Austrian Rallye Challenge 2026 | 01.11.2026
Grande Finale bei Herbstrallye: Gerolf Schuller ist Clubmeister!
Bei einem großartigen Finale im Rahmen der sensationellen Herbstrallye sind in der Austrian Rallye Challenge die letzten Entscheidungen gefallen. ARC-Clubmeister 2026 wurden Gerolf Schuler und Kathrin Redlingshofer-Milev.
Die Austrian Rallye Challenge feierte bei der sensationellen Herbstrallye ein grandioses Finale - eine florierende Saison 2026 wurde mit einem echten Highlight abgeschlossen. Die Herbstrallye war für viele so etwas wie die Rallye des Jahres. Der spannende Showdown zwischen dem Tschechen Jan Cerny und Rekord-Staatsmeister Raimund Baumschlager sorgte dafür, dass die Rallye bis zum letzten Meter spannend blieb - gewonnen hat am Ende das Duo Raimund Baumschlager/Thomas Zeltner, das auch in der ARC eingetragen ist. Mit Gerolf Schuller wurde ein Pilot ganz im Sinne von ARC-Mitgründer Folkrad Payrich Clubmeister 2026 - Schuller und seine Copilotin Kathrin Redlingshofer-Milev konnten sich mit einem Mitsubishi durchsetzen, den man im Vergleich zu modernen Fahrzeugen als leistbar bezeichnen kann.
Die ARCA (Austrian Rallye Challenge Association) kann auf eine erfolgreiche ARC-Saison 2026 zurückblicken. Neun Rallyes wurden absolviert, davon vier reine ARC-Events, vier ARC/ORM-Doppelveranstaltungen und eine Auslands-Rallye - von diesen neun zur Auswahl stehenden Rallyes wurden die sechs besten Ergebnisse in die Wertung genommen, wobei Zusatzpunkte nicht von den Streichresultaten betroffen waren.
Insgesamt waren heuer 83 Teams in der Austrian Rallye Challenge eingeschrieben - von den sagenhaften 119 Teams bei der Herbstrallye waren 55 in der ARC eingetragen.
ARC-Koordinator Helmut Schöpf erklärt: „Mit 83 gemeldeten Teams haben wir heuer den höchsten Wert der letzten zehn Jahre erreicht und das ist in Zeiten wie diesen schon sehr beachtlich. Ich denke wir sind mit der ARC auf einem guten und auch sehr positiven Weg für den österreichischen Rallyesport. Das hat die Saison 2026 deutlich gezeigt.“
ARC-Obmann Georg Gschwandner ergänzt: „In der ARC wird das Miteinander groß geschrieben - jeder freut sich für jeden. Die ARC-Veranstalter kochen nicht ihr eigenes Süppchen - sie machen die ARC zu einem Festschmaus für Aktive und Fans.“
ARC-Clubmeister Gerolf Schuller: „Fühle mich wie ein Weltmeister“
Sowohl Gerolf Schuler als auch Hans Georg Lindner konnten beim Grande Finale noch Clubmeister werden - wobei klar war, dass Lindner nur dann das Blatt wenden hätte können, wenn er mit seinem heckangetriebenen Ford Escort vor Schuller im Allrad-Mitsubishi gelandet wäre. Was rein technisch nur dann möglich gewesen wäre, wenn es bei Schuller Probleme gegeben hätte.
Gerolf Schuller und seine Copilotin Kathrin Redlingshofer-Milev mussten also vor allem „nur“ ins Ziel kommen. Doch das war für den späten Quereinsteiger, der 2024 seine erste richtige Rallye fuhr, alles andere als ein Kinderspiel. Der 53-Jährige blickt auf jenen Moment zurück, als er freudenstrahlend im Ziel der Herbstrallye angekommen war: „Da ist eine Riesenlast von meinen Schultern gefallen. Im Ziel ging es drunter und drüber, es haben uns alle gratuliert und wir haben noch gar nicht realisiert, was uns da eigentlich gelungen ist.“
Lachend fügt Gerolf hinzu: „Mittlerweile ist mir klar geworden, dass dieser Titel für mich eine Riesensache ist - ich fühle mich wie ein Weltmeister. Für mich ist das erst meine dritte Saison. Bei acht Rallyes sind wir sieben Mal auf dem Stockerl gelandet - ich habe eine Mords-Freude mit diesem Titel.“
Schuller reiht sich als ARC-Clubmeister in eine prominente Liste ein - zuletzt waren Lukas Dirnberger und Gerald Bachler erfolgreich, dazu kommen weitere klingende Namen wie Simon Wagner, Julian Wagner oder Roman Mühlberger…
Gerolf Schuller ist eines wichtig: „Meine Copilotin Kathrin ist ein Wahnsinn - sie haut sich rein, kümmert sich um alles, liefert die komplette Organisation unserer Einsätze und beim Lesen des Aufschriebs ist sie sowieso immer perfekt und fehlerlos.“
Auch das Einsatzteam Sonnleitner Motorsport möchte Schuller lobend erwähnen: „Der von uns pilotierte Mitsubishi Lancer Evo V war stets zuverlässig, diese Perfektion ist ein Wahnsinn. Und dabei haben wir bei unseren Einsätzen stets eine Gaudi, was auch wichtig ist.“
2027 möchte Gerolf Schuller mit dem gleichen Auto weiterfahren und versuchen, den Clubmeistertitel zu verteidigen - Schuller sagt: „Natürlich wollen wir diesen Titel verteidigen. Doch das wird schwieriger werden - denn was ich gehört habe, wollen einige starke Teams in die ARC einsteigen. Wir wollen 2027 jedenfalls möglichst viele Rallyes fahren, ARC- und auch ORM-Rallyes.“
Vize-Clubmeister Hans Georg Lindner: „Hatten super Saison“
Hans Georg Lindner und Gina Schütter können stolz auf ihre Leistung sein - schließlich wären sie im rein technisch unterlegenen Ford Escort RS1600 beinahe Clubmeister geworden, am Ende fehlten nur sieben Punkte auf den Titel.
Der erfahrene, seit dem vergangenen Jahrtausend aktive Hans Georg Lindner weiß nur allzu gut: „Schon allein wegen der Gruppenpunkte, die wir mit dem Heckantrieb eigentlich nicht an Land ziehen können, konnten wir eigentlich grundsätzlich nicht den Titel gewinnen. Da ist es schon toll, dass wir überhaupt so weit vorne gelandet sind. Wir hatten eine super Saison und bis auf einen kleinen Defekt im Triestingtal gab es keine Probleme.“
Auch Lindner würdigt seine Copilotin Gina Schütter: „Gina ist eine super Copilotin, sie trägt einen riesengroßen Anteil an unserem Erfolg - ohne sie ginge es nicht.“ Was nur wenige wissen: Hans Georg Lindner und Gina Schütter sind ihr eigenes Einsatzteam: „Wir haben alle Einsätze zu zweit abgewickelt. Zum Glück hatten wir nie viel zu reparieren.“
Lindner erklärt: „Die Austrian Rallye Challenge ist eine super Meisterschaft mit ihren Eintages-Rallyes. Und auch den Veranstaltern der Herbstrallye kann man nur gratulieren.“
Rene Kiehtreiber katapultiert sich mit Hattrick auf das Jahres-Podium
Der Kampf um den ARC-Sieg bei der Herbstrallye war ähnlich dramatisch wie der Showdown um den Gesamtsieg. Nach seinen ARC-Siegen bei der OBM- und der Grasl Rallye Horn wollte Rene Kiehtreiber auch beim Finale den ARC-Sieg einfahren. Bis zur Mittagspause konnten Kiehtreiber und sein Copilot Christian Eisenmagen auch tatsächlich die Führung der ARC-Wertung übernehmen.
Doch dann passierte Folgendes, wie Rene Kiehtreiber in einer Presseaussendung berichtet: „Dann jedoch schlug ausgerechnet auf der Prüfung, die in Renes nähere Heimat Pfaffenschlag führte, das Pech recht widerlich zu, indem es den Ladeluftkühler des prächtigen Mitsubishi zerfetzte. Damit war die Challenge-Führung erst einmal dahin. Erschwerend kam hinzu, dass auch die sechste Prüfung mit reduziertem Ladedruck und damit stark verminderter Motorleistung befahren werden musste.“
Auf den letzten beiden Prüfungen wuchsen Kiehtreiber und Eisenmagen quasi über sich hinaus und konnten tatsächlich noch den ARC-Sieg und damit auch den ersehnten Hattrick erringen. Mehr noch: So konnte sich der Waldviertler noch hinter Schuller und Lindner auf Platz drei der ARC-Tabelle katapultieren.
In der Klasse C1 konnte Kiehtreiber hinter Schuller den zweiten Jahresrang belegen, auf Platz drei landeten Alexander Strobl und Cathy Schmidt,
In der Klasse C2 ging es in Dobersberg noch gehörig zur Sache. Den Tagessieg holten sich Michael Franz und Manfred Schneider knapp vor Christoph Weber und Stefan Langthaler, beide in VW Golf III Kitcars. Den Routiniers Harald Ruiner und Karin Cerny reichte ein dritter Platz, um in der Jahreswertung den Sieg zu erobern. Der junge Tobias Reischer und seine Copilotin Tina Garherr landeten in ihrem Volvo nur zwei Punkte dahinter auf Jahresrang zwei, gefolgt von Bernhard Haider/Celina Stadlbauer (BMW).
In der C3 stand Hans Georg Lindner mit seinen Serienklassensiegen schon lange vor dem Finale als Jahressieger fest. Auf Jahresrang zwei landeten Jürgen und Franz Blei auf Opel vor Goran Dokic im Ford Escort.
Die Jahreswertung der C4 ging wie erwartet an Franz Zack und Wilhelm Schierleitner im VW Käfer, dahinter landeten Marcel Kiesenhofer (Suzuki) und Norbert Tomaschek (Alfa Romeo).
In der Juniorenwertung der C-Klassen feiert Michael Kroneder den Jahressieg vor Jan Dolzer und Tobias Reischer.
ARCP: Traussnig siegt - Zellhofer schon vor dem Finale Jahressieger
In der ARCP für Proto- und Produktionsfahrzeuge musste Christoph Zellhofer beim Grande Finale gar nicht mehr antreten im Eigenbau-Proto von ZM Racing, dem Suzuki Swift ZMX - so stark fuhr der nicht umsonst „Proto-Dominator“ genannte Christoph Zellhofer, der sich in Dobersberg einmal mehr im Rally2 versuchte. In einem am Donnerstag erscheinenden Podcast verrät Christoph, dass er 2027 sowohl den ORM2- als auch den ARCP-Titel verteidigen möchte - schließlich ist Dominanz die beste Werbung für den ZMX…
Auch das zweitplatzierte Duo der ARCP-Jahreswertung stand schon vor dem Finale fest - Hermann Gassner senior und Natascha Vrga reichte in Dobersberg ein dritter Platz im Toyota GR Yaris, um den zweiten Jahresrang dingfest zu machen.
Auch der Kampf um den ARCP-Tagessieg gestaltete sich dramatisch: Bis zur letzten Prüfung lagen Markus Steinbock und Harald Bachmayer in Führung - erst auf der Schlussprüfung konnten Thomas Traussnig und Bianca Marina Stampfl bei ihrem Debüt im Renault Clio Rally3 das Blatt wenden und mit 3,9 Sekunden Vorsprung den Sieg einfahren.
Markus Steinbock und Harald Bachmayer wiederum können stolz sein, im bereits etwas betagten Hyundai i20 R5 den dritten ARCP-Jahresrang errungen zu haben - schließlich erfasst die Jahrestabelle satte 20 Teams.
ART1: Baumschlager mit Gesamtsieg - Hopf ist Jahressieger
In der Austrian Rallye Trophy für moderne Fahrzeuge mit Allradantrieb (ART1) hieß der Sieger freilich Raimund Baumschlager - gemeinsam mit Thomas Zeltner konnte er im Skoda Fabia RS Rally2 den spannenden Kampf gegen den Tschechen Jan Cerny gewinnen - mit dem Gesamtsieg kam freilich auch der Sieg in der ART1 einher. Gerührt meinte der 66-jährige Rekord-Staatsmeister: „Ich hätte nicht gedacht, dass ich noch einmal eine Rallye gesamt gewinnen kann.“ In der ART1-Jahrestabelle belegt Baumschlager mit recht wenigen Starts immer noch Platz zwei vor Max Zellhofer. Dass er sich heuer erneut in der Austrian Rallye Challenge eingetragen hat, sieht Baumschlager als Akt der Solidarität mit Österreichs Rallye-Serie für den Breitensport.
Schon lange vor dem Finale standen Peter Hopf und Stefan Heiland als Jahressieger der ART1 fest. Hopf, der erst bei der vorjährigen Herbstrallye vom Proto auf den Rally2 umgestiegen ist, blickt auf eine für ihn recht emotionale Saison zurück: „Es ging bei uns heuer drunter und drüber. Wir haben nicht damit gerechnet, dass wir vorne mitfahren können. In Weiz hatten wir einige Probleme. Mein persönliches Highlight war dann die Mühlstein Rallye, wo wir den zweiten Gesamtrang und den Sieg in der ART1 erringen konnten - damit haben wir nicht gerechnet. Eigentlich war dieser Einsatz nur als Test für die nächste ORM-Rallye gedacht, wir hatten nur einen Mechaniker dabei. Natürlich wollen wir unseren Titel auch verteidigen.“
ART2: Lukas Dirnberger Jahressieger - Tagessieg für Holzer
In der ART2 für moderne Fahrzeuge mit Zweiradantrieb war in Dobersberg noch die Entscheidung zwischen Lukas Dirnberger und Max Maier offen - Dirnberger und sein Copilot Lukas Martinelli setzten sich mit Platz zwei klar durch und können sich so über den Jahressieg freuen: „Es ist ganz gut für uns gelaufen eigentlich das ganze Jahr über. Bis auf kleine Probleme mit dem Zündunterbrecher hatten wir bei der Herbstrallye keine Probleme. Eigentlich haben wir nicht wirklich auf die ART2 geschaut - doch wenn man dann knapp vor einem Jahressieg steht, will man ihn schon auch erringen.“
Max und Ben Maier wurden mit Platz vier in Dobersberg am Ende Zweite der ART2-Jahrestabelle, gefolgt von Thomas Regner auf dem dritten Jahresrang.
Den Tagessieg der ART2 feierten Riccardo Holzer und Tobias Unterweger im Opel Corsa Rally4.
Lukas Dirnberger setzte sich auch in der Jahreswertung der ART/ARCP-Junioren durch.
ARCH: Kiehtreiber und Lindner als Jahressieger
In den historischen Auszugswertungen konnte Rene Kiehtreiber (Copiloten Thomas Schimek und Christian Eisenmagen) mit seinem ARC-Tagessieg auch den Jahressieg in der ARCH 4WD erringen, vor Alexander Strobl/Cathy Schmidt (Ford Escort Cosworth WRC) sowie Patrik und Verena Gaubinger im Audi Quattro.
In der ARCH 2WD standen mit Hans Georg Lindner und Gina Schütter die Jahressieger bereits fest - dahinter landeten Tobias Reischer/Tina Garherr (Volvo 940) sowie Bernhard Haider/Celina Stadlbauer im BMW E36 M3. Der Tagessieg der ARCH 2WD ging an Michael Franz und Manfred Schneider im VW Golf III Kitcar.
Teampreis & Ladies Trophy
Die Ladies Trophy gewannen Claudia Maier und Angelika Letz als einziges Team mit ihrem Start bei der SG Toolbox Mühlstein Rallye powered by Baumentor.
Die Teamwertung der Austrian Rallye Challenge konnte der MCL68 für sich entscheiden, dahinter landeten der MSC Schenkenfelden und das junge Kellner & Maier Racing Team.
Große Siegerehrung beim Graselwirt
Die Austrian Rallye Challenge würdigt am Samstag, den 14. November beim Graselwirt in Mörtersdorf ihre Gewinner.
Was den Kalender für 2027 anbelangt, erklärt ARC-Koordinator Helmut Schöpf: „Für 2027 werden die Auswahlmöglichkeiten der zur Verfügung stehenden Veranstaltungen in jedem Fall angepasst, dazu läuft derzeit eine Teilnehmerumfrage.“
Abschließend erklärt Schöpf: „Wenn sich die Veranstalter auch in Zukunft auf die positiven Werte der ARC besinnen und wir kostengünstigen Rallyesport ermöglichen, sehe ich auch in Zukunft weiterhin positive Möglichkeiten. Nur gemeinsam kann dieser Weg durch alle Veranstalter auch weiter beschritten werden.“
ARC Wertung 2026:
www.rallye-challenge.at/site/DOK/Wertungen_ARC-2026-09.pdf


















