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EHRC, Akropolis: Bericht Schindelegger
Foto: Historic Acropolis Rallye

Schindeleggers beenden hist. Akropolis erfolgreich

Das Rallyeteam Schindelegger erreichte bei der legendären Acropolis Rallye in Griechenland das Ziel und belegte mit dem 14. Gesamtrang ein gutes Ergebnis.

Was für eine Rallye liegt hinter dem Rallyeteam Schindelegger! Lukas und Helmut Schindelegger erreichten bei einer der härtesten Rallyes der Welt nicht nur das Ziel, sondern belegten unter 61 gestarteten Teams den hervorragenden 14. Gesamtrang sowie Platz 4 in ihrer Klasse. Alleine das Ankommen gilt bei dieser traditionsreichen Schotterrallye bereits als großer Erfolg – umso bemerkenswerter ist das Ergebnis des Vater-Sohn-Gespanns aus Österreich.

Die Akropolis Rallye ist berüchtigt für ihre brutalen Bedingungen. Gewaltige Steinfelder, zerstörerische Schotterpisten, extreme Hitze und kilometerlange Prüfungen verlangen Mensch und Material alles ab. Viele Fahrzeuge scheitern bereits früh an technischen Defekten oder Ausritten. Auch die Mechaniker führen während der Rallye ein eigenes Rennen gegen die Zeit, um die Autos überhaupt konkurrenzfähig zu halten.

Und bereits die Anreise machte deutlich, welche Dimension dieses Abenteuer tatsächlich hatte. Mit dem Servicebus und Anhänger fuhren Helmut und Mechaniker Andreas vom Waldviertel aus knapp 1.700 Kilometer in rund 28 Stunden bis nach Griechenland. Mit etlichen Zwangspausen an den Grenzen, denn die Zöllner waren immer an der Ladung des Servicebus interessiert und kosteten den Beiden wertvolle Zeit und vor allem Nerven.

Nach der Ankunft folgten während der dreitägigen Besichtigung für Lukas und Helmut weitere rund 1.200 Kilometer auf den griechischen Straßen und Schotterpisten. Während der eigentlichen Rallye kamen zusätzlich etwa 160 Sonderprüfungskilometer sowie rund 600 Kilometer auf den Verbindungsetappen zwischen den Prüfungen hinzu.

Doch 2026 wartete Griechenland nochmals zusätzlich mit einer weiteren Herausforderung auf: sintflutartiger Regen. Schon während der Besichtigung verwandelten die starken Niederschläge die Sonderprüfungen in regelrechte Schlammfelder. Zahlreiche Teams blieben stecken oder konnten ihre Aufschriebe nicht kontrollieren, da sie um ihre Straßenautos fürchteten, mit denen in den Tagen vor der Rallye die Besichtigung der Strecke durchgeführt wurde. Lukas und Helmut Schindelegger kämpften sich hingegen mit Geschick und Durchhaltevermögen die üblichen zweimal durch sämtliche Prüfungen und konnten so die wichtige Vorbereitung erfolgreich abschließen. Dabei waren zweimal über 12 Stunden im Besichtigungsauto nötig und Pausen waren dabei kaum möglich.

Für Außenstehende kaum vorstellbar: Das bedeutete für das Rallyeteam Schindelegger und insbesondere für Helmut, der auch die Hin- und Rückreise mit dem Servicebus übernahm, praktisch über eine ganze Woche nahezu ausschließlich im Auto zu verbringen. Während der Freitag nach der Besichtigung nur Zeremonienstart und eine Nacht- Sonderprüfung beinhaltete, forderten die beiden Rallyetage am Samstag und Sonntag jeweils rund zehn bis zwölf Stunden Fahrzeit – mit nur wenigen kurzen Pausen dazwischen, die mit Service und Organisation ebenfalls gefüllt wurden. Permanente Konzentration, körperliche Belastung durch Hitze und Erschütterungen sowie stundenlanges Fahren auf schwierigstem Untergrund machten die Veranstaltung zu einem echten Extremtest für das gesamte Team.

Was dabei noch unglaublicher klingt, ist die Leistung, die Helmut dabei während der ganzen Rallye erbrachte: Nicht eine einzige Ansage las er während der gesamten Rallye falsch vor. Und das bei einer Rallye, bei der selbst er keine Erfahrung als Fahrer hatte und vorher noch diese riesige Strecke mit dem Bus absolvierte.

Bereits der Shakedown zeigte, wie gnadenlos die Rallye werden würde. Ein australischer Klassenkonkurrent musste schon vor dem eigentlichen Start mit Motorschaden aufgeben.

Auch für das Rennwochenende sagten die Wetterdienste unfassbare Regenmengen voraus und so war der Ausblick auf den Start schon sehr angespannt. Der Auftakt erfolgte am Freitagabend mit einer spektakulären Nachtsonderprüfung auf trockenem Schotter. Die Schindeleggers setzten mit der 15. Gesamtzeit sofort ein starkes Ausrufezeichen und etablierten sich mitten im internationalen Spitzenfeld.

Der Samstag entwickelte sich wie erwartet zu einem Überlebenskampf. Heftiger Regen hatte die Prüfungen schwer beschädigt, eine Sonderprüfung musste sogar komplett abgesagt werden. Die verbleibenden Strecken boten extreme Wechsel zwischen tiefem Schlamm und schnellen, steinigen Schotterpassagen. Teilweise war nur Schritttempo möglich, wenige Meter später wieder Vollgas. Diese permanent wechselnden Bedingungen verlangten höchste Konzentration und absolutes Vertrauen zwischen Fahrer und Beifahrer. Ein Vertrauen, das bei Lukas und Helmut schon seit Jahren vorhanden ist, und das zeigte sich deutlich in den erzielten Zeiten.

Trotz der schwierigen Bedingungen, die das Rallyeteam Schindelegger zwei Gesamtplätze kosteten, kämpften Lukas und Helmut sich am Nachmittag weiter durch die Sonderprüfungen. Auf der legendären „Tarzan“-Prüfung gelang die Rückkehr auf Rang 15, ehe sich das Team bis zum Tagesende sogar auf den sensationellen 14. Gesamtrang verbesserte. In der Klasse hielten Lukas und Helmut gegen deutlich stärkere Konkurrenz dagegen – viele Gegner waren mit leistungsstarken BDA Escorts unterwegs oder als lokale Topteams bestens mit den Strecken vertraut. Dennoch behaupteten die Schindeleggers Platz 4 in der Klasse.

Auch am Sonntag blieb die Rallye extrem anspruchsvoll. Die Prüfungen führten von Lamia durch Zentral-Griechenland Richtung Thiva und verlangten den Teams noch einmal alles auf den letzten fünf Sonderprüfungen ab. Kilometerlange Vollgaspassagen auf extrem schnellen und rauen Schotterstraßen wechselten sich mit tückischen Schlammfeldern ab, die oft erst hinter Kuppen sichtbar wurden. Doch dank perfektem Zusammenspiel verhinderten Lukas und Helmut immer wieder kritische Situationen und brachten ihren Escort ohne Schäden ins Ziel.

Die Freude im Ziel in der historischen Stadt Thiva war riesig. Nicht nur das Erreichen des Ziels, sondern vor allem das herausragende Ergebnis macht diese Rallye für das Rallyeteam Schindelegger zu einem ganz besonderen Erfolg. Mit vergleichsweise bescheidenen Mitteln, als Vater-Sohn-Gespann und in einem im Vergleich zur Konkurrenz unterlegenen Fahrzeug gelang es den beiden, einen Großteil des internationalen Starterfeldes hinter sich zu lassen.

Besonders bemerkenswert: Viele Teams mit deutlich größerem Budget und leistungsstärkerem Material schafften es nicht bis ins Ziel oder lagen hinter dem Rallyeteam Schindelegger. Dass Lukas und Helmut Schindelegger die Akropolis Rallye auf Platz 14 Gesamt und Platz 4 in der Klasse beenden konnten, darf daher durchaus als kleine Sensation gewertet werden.

Großer Dank gilt allen Fans, Sponsoren und Unterstützern, die dieses Abenteuer möglich gemacht haben. Besonders bedanken möchten sich Lukas und Helmut bei SanLucar, Eschelmüller Holz und Hengstberger für die Unterstützung.

Für das Rallyeteam Schindelegger geht die Saison bereits Ende August weiter. Am 21. und 22. August steht Finnland auf dem Programm, ehe nur eine Woche später Schweden folgt. Die schnellen und spektakulären Schotterstraßen Finnlands konnten die Schindeleggers bereits 2024 kennenlernen – nun hoffen sie, an die damaligen Erfolge anzuknüpfen und vielleicht sogar noch einen Schritt weiterzugehen.

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