Barum Rückschau/OBM Vorschau Wagner | 26.08.2026
„Grande Finale ist gut für den Sport!“
Simon Wagner blickt zurück auf die bisherige Saison in der Tschechischen Staatsmeisterschaft und freut sich auf das Grande Finale der TEC7 ORM, wo er seine Außenseiterchancen nützen möchte.
Am vergangenen Wochenende, beim vorletzten Lauf der Tschechischen Rallye Staatsmeisterschaft, der legendären Barum Rallye, musste Simon Wagner seine Chancen auf den tschechischen Titel endgültig begraben. Der Tschechische Vize-Staatsmeister des Vorjahres wurde auf den Straßen rund um Zlin zum dritten Mal in diesem Jahr Vierter und belegt nun auch in der Meisterschaft Platz vier. Den neuen Meisterschaftsführenden Filip Mares kann Wagner beim Finale (Rally Pacejov, 18.-20. September) nicht mehr abfangen.
Simon sagt: „Das zeigt natürlich auch, wie schwierig es heuer ist. Nimm Dominik Stritesky - er hat heuer drei Rallyes gewonnen und nachdem er wegen seinem Rippenbruch die Barum nicht fahren konnte, rutschte er in der Meisterschaft gleich einmal ab auf Rang drei. Oder Jan Kopecky - er stand heuer dreimal auf dem Podium, nach seinem Ausfall bei der Barum liegt er nun in der Meisterschaft auf Rang sechs.“ Was wohl auch dem Umstand zuzuschreiben ist, dass bei der Barum Rallye der Punkte-Koeffizient 1,5 zum Tragen kam. Ganz allgemein jedoch gilt: „Die Meisterschaft war heuer auf einem sehr hohen Niveau unterwegs - jeder noch so geringe Fehler wurde sofort bestraft.“
Hersteller geben Gas: „Da tut sich was!“
In der Rallye-Europameisterschaft ERC belegten Simon Wagner und seine deutsche Copilotin Hanna Ostlender in Zlin Platz acht. Dabei konnte Simon in den Jahren 2022 bis 2024 bei der beliebten tschechischen Kult-Rallye jedes Jahr das ERC-Podium stürmen. 2024 wurde Wagner Zweiter - auf den damaligen Sieger Dominik Stritesky fehlten lediglich 19,2 Sekunden. Im Vorjahr, erstmals mit dem Hyundai i20 N Rally2 unterwegs, verpassten Wagner/Ostlender als Vierte nur knapp das Podium.
Dass es für Simon Wagner heuer so viel schwieriger ist, liegt auch an den unterschiedlichen Hersteller-Strategien. Während andere laufend ihre Rally2-Autos weiterentwickeln, hat Hyundai die Entwicklung des aktuellen Rally2-Fahrzeugs gestoppt und ganz bewusst auf den neuen Rally2-Boliden gesetzt. Simon nickt: „Ja, der Neue wird am 31. Dezember homologiert, Hyundai legt den Fokus voll auf dieses Auto. Wir haben daher gewusst, dass es heuer schwierig wird - es ist für uns dennoch erstaunlich zu sehen, wie schnell es geht, dass man mit einem zuvor noch guten Paket plötzlich nicht mehr ganz vorne mitfahren kann. Zugleich ist es aber auch schön zu sehen, wie sehr die Hersteller Gas geben. Da tut sich was! Alles wird schneller. Die Automobilindustrie lebt - es sind rasante Entwicklungen, die letztendlich auch der Serienproduktion helfen.“
Außenseiterchancen: „Die wollen wir nützen!“
Simon Wagner und Hanna Ostlender freuen sich nun auf das bevorstehende Grande Finale der heimischen Rallye Staatsmeisterschaft (TEC7 ORM) im Rahmen der OBM Land der 1.000 Hügel Rallye am 29. und 30. August. In der heimischen Meisterschaft konnte der fünffache Staatsmeister zunächst mit drei Siegen in Serie klare Ansprüche auf einen sechsten Titel stellen. Selbst als er wegen einer Terminüberschneidung die ET König Judenburg Rallye zugunsten der CZ-Meisterschaft ausließ, lag man noch voll im Plan. Schließlich muss eine Rallye als Streichresultat herangezogen werden. Auch bei der Rallye Weiz konnten Wagner/Ostlender das Zepter übernehmen - doch dann wurde das österreichisch-deutsche Duo von technischen Problemen geplagt. Als Racer wollte Simon die verlorenen Positionen aufholen, dabei unterlief ihm einer seiner seltenen Fehler, sodass es zum Ausfall kam...
Die TEC7 ORM steht nun vor einem spannenden Finale - drei Teams können noch Staatsmeister werden. Den Matchball haben Hermann Neubauer und Ursula Gaßner mit 112 Punkten auf dem Konto. Dahinter folgen Michael Lengauer und Jürgen Rausch mit 106 Punkten und schließlich Simon Wagner und Hanna Ostlender mit 101 Zählern. Für die Top 15-Platzierungen gibt es bei jedem Lauf Punkte nach dem Schema 30-24-21-19-17-15-... - dazu kommen bei der ersten und der letzten ORM-Rallye Powerstage-Punkte nach Schema 5-4-3-2-1.
Simon Wagner und Hanna Ostlender sind motiviert bis in die Zehenspitzen: „Klar - wir wollen unsere Chancen maximal nützen. Und da gibt es für uns natürlich nur den Sieg und die maximalen Powerstage-Punkte.“ Allerdings würden Tabellenleader Hermann Neubauer dann auch ein dritter Platz und Platz zwei in der Powerstage reichen, um dennoch Meister zu werden. Simon: „Das liegt nicht in unserer Hand - wir können nur versuchen, von unserer Seite das Maximum zu holen.“
Jännerrallye-„Fluch“: „Nie mehr ‚die Jänner‘ gewinnen ;)“
Sollte Simon Wagner heuer keinen sechsten Staatsmeistertitel erringen, würde wohl eine Art „Fluch“ ein weiteres Jahr zum Tragen kommen. Der Hintergrund: Simon konnte heuer endlich den heiß ersehnten Sieg bei der Jännerrallye einfahren - seit 2011 wurde kein Jännerrallye-Sieger Staatsmeister. Simon lacht: „Wäre ich abergläubisch, dürfte ich also nie wieder die Jännerrallye gewinnen.“
Doch „Flüche“ sind zum Brechen da - Simon nickt: „Genau. Wir werden es auf jeden Fall probieren. Sicher ist: Für unsere Meisterschaft ist dieses spannende Finale ein echter Gewinn. Und es zeigt auch, auf welch hohem Niveau in unserer Heimat gefahren wird. Wer immer auch heuer Meister wird - er hat es ganz sicher verdient.“

















