Grasl Rallye Horn: Bericht ARC | 21.09.2026
Rene Kiehtreiber siegt auch bei fulminanter Grasl-Premiere
Voller Erfolg bei der Premiere der neuen Grasl Rallye Horn, der dritten von vier reinen ARC-Rallyes 2026.
Den ARC-Sieg feiert wie in Krumbach Rene Kiehtreiber - dahinter landen Bernhard Hengl bei dessen tollem Allrad-Debüt und Gerolf Schuller.
Die beiden Titelkandidaten Gerolf Schuller und Hans Georg Lindner trennt vor dem Grande Finale in Dobersberg nur ein Punkt.
In der ART1 gewinnt Raimund Baumschlager als Gesamt-Zweiter ein spannendes Sekundenduell gegen Daniel Mayer.
Nach seinem ARC-Sieg bei der OBM Land der 1.000 Hügel Rallye wagte Rene Kiehtreiber eine vollmundige Ansage: „Ich möchte auch bei der Grasl Rallye Horn und beim ARC-Finale in Dobersberg den Sieg erringen!“ Bei der Premiere der Toyota Keusch Grasl Rallye Horn powered by Sonax und Schremser hat der 39-jährige Waldviertler aus dem MSC Thayaland dann auch prompt geliefert. Gemeinsam mit seinem Beifahrer Christian Eisenmagen konnte er im Mitsubishi Lancer Evo V als Gesamt-Elfter den Tagessieg in der Clubmeisterschaft (ARC Klassen C1 bis C4) erkämpfen.
„Es lief für uns komplett perfekt - besser hätte es nicht laufen können“, jubelt Kiehtreiber. „Wir haben den ganzen Tag auf den Tagessieg hingearbeitet.“ Wobei Kiehtreiber einräumt: „Wir hatten drei kleine Ausrutscher, die uns 22 Sekunden gekostet haben. Denn ab dem ersten Service hätte ich einen härteren Reifen gebraucht, doch den hatten wir nicht dabei. Daher haben die Reifen zu schmieren begonnen. Laut Wettervorhersage hätte es zwischen 15 und 18 Grad haben sollen, doch es waren 25 und das macht einen Unterschied.“
Die neue Grasl Rallye Horn hat Rene Kiehtreiber gut gefallen: „Für mich und mein Auto sind diese schnellen Sonderprüfungen perfekt - ich komme ja aus der Region und bin daher mit diesen Gegebenheiten vertraut.“ Lob gibt es auch für den Beifahrer und das eigene Team: „Das sind Freunde von mir, die mir helfen - da möchte ich mich nochmal bedanken, das Auto lief perfekt.“
Bernhard Hengl mit großartigem Allrad-Debüt
Dabei spürten Kiehtreiber/Eisenmagen vor allem im ersten Teil der Rallye den heißen Atem von Bernhard Hengl, der mit Stamm-Co Mika Wendl zum ersten Mal vom heckgetriebenen Ford Escort auf einen allradgetriebenen, von RM Racing Austria eingesetzten Mitsubishi Lancer Evo VI wechselte. Nach der dritten Prüfung lag Hengl nur noch eine Sekunde hinter Kiehtreiber, am Nachmittag jedoch wurde der Rückstand wieder etwas größer.
Hengl erklärt: „Wir haben dann einfach etwas zurück geschraubt, es ist nicht unser Auto und wir wollten es nicht übertreiben. Auf dem Rundkurs sind wir auch auf ein Fahrzeug aufgelaufen, das dann freundlich Platz gemacht hatte, aber es war doch eine Dreiviertel-Runde vor uns.“ Am Ende konnten Hengl/Wendl mit 18,3 Sekunden Rückstand Platz zwei der ARC belegen - für Hengl, der erst 2023 mit dem Rallyesport begonnen hat, ein großartiges Ergebnis: „Das war weit über unseren Erwartungen. Und mein Copilot Mika hat seine Sache gut gemacht - denn man fährt im Evo schon ein anderes Tempo. Auch die Betreuung durch das Team von Roman Mühlberger war wieder einmal toll.“
Tabellenleader Gerolf Schuller auf Platz drei
Auf dem dritten Platz der ARC landete mit Gerolf Schuller bereits einer der beiden Titelkandidaten im Kampf um die Clubmeisterschaft. Für Schuller, der wie Hengl erst 2023 eine späte Rallye-Karriere begonnen hatte und mit Kathrin Redlingshofer-Milev wieder den von FS Motorsport eingesetzten Mitsubishi Lancer Evo VI pilotierte, war die Grasl Rallye Horn keine leichte Rallye: „Die Rallye war super organisiert. Man hatte zudem stets das Gefühl, dass wir dort willkommen sind, das Gelände ist auch super und mir haben die Sonderprüfungen auch gefallen. Aber mir fehlte da schon das Timing beim Einschätzen der Bremspunkte. Da kann man schnell einen Fehler machen. Ich musste mich vor allem auf den letzten drei Prüfungen extrem zusammenreissen - weil wir ja auch stets die nötige Zielankunft im Kopf hatten.“
Zudem musste sich Schuller auch gegen Alex Strobl und Cathy Schmidt im Ford Escort WRC durchsetzen - Strobl konnte auf SP5 Schuller vom dritten Platz verdrängen, nach SP6 lag wieder Schuller vorne, doch Strobl/Schmidt nur 1,3 Sekunden dahinter. Mit dem vierten Platz der ARC sorgte Strobl für einen weiteren Erfolg des RM Racing Austria Teams, das den Boliden betreut hatte.
Neun Sekunden hinter Strobl/Schmidt landeten Günther Königseder und Celine Kreps auf dem schwarz-goldenen Lancia Delta Integrale auf dem fünften Platz der ARC - gefolgt von Johann Georg Lindner und Gina Schütter im Ford Escort RS1600, dem großen Gegenspieler von Gerolf Schuller im Kampf um die Clubmeisterschaft 2026.
Titelduell: Schuller und Lindner trennt nur ein Punkt!
Linder berichtet: „Für uns lief die Rallye grundsätzlich gut - ich hatte meine Klasse im Griff, auch wenn Jürgen Blei wieder sehr schnell unterwegs war.“ Was Lindner meint: Schuller und Lindner fahren in unterschiedlichen ARC-Klassen - Schuller wurde in seiner Klasse C1 Dritter hinter Kiehtreiber und Hengl, Lindner konnte seine Klasse C3 vor dem erwähnten Jürgen Blei (Copilot Franz Blei/Opel Astra GSI 16V) gewinnen. Die Klasse C2 ging an ARC-Urgestein Harald Ruiner (Co Manfred Cerny/Nissan 350Z), die Klasse C4 gewann Marcel Kiesenhofer (Co Mario Friesenecker/Suzuki Swift Sport).
Nachdem sowohl Gerolf Schuller als auch Hans Georg Lindner jeweils 0,5 Punkte als Streichresultat aufweisen (es werden nur Wettbewerbspunkte, aber keine Zusatzpunkte als Streichresultat herangezogen) sorgt der aktuelle Punktestand für ein spannendes Grande Finale im Rahmen der Herbstrallye (23. & 24. Oktober): Schuller führt mit 196,5 vor Lindner mit 195,5 Punkten. Nur diese beiden Piloten können noch Clubmeister 2026 werden.
In den Auszugswertungen der Historischen hießen die Sieger Rene Kiehtreiber (ARCH 4WD) und Johann Georg Lindner (ARCH 2WD)
Die Wertung der ARC Junioren gewannen Michael Kroneder und Lena Vielkind auf einem Opel Corsa OPC.
Steinbock/Bachmayer siegen in der ARCP
In der ARCP für Proto- und Produktionsfahrzeuge siegten Markus Steinbock und Harald Bachmayer in ihrem Hyundai i20 R5 überlegen vor Rudolf Leitner, der zum ersten Mal einen Ford Fiesta Rally3 pilotiert hatte. Steinbock und Eugen Friedl (in Horn Platz vier von vier) könnten in Dobersberg noch Hermann Gassner den zweiten Tabellenrang abknöpfen - hinter „Proto-Dominator“ Christoph Zellhofer, dem der ARCP-Jahressieg trotz Abwesenheit (wurde im Rally2 Gesamt-Vierter) nicht mehr zu nehmen ist.
Baumschlager gewinnt ART1-Duell gegen Jungpilot Mayer
In der Austrian Rallye Trophy für moderne Fahrzeuge gab es in der Allrad-Kategorie ART1 einen spannenden Schlagabtausch zwischen den Generationen, der die Spannung im Kampf um das Gesamt-Podium bis zum letzten Meter aufrecht hielt. Während der frisch gebackene dreifache Staatsmeister Hermann Neubauer die Rallye dominierte (nicht in der ART eingetragen), kämpften Rekord-Staatsmeister Raimund Baumschlager und Jungpilot Daniel Mayer um die Plätze zwei und drei und zugleich um den ART1-Sieg.
Baumschlager und sein Copilot Thomas Zeltner eröffneten in ihrem Skoda Fabia RS Rally2 mit zwei ART1-Bestzeiten, doch Mayer und Jürgen Klinger lagen im Citroen C3 Rally2 nur wenige Sekunden zurück. Auf den Prüfungen 3, 5, 6 und 7 konnte Daniel Mayer den 14-fachen Rekord-Staatsmeister um wenige Sekunden schlagen - am Ende jedoch setzte sich Baumschlager durch und lag schlussendlich exakt zehn Sekunden vor dem Sohn von Walter Mayer.
Baumschlager erklärte, dass er die Rallye vornehmlich als Test nützte, wirkte dann aber doch zufrieden, den Jungpiloten hinter sich gehalten zu haben: „Das Hauptaugenmerk lag natürlich auf unserem Testprogramm - aber für die letzten Prüfungen haben wir dann schon ein Setup genommen, von dem wir wissen, dass es funktioniert.“ Daniel Mayer gab ganz offen zu: „Es war schon unser Plan, Raimund zu schlagen. Doch am Schluss ist uns ein Strategiefehler unterlaufen, da wir kein Licht (Zusatzscheinwerfer in Dämmerung, Anmerkung) dabei hatten. Da habe ich dann drei-, viermal den Bremspunkt nicht gefunden und das hat es letztendlich dann ausgemacht.“
ART2: Regner gewinnt - spannende Aufholjagd von Maier
In der ART2 für moderne Fahrzeuge mit Zweiradantrieb feierte das junge Team von Max Maier und Stefan Kellner einen formidablen Doppelsieg mit zwei Peugeot 208 Rally4. Gewonnen haben Thomas Regner und Nadine Kellner vor dem Mitbetreiber des Teams Max Maier und dessen Bruder Ben. Den Gebrüdern Maier wurde auf SP2 ein Problem mit einer Halbachse zum Verhängnis - trotz Serienbestzeiten ab SP3 konnte der Rückstand nicht mehr aufgeholt werden.
Max Maier, der als Mitveranstalter dieser neuen Rallye, als Team-Mitbetreiber und Fahrer eine Dreifachbelastung durchzustehen hatte, zeigte sich im Ziel höchst erfreut und erleichtert: „Es ist sich ja trotzdem noch der zweite Platz in der ART2 ausgegangen, das war schon okay. Und als Veranstalter kann ich nur sagen: Ein Traum! Es hat ein paar Kleinigkeiten gegeben aber im Großen und Ganzen hat alles gepasst und ich möchte mich bei den vielen Freunden und Helfern noch einmal ganz herzlich bedanken.“
In der ART2 konnte Max Maier in Abwesenheit von Tabellenleader Lukas Dirnberger ganz nahe an diesen heranrücken - auch in dieser Kategorie also bahnt sich ein spannendes Grande Finale in Dobersberg an.
Aktuelle ARC Wertung 2026:
www.rallye-challenge.at/site/DOK/Wertungen_ARC-2026-08.pdf


















