) Mitsubishi Lancer Evo VII
ART1: Manfred Stohl/Peter Müller (NÖ/NÖ) Citroen C3 Rally2
ART2: Luca Pröglhöf/Jakob Ruhsam (NÖ/OÖ) Opel Corsa Rally4
ARCP: Maximilian Lichtenegger/Bernhard Ettel (K/W) Renault Clio Rally3
ARCH: Alexander Strobl/Cathy Schmidt (S/NÖ) Ford Escort Cosworth WRC


















