ARC, Grasl Rallye Horn: Bericht Friedl | 25.09.2026
Schreckmoment – Improvisieren gefragt
Eugen Friedl und Helmut Aigner vom MCL 68 konnten mit dem AUTOFUN - Ford Fiesta Proto mit viel Improvisation wichtige Punkte in der ARC Challenge einfahren.
Die GRASL-HORN-Rallye fand überhaupt zum ersten Mal statt, wurde im Berich HORN und der Gemeinde Mörtersdorf ausgetragen und zählt zur ARC Austrian Rallye Challenge. Die Gesamtlänge der Sonderprüfungen war 89 km und beim stimmungsvollen Zeremonienstart und spätsommerlich warmen Wetter rollten 50 Teams über die Startrampe.
Schon bei der Besichtigung bekam das Team den Eindruck von einer schnellen Strecke in einer leicht hügeligen Gegend mit langen Geraden und engen Abzweigern. Der eigene Charakter dieser Strecke könnte eine „Challenge“ für die Bremsen werden.
Die beiden kamen auf der Auftakt-Sonderprüfung gleich richtig gut in Schwung und fuhren unerwarteterweise eine 23. Gesamtzeit. Auf Sonderprüfung 2 gab es kurz nach dem Start ein Problem mit der Gegensprechanlage, aber Helmut hat schnell reagiert und gab improvisierend die „Pacenotes“ per Handzeichen, eine andere Art der „Ansage“ des Co-Piloten. Der Zeitverlust war gar nicht so viel, somit lagen die beiden nach SP 3 am 26. Gesamtplatz.
Auf SP 4 Rundkurs 2. Durchgang lief am Anfang noch alles nach Plan, nach zirka 5 km, vor einer mittelschnellen Rechtskurve versagten jedoch die Bremsen - ein Schreckmoment!
Mit Mühe konnte ein heftiger Abflug verhindert werden. Glücklicherweise passierte dies nicht nach einer langen Geraden vor einem Abzweig. Auch durch „Pumpen“ konnte in der Folge kein Bremsdruck aufgebaut werden, sodass zur Reduktion der Geschwindigkeit nur mehr die Handbremse übrig blieb - vor jedem Abzweig ein „Harakiri-Akt“ und ein kurzer Ausritt in einen Acker konnte nicht verhindert werden. In der Summe verloren die beiden dadurch auf dieser Prüfung fast 2 Minuten, waren aber noch im Rennen - „abgerechnet wird zum Schluss“. Ein sehr ähnliches Erlebnis dieser Art hatte Eugen schon einmal 2009 bei einer Schotter-Rallye in Ungarn. Auch dort musste er nach einem totalen Bremsausfall nur mit der Handbremse ins Ziel der Prüfung fahren.
Nach dem Ende der Prüfung konnte die Ursache schnell gefunden werden und mit Bordmitteln wurde das Problem vorläufig gelöst, sodass die beiden weiterfahren konnten, allerdings etwas „schaumgebremst“ auf SP 5.
In der Gesamtwertung fielen sie dadurch vom 26. auf den 35. Gesamtrang zurück.
Die Servicecrew konnte in der darauffolgenden Zwangsrast die Bremsanlage wieder komplett in Ordnung bringen, sodass Eugen für die letzten 3 Sonderprüfungen wieder schnell volles Vertrauen in die Bremsen hatte. So führte die Aufholjagd mit guten Gesamtzeiten ins Ziel.
Ein Lob an den Veranstalter: Es gehört viel Idealismus und unternehmerischer Mut dazu, eine Rallye ins Leben zu rufen. Das Bemühen des Veranstaltungsteams hat eine coole und gut organisierte Rallye für alle Beteiligten geboten.
Fazit: 30. Gesamtplatz und die beiden waren trotz Schreckmoment mit den gefahrenen Zeiten teilweise zufrieden. Der 3. Platz in der Jahreswertung der ARC-P Challenge konnte mit Punktegleichstand mit einem anderen Team verteidigt werden. Beim Saisonfinale der ARC ist rechnerisch auch noch der 2. Platz möglich, allerdings mehr theoretisch als praktisch.
Die HERBST- Rallye im Walviertel kann kommen!
Der vorliegende Teambericht wurde im Rahmen des ARC-Presseservice im Zuge der Kooperation von Austrian Rallye Challenge und motorline.cc veröffentlicht.


















