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ET König Rallye: Bericht TEC7 HRM & ORC
Foto: Harald Illmer

Wagner siegt - Karlhofer mit Sensations-Comeback

Karl Wagner und Gerda Zauner gewinnen eine turbulent-großartige ET König Judenburg-Rallye - für Aufsehen sorgte Lancia-Spezialist Martin Karlhofer, der erstmals seit 2004 wieder bei einer Rallye an den Start ging und prompt mit einigen Bestzeiten aufhorchen ließ. Bei den Österreichischen Rallye Classics gewannen Alex Strobl und Cathy Schmidt.

Ein weiterer klarer Sieg für die fünffachen Historischen Rallye-Europameister Karl Wagner und Gerda Zauner in ihrem knallgelben Porsche 911 – so könnte man glauben, wenn man nur das Endergebnis der ET König Judenburg-Rallye powered by Peter Hopf Erdbau betrachtet. In Wahrheit jedoch war die Rallye turbulent und voller Überraschungen, gespickt mit tragischen und zurückgekehrten Helden.

Etwa Horst Stürmer: Der Audi-quattro-Pilot konnte bereits auf der zweiten Prüfung mit einer Bestzeit Wagner die Führung abnehmen – dann zwang ihn ein technischer Defekt vorerst zur Aufgabe. Am verregneten, turbulenten Samstagmorgen brannte Stürmer erneut eine Bestzeit in den Asphalt, musste später jedoch wieder mit einem Defekt abstellen.

Karlhofer lässt mit einigen Bestzeiten aufhorchen

Ein sensationelles, zugleich kurioses Comeback von Martin Karlhofer: Der 40-jährige Betreiber eines auf Lancia Delta Integrale spezialisierten Autohauses fuhr zuletzt 2004 – damals noch in jungen Jahren – seine letzte Rallye im Bewerb. 22 Jahre später wagte er die Rückkehr, standesgemäß in einem Lancia Delta Integrale.

Gleich auf der dritten Prüfung gelang es ihm, mit einer Bestzeit die Führung zu übernehmen. Zwar übernahm auf der folgenden Prüfung wieder Karl Wagner das Kommando – doch am Samstag konnten Karlhofer und sein Copilot Gunter Lenk (mit dem er bereits 2004 fuhr) weitere vier Bestzeiten hinzufügen.

Vor der letzten Prüfung lagen Karlhofer/Lenk hinter Wagner/Zauner auf Platz zwei, verloren diesen jedoch an Patrik und Verena Gaubinger in ihrem Audi quattro: „Uns ist 400 Meter vor dem Ziel ein Teil der Radaufhängung gebrochen – wir konnten uns nur mit Mühe und Not ins Service schleppen.“ Wegen Zeitüberschreitung verlor man schließlich auch den möglichen dritten Platz – immerhin an Markenkollegen Roman Spannring.

Warum konnte Martin Karlhofer bei seinem Comeback dermaßen aufzeigen? Er verrät: „In der Zwischenzeit ist auf der Rundstrecke viel passiert – etwa im GT Masters, da waren wir sehr aktiv.“ Eine Rallye sei immer auf dem Programm gestanden, doch es habe stets die Zeit gefehlt: „Die Kunden gehen bei uns vor. Heuer hat es dann endlich geklappt – und es läuft gut.“ Jetzt wird auch bei der Rallye Weiz gestartet – wo die legendären Boliden im Rahmen der Historischen Europameisterschaft besonders im Scheinwerferlicht stehen werden.

Gaubinger: „Je mehr Mitbewerber, umso besser!"

Patrik Gaubinger zeigte sich mit Platz zwei am Ende sehr zufrieden: „Wir wollten unbedingt durchkommen – man fährt deshalb aber nicht viel langsamer. Wir sind ohne Probleme durchgekommen und mit Platz zwei rundum zufrieden.“ Das Comeback von Martin Karlhofer freut die Gaubingers besonders: „Je mehr Mitbewerber es gibt, umso besser ist es. Ich hoffe, dass wir in Weiz mit Wagner, Stürmer und Karlhofer vier Teams sind, die um den Sieg kämpfen.“

Wagner: „Eine großartige Rallye!"

Sieger und Tabellenleader Karl Wagner zeigte sich im Ziel der ET König Judenburg-Rallye begeistert: „Es war eine aufregende, zum Teil durchwachsene Rallye für uns – vor allem, weil das Wetter, etwa der Regen am Samstagvormittag, ein Riesenthema war. Alles in allem war das eine sensationelle Rallye. Ich kann nur jedem empfehlen, nächstes Jahr hierher zu kommen – zumindest als Zuschauer, aber gerne auch als Teilnehmer. Peter Hopf und sein gesamtes Team haben das wirklich verdient – es ist sensationell, was hier auf die Beine gestellt wurde.“

Auch Karl Wagner und Gerda Zauner blicken nun auf die Rallye Weiz – das große Saisonhighlight bei den Historischen.

ORC: Strobl und Schmidt gewinnen die Classics

Bei den Österreichischen Rallye Classics (ORC) dominierten Alexander Strobl und seine erfahrene Copilotin Cathy Schmidt in ihrem Ford Escort Cosworth klar das Geschehen. Strobl erklärte im Ziel: „Ich wollte einfach nur eine saubere Rallye fahren und ins Ziel kommen. Leider sind einige Kollegen ausgefallen – dadurch rutscht man natürlich nach vorne.“

Auf Platz zwei landete der Italiener Alberto Mlakar: „Ich bin zum ersten Mal hier in Judenburg – die Rallye ist sehr unterhaltsam, die Prüfungen sind knifflig. Am Samstagmorgen war es extrem rutschig, am Nachmittag wurden die Prüfungen sehr schnell. Der Stadtrundkurs hat mir besonders gut gefallen.“

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