ET König Rallye: Bericht TEC7 ORM3 & RP Tools Junioren | 15.06.2026
Neulinger in einer eigenen Welt
Marcel Neulinger ist in der ORM3 das Maß der Dinge. Der regierende ORM3- und Junioren-Staatsmeister holte bei der ET König Judenburg-Rallye 14 von 15 Bestzeiten und konnte die Führung in der Tabelle sowohl in der ORM3 als auch in der RP Tools Junioren-ÖM erheblich ausbauen
Der regierende ORM3- und Junioren-Staatsmeister Marcel Neulinger hat auch bei der ET König Judenburg-Rallye powered by Peter Hopf Erdbau gezeigt, dass er zurzeit in einer ganz eigenen Liga unterwegs ist. Zusätzlich gestärkt durch die Einsätze in der Rallye-Europameisterschaft konnten Neulinger und sein Copilot Jakob Ruhsam in ihrem Lancia Ypsilon Rally4 14 von 15 möglichen Bestzeiten in den Asphalt brennen.
Auch die Powerstage-Punkte wollte man nicht liegen lassen – dabei hatten Neulinger/Ruhsam ganz am Schluss noch einen bangen Moment: „Wir konnten die Powerstage gewinnen, obwohl die Spur hinten verstellt war, da wir hinten irgendwo angeschlagen sind. Das habe ich dann schon gespürt, da musste ich in Linkskurven immer ein bisschen mitlenken. Aber wir haben noch einmal alles gegeben und es hat sich bezahlt gemacht.“
Simon Seiberl „Best of the rest"
Auf Platz zwei landete Simon Seiberl, der zuletzt bei der Jännerrallye am Start war. Seiberl und sein Copilot Florian Haderer konnten in ihrem Peugeot 208 Rally4 die gesamte Rallye über die zweite Position hinter Marcel Neulinger verteidigen und damit die „jungen Wilden“ wie etwa die Gebrüder Dirnberger oder Thomas Traußnig hinter sich halten. Seiberl zeigte sich überglücklich: „Es war alles perfekt. Das Tempo in der ORM3 ist richtig, richtig schnell – wir konnten gut zeigen, dass wir mit unserer vergleichsweise geringen Seat-Time eigentlich auch ein Wörtchen mitzureden hätten. Unser nächster Einsatz ist hoffentlich wieder die Jännerrallye.“ Ein weiterer Einsatz in dieser Saison ist laut Seiberl aus Budgetgründen nicht möglich. Und wenn sich ein Sponsor melden würde? Seiberl sagt: „Wenn sich ein solcher tatsächlich melden würde, wären wir natürlich offen für weitere Einsätze.“
Nico Neulinger: „Können zweite Kraft hinter Marcel sein"
Bitter verlief die Rallye für Nico Neulinger, den Bruder von Marcel, der ebenfalls einen Lancia Ypsilon Rally4 pilotiert. Am Samstagmorgen konnte Nico auf der SP6 mit der zweitschnellsten Zeit einen „Doppelsieg“ der Gebrüder Neulinger ermöglichen. Doch ein Reifenschaden warf Nico Neulinger und Markus Pötscher zurück. Geknickt erklärte Nico: „Die Folgen des Reifenschadens haben sich durch den gesamten Samstag gezogen. Wir haben natürlich versucht, das Beste daraus zu machen, und haben aufgeholt – am Ende haben uns auf Platz fünf nur noch zwei Sekunden auf Thomas Traußnig gefehlt – es ist so. Wir hatten einen Reifenschaden – das kannst du nicht ändern, damit muss man leben.“ Traußnig wiederum atmete auf, dass er Platz vier verteidigen konnte: „Ich bin froh, dass wir auf der letzten Prüfung unseren vierten Platz verteidigen konnten – da ging es nur um 2,3 Sekunden.“
Doch Nico Neulinger ist überzeugt, dass er hinter seinem Bruder die zweitstärkste Kraft sein kann: „Auf jeden Fall – ich weiß, dass wir das können, und zum Glück ist der zeitliche Abstand zur bevorstehenden Rallye Weiz nicht ganz so lang – es wird sicher einmal so sein, dass Marcel und ich einen Doppelsieg einfahren können …“
Gebrüder Dirnberger bräuchten Updates
Lukas Dirnberger konnte mit dem dritten Platz hinter Marcel Neulinger und Simon Seiberl zumindest seine theoretischen, in Wahrheit denkbar geringen Titelchancen aufrechterhalten. Im Verlauf der Rallye ließen die Gebrüder Dirnberger wissen, dass ihre Rally4-Boliden von Opel und Peugeot eigentlich Upgrades benötigen würden – so liege man auch technisch im Hintertreffen gegenüber dem Lancia des großen Dominators, der sich natürlich auf dem neuesten Stand befindet.
Auch in der RP Tools Junioren-Staatsmeisterschaft lautete die Reihung: Marcel Neulinger vor Simon Seiberl und Lukas Dirnberger.

















