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ORM/ARC, OBM Rallye: Vorschau
Foto: Daniel Fessl

High Noon im Wechselland

Hermann Neubauer und Michael Lengauer arbeiten bei der ORM Land der 1000 Hügel Rallye nächste Woche in Krumbach an Simon Wagners Sturz vom österreichischen Rallye-Thron / Titel-Duell auch in der TEC7 ORM 2

Was für ein Finale wartet da nächste Woche im niederösterreichischen Krumbach auf die Rallye-Fans in Österreich? Mit dem zweifachen Staatsmeister Hermann Neubauer (2016 und 2019), Michael Lengauer und dem fünffachen Champion Simon Wagner (2021, 2022, 2023, 2024 und 2025) kämpfen die drei momentan schnellsten Piloten des Landes um den Titel 2026. Dramatischer geht es einfach nicht mehr bei der OBM Land der 1000 Hügel Rallye am 28./29. August im Wechselland

TEC7 ORM

Die endgültige Entscheidung muss diesmal fallen, denn nach der OBM Land der 1000 Hügel Rallye ist Schluss mit der heurigen Saison der TEC7 Rallye-Staatsmeisterschaft. Dass ein ORM-Titel erst im letzten Lauf vergeben wird, ist nicht selbstverständlich. Zu oft verkam das Finale schon zum längst entschiedenen Schaulaufen. Ein Dreikampf um den Staatsmeisterschaftstitel hat gar den Seltenheitswert eines Lottogewinns. Dementsprechend glücklich ist mit der heurigen Ausgangslage OBM-Rallye-Veranstalter Luca Waldherr, der „vor seiner Haustür“ ebenfalls ins Lenkrad greift und als Vizemeister 2024 auch unbestreitbare Racer-Fähigkeiten mitbringt. Vom 14-fachen Rekord-Staatsmeister Raimund Bauschlager ganz zu schweigen. Und mit Peter Hopf, seines Zeichens Mitveranstalter der ET König Judenburg-Rallye, wirkt ein steirischer Toppilot in der stärksten Allradler-Klasse mit, der zuletzt bei der ARC Mühlstein-Rallye mit Platz zwei ein bemerkenswertes Ausrufezeichen setzen konnte.

Die Stimmen der Toppiloten

Hermann Neubauer (Toyota Yaris Rally2), 112 Punkte: „Ich habe mich schon in meinem Urlaub in Italien körperlich auf dieses Finale vorbereitet. Natürlich will ich diese Chance nützen, die ich am Beginn der Saison gar nicht auf meinem Radar hatte. Aber meine Siege im Murtal und in Weiz haben mir in die Karten gespielt und diese Möglichkeit geschaffen. Auch meine Co-Pilotin Ursula Gassner hat dadurch die Möglichkeit, sich den Titel zu sichern. Ich hoffe, es klappt, für Spannung ist jedenfalls reichlich gesorgt.“

Michael Lengauer (Citroen C3 Rally2), 106 Punkte: „Ein Dreikampf um den Titel ist genau das, was unser Sport braucht, damit wir ihn bestmöglich präsentieren können. Ich bin in erster Linie dankbar, dass wir da mitmischen können und unsere Sponsoren auch bei diesem Finale hinter uns stehen. Wir haben es selbst in der Hand, Meister zu werden und werden dementsprechend alles versuchen. Wenn wir es nicht schaffen, haben wir’s sicher nicht im letzten Lauf verspielt. Den praktisch sicheren Sieg im Rebenland noch aus der Hand gegeben, der Ausfall im Lavanttal, das waren die negativen Eckpunkte unseres Jahres. Aber jetzt schauen wir positiv in die nächste Woche. Möge der Beste von uns drei am Ende vorne sein.“

Simon Wagner (Hyundai i20 Rally2), 101 Punkte: „Von den drei Titelkandidaten bin ich der einzige, der es aus eigener Kraft nicht mehr schaffen kann, Staatsmeister zu werden. Deshalb will ich nicht von einem Dreikampf sprechen, sondern nur von einem Zweikampf zwischen Neubauer und Lengauer. Meine Chance sehe ich nur als sehr minimal, was mir für das Team unendlich leidtut. Andererseits bin ich durch die schlechte Konstellation auch der Pilot, der nichts mehr zu verlieren und dadurch den wenigsten Druck hat. Ich kann nur versuchen, die Rallye zu gewinnen und inklusive Powerstage maximal zu punkten. Alles andere liegt nicht in meiner Hand. Daher bringt es auch nichts, mich mit irgendwelchen Rechenspielen zu beschäftigen.“

Luca Waldherr (Citroen C3 Rally2): „Mit dem Start und der gleichzeitigen Organisation der OBM Land der 1000 Hügel Rallye habe ich natürlich eine Doppelbelastung. Zum Glück habe ich aber ein gutes Team hinter mir, das mir viel abnimmt. Dass ich bei meiner Heim-Rallye aber im Auto sitze und mitfighte, ist praktisch Pflicht. Ergebnistechnisch will ich mich gar nicht auf irgendein Resultat festlegen. Ich nehme an, dass die drei Titelkandidaten ein dementsprechend hohes Tempo vorlegen werden. Mal sehen, wie weit der Rest des Feldes da mithalten kann.“

Raimund Baumschlager (Skoda Fabia Rally2): „Mit dem Start bei dieser tollen Rallye möchte ich auch mein Versprechen gegenüber unseren Sponsoren einlösen. Ich werde versuchen, ein gutes Resultat zu erzielen, muss aber natürlich die Kirche um Dorf lassen und mir eingestehen, dass ein Podestplatz schwierig zu erreichen sein wird. Aber kurz bzw. gleich danach möchte ich mich am Ende schon gerne sehen.“

??Peter Hopf (Ford Fiesta Rally2): „Von meinem zweiten Platz bei der ARC Mühlstein-Rallye war ich selber überrascht, damit habe ich nicht gerechnet. Diese neuerliche Leistungssteigerung möchte ich natürlich beim Finale in Krumbach prolongieren. Schade, dass die ORM-Saison schon zu Ende geht, ich bin offensichtlich gerade jetzt sehr gut drauf.“

Das Feld der Rally2-Fighter in Krumbach komplettieren Niederösterreichs schnellster Orthopäde Bernhard Stitz (Citroen C3), der Bulgare Nikola Mishev sowie der Ungar Zoltan Modos (beide Skoda Fabia).

TEC7 ORM 2

Auch in der TEC7 ORM 2 liegen die Nerven im Titelkampf noch blank. Zumindest jene von Christoph Zellhofer (Suzuki Swift ZMX) und Günther Knobloch (Renault Clio Rally3), die im direkten Duell um die Staatsmeister-Trophäe stehen. Durch seinen Ausfall in Weiz bugsierte der bis dahin führende Steirer Knobloch seinen niederösterreichischen Kontrahenten Zellhofer ungewollt in die Favoritenrolle. Die Titel-Rechnung will Christoph Zellhofer zwar nicht anstellen, sie sei hier aber trotzdem kurz erklärt, um Günther Knoblochs Schwierigkeit des Unterfangens darzustellen. Selbst wenn der Steirer nämlich die Rallye samt den fünf Powerstage-Punkten gewinnt, genügt Christoph Zellhofer ein zweiter Platz bei der Rallye und ein dritter Platz in der Powerstage, um am Schluss immer noch einen Zähler vor Knobloch zu liegen.

Eine echte Überraschung ist die Nennung von Willi Stengg in der ORM 3 von Krumbach. Der Rallye-Staatsmeister des Jahres 1995 pilotiert mit der Steirerin Bianca Marina Stampfl am Beifahrersitz einen Renault Clio Rally3 und erntet damit sicherlich die Aufmerksamkeit der Fans.

TEC7 ORM 3

Alles klar ist in der zweirad-getriebene Kategorie ORM 3. Hier hat der fünffache Saisonsieger Marcel Neulinger (Lancia Ypsilon Rally4) die Wiederholung seines Vorjahrestitels längst fixiert. Der junge Oberösterreicher wartet nach seinem schweren Unfall Ende Juli beim EM-Lauf in Polen momentan auf seine REHA, wobei wir ihm von dieser Stelle aus viel Glück und rasche Genesung wünschen. Durch Neulingers Ausfall rutscht dessen oberösterreichischer Landsmann Lukas Dirnberger (Peugeot 208 R4) in die Rolle des Favoriten auf den letzten ORM-3-Sieg des Jahres.

RP-TOOLS Rallye Junioren-Staatsmeisterschaft

Die Meisterjagd in der RP-TOOLS Rallye Junioren-Staatsmeisterschaft ist fast identisch mit jener in der ORM 3. Auch hier steht der 21-jährige Marcel Neulinger bereits als alter neuer Staatsmeister fest. Der für den MSC Schenkenfelden fahrende Yougster holte nach 2024 und 2025 heuer sogar seinen dritten Junioren-Titel. Und auch hier bleibt für den 23 Jahre jungen Lukas Dirnberger nur die Krone des Vizestaatsmeisters.

Im Junioren-Starterfeld der OBM Rallye tauchen mit Dominic Rieger, Manuel Fuchs, Michael Kroneder (alle Opel Corsa OPC) und Tobias Reischer (Volvo 940) auch teils neue Namen hoffnungsvoller Racer-Talente auf.

TEC7 HRM und HRM Classics

Der Champion 2026 in der Historischen Staatsmeisterschaft steht ebenfalls seit dem letzten Lauf in Weiz fest. Und er trägt mit Karl Wagner einen ebenso bekannten wie erfolgreichen Namen. Der smarte Wiener im unverkennbaren knallgelben TEC7-Porsche 911 ist so nebenher ja immerhin auch fünffacher Historischer Europameister. Mit der nicht minder populären Copilotin Gerda Zauner als Copilotin erweiterte das Duo somit seine internationale Erfolgsliste nach bereits errungenen Staatsmeister-Ehren in den Jahren 2011 und 2012 um ein drittes nationales Karriere-Highlight.

In der HRM Classics (Fahrzeuge Bj. 1993 bis Bj. 2000) hat der Salzburger Alexander Strobl (Ford Escort WRC) die große Chance auf den Gesamtsieg. Um allerdings den noch vor ihm liegenden Italiener Federico Laurencich von der Spitze zu holen, ist in Krumbach auf jeden Fall eine Zielankunft nötig.

TEC7 ORM Trophy

In der TEC7 ORM Trophy, also jener Klasse für Piloten, die das 50. Lebensjahr bereits überschritten haben, liegt die Favoritenrolle beim Titelverteidiger Hermann Gassner. Der Deutsche, der heuer schon mit vier Automarken (Toyota, Mitsubishi, Renault und Hyundai) am Start stand, zündet in Krumbach wieder einen Toyota Yaris, um den in der Gesamtwertung momentan knapp vor ihm liegenden Karl Wagner im Porsche 911 noch abzufangen.

Alle anderen Trophy-Piloten, die in Krumbach dabei sind, haben zwar keine Chance mehr auf den Titel, ihre Namen wie u. a. Raimund Baumschlager, Willi Stengg, Bernhard Stitz, Gerolf Schuller, Günther Königseder, Alexander Strobl, Alfons Nothdurfter oder Robert Zitta sind trotzdem untrennbar mit dem Who-is-who des heimischen Rallyesports verbunden.

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