TEC7 ORM, Rebenland-Rallye: Vorschau | 03.03.2026
Oberösterreichische Siegesträume in der Südsteiermark
Nach dem Auftakt zur TEC7 Rallye-Staatsmeisterschaft im oberösterreichischen Mühlviertel stehen die besten Piloten des Landes im zweiten Teil wieder in Leutschach auf dem Prüfstand.
Nach dem Auftakt zur TEC7 Rallye-Staatsmeisterschaft im oberösterreichischen Mühlviertel stehen die besten Piloten des Landes im zweiten Teil wieder in Leutschach auf dem Prüfstand. Die malerische Romantik rund um die südsteirische Weinstraße täuscht dabei gewaltig, denn sie bietet den Teilnehmern wie eh und je 16 sehr herausfordernde Prüfungen mit blitzschnellen sowie kurvenreichen Teilstücken entlang der von Rebstöcken dominierten Landschaft.
TEC7 ORM
In der Klasse der stärksten Allradler spricht alles dafür, dass auch der Rebenland-Sieg 2026 einzig und allein über den Rebenland-Sieger der letzten vier Jahre führt. Zu souverän jagt der fünffache Serienstaatsmeister Simon Wagner seinen Hyundai i20 Rally2 über die österreichischen Prüfungen, egal in welcher Destination, egal bei welcher Rallye.
Aber Simon Wagner kommt leicht gehandikapt nach Leutschach. Er musste sich kürzlich einer Operation im Nasen-Nebenhöhlen-Bereich unterziehen und deshalb ein paar Tage im Spital verbringen. Eigentlich sollte er Ruhe einhalten, hat sich aber doch noch das Okay vom HNO-Arzt für einen Start im Rebenland geholt.
Seine Chance sucht Michael Lengauer im Skoda Fabia Rally2. Der Oberösterreicher bildet mit dem Deutschen Albert von Thurn und Taxis eine sehr rasante Verfolger-Achse aus dem Rennstall von Raimund Baumschlager, der ebenfalls wieder ins Cockpit seines Skoda Fabia steigt und mit insgesamt fünf Rebenland-Siegen (noch) Rekordhalter in Leutschach ist. Aus nationaler Sicht sind auch der schnelle Steirer Kevin Raith (Ford Fiesta Rally2) und der oberösterreichische Rebenland-Debütant Philipp Kreisel (Toyota Yaris Rally2) Action-Garanten. Und mit Interesse kann man auch den RC2-Auftritt des Steirers Peter Hopf verfolgen, der im Rahmen eines ORM-Laufs erstmals am Steuer eines Ford Fiesta Rally2 sitzt.
Mitmischen wollen neben Thurn und Taxis u. a, zwei weitere starke Ausländer. Zum einen der 48-jährige Pole Jaroslaw Koltun, der mit seinem Skoda Fabia Rally2 schon bei der Jännerrallye mit schnellen Teilzeiten und einer SP-Bestmarke zu gefallen wusste. Zum anderen auch der 36-jährige slowakische Vizemeister Robert Kolcak im Hyundai i20 Rally2. Er hat Rebenland-Erfahrung, wurde hier letztes Jahr Neunter. Und ein unbeschriebenes, aber keineswegs uninteressantes Blatt ist der 21 Jahre junge rumänische Junioren-Champion Sebastian Scîrlet in einem Citroen C3 Rally2.?
Toppiloten-Stimmen vor der Rebenland Rallye:
Simon Wagner (Hyundai i20 Rally2): „Die Rebenland Rallye zählt zu meinen absoluten Lieblingsrallyes. Umso mehr freut es mich, dass ich dort in den letzten vier Jahren gewinnen konnte. Diesen Trend würde ich natürlich sehr gerne fortsetzen, obwohl die Konkurrenz wieder sehr stark ist. Die Jännerrallye war durch die winterbedingten Umstände schon sehr hart. Das bräuchte ich jetzt eigentlich nicht mehr. Deshalb hoffe ich in Leutschach schon sehr auf schöneres und vor allem trockenes Wetter.“
Michael Lengauer (Skoda Fabia Rally2): „Dank meiner Sponsoren ist es uns möglich, im Rebenland zu fahren. Im Unterschied zu den letzten beiden Jahren komme ich erstmals nicht als Meisterschaftsführender in die Südsteiermark. Vielleicht bringt mir das ein wenig Glück, nachdem es dort zuletzt ja nicht so optimal für uns gelaufen ist (Anm. 2025 nach Bremsproblemen Sechster, 2024 nach Unfall out). Unser Ziel ist heuer jedenfalls unumwunden der Sieg. Simon ist zwar vor allem auf Asphalt eine Bank, aber wir wollen trotzdem das Rebenland diesmal für uns erobern und bestenfalls sogar mit der Meisterschaftsführung wieder heimfahren.“
Albert von Thurn und Taxis (D/Skoda Fabia Rally): „Die Rebenland Rallye ist für mich und meine Copilotin Jara Hain immer so ein besonderes Highlight. Dort haben wir 2023 unsere erste Rallye als gemeinsames Team bestritten. Daher werden wir auch heuer unser Bestes geben und hoffen, dass wir unseren Podiumsplatz vom Vorjahr verteidigen können. Wir waren jetzt bei der Jännerrallye und in Monte Carlo ja auf Schnee und Eis unterwegs. Das wird in Leutschach also eine spannende Umstellung auf Asphalt. Hoffentlich spielt der Wettergott mit und es wird trockener als im komplett verregneten Vorjahr. Dann freuen wir uns auf einen hoffentlich erfolgreichen Start in die Frühlings-Sommer-Rallye-Saison.“
Raimund Baumschlager (Skoda Fabia Rally2): „Ich bin froh und dankbar, dass ich mit meinen 66 Jahren noch Rallye fahren kann und die Sponsoren hinter mir stehen. Auf den Lauf in Leutschach freue ich mich ganz besonders, weil ich ja, wie man weiß, auch so sehr gerne in dieser wunderschönen Gegend unterwegs bin. Die vielen Zuschauer dort verleihen der Rallye immer wieder ein ganz besonderes Flair. Mittlerweile ist es nach meiner Herzproblem- und Stent-Geschichte ja so, dass ich mich über vierte und fünfte Plätze auch schon sehr freue, und es macht mich stolz, wenn die Fans vielleicht sagen, dass der Alte eh noch sehr schneidig unterwegs ist.“
Kevin Raith (Ford Fiesta Rally2): „Ich freue mich schon riesig auf meine Fast-Heimrallye nur knapp eine Stunde von mir daheim entfernt. Natürlich möchte ich dort angreifen und am Ende bestmöglich dastehen. Ein Top-five-Platz wäre schon sehr schön.“
Philipp Kreisel (Toyota Yaris Rally2): „Ich kenne zwar die Südsteiermark, weil ich früher dabei war, als Raimund Baumschlager für unser Elektro-Projekt dort getestet hat. Aber gefahren bin ich dort noch nie. Daher lasse ich alles mal auf mich zukommen und gehe ohne Druck in die Rallye.“
TEC7 ORM 2
Mit Hochspannung ist in der ORM 2 zu rechnen. Denn immer mehr Piloten setzen mittlerweile auf Kraftpakete mit der Bezeichnung Rally3. Dazu zählen in Österreich prominente Namen wie Günther Knobloch, Roland Stengg, Manuel Wurm oder Maximilian Lichtenegger, die alle einen Renault Clio Rally3 lenken. Auch die Allrad-getriebenen Prototypen sind in der ORM 2 ein vorherrschendes Thema. So kämpft der Niederösterreicher Christoph Zellhofer ebenso mit seinem Suzuki Swift ZMX um Punkte wie auch der Steirer Klemens Haingartner.
Punkteberechtigt sind in der ORM 2 auch die beiden in Österreich bestens bekannten Deutschen Hermann Gassner sen. im Mitsubishi Evo X und Florian Auer im Mitsubishi Evo VIII.
TEC7 ORM 3
Facettenreich präsentiert sich auch die TEC7 ORM 3, in der sich mit Jännerrallye-Sieger Marcel Neulinger (Lancia Ypsilon Rally4) zwar ein Topfavorit, aber auch andere Siegerkandidaten wiederfinden. So ist dem Kärntner Thomas Traussnig im Peugeot 208 Rally4 ebenfalls einiges zuzutrauen. Dasselbe Fabrikat bringen auch Lukas Dirnberger sowie der Niederösterreicher Max Maier an den Start. Und Marcels Bruder Nico Neulinger, der ebenfalls einen Lancia Ypsilon Rally4 zündet, hat auch schon bewiesen, dass er über einen bemerkenswerten Grundspeed verfügt. Genauso übrigens wie Raphael Dirnberger im Opel Corsa Rally4. Auf erfolgreiche Momente hofft auch Routinier Andreas Mörtl in seinem Peugeot 208 Rally4.
RP-Tools Junioren Rallye Staatsmeisterschaft
Die ORM-3-Favoriten Marcel Neulinger und Thomas Traussnig sind naturgemäß auch die Siegertipps für die Junioren-Titeljagd. Das Feld der besten Nachwuchspiloten wird im Rebenland durch Lukas Dirnberger (Peugeot 208 Rally4), Lukas Wilhelm (Opel Corsa Rally4), und den Ungarn David Faltusz (Peugeot 208 Rally4) komplettiert.
TEC7 HRM und ORC
Die Historic-Kategorien wurden heuer an die FIA-Einteilungen angepasst und unterteilen sich nunmehr in HRM (Historic Rallye Meisterschaft, Fahrzeuge bis Baujahr 1992) und ORC (Österreichische Rallye Classics, Fahrzeuge von Baujahr 1993 bis 2000). In der HRM ist in Leutschach von Titelverteidiger Günther Königseder (Lancia Delta Integrale) über die Audi-Quattro-Piloten Patrik Gaubinger, Horst Stürmer bis zu Herausforderer Nr. 1 Karl Wagner im Porsche 911 praktisch alles vertreten, was in Österreich momentan historisch Rang und Namen hat. Besonders der fünffache Historic-Europameister Karl Wagner hat einiges vor, „Bei den winterlichen Jännerrallye-Bedingungen war ich mit meinem Heck-getriebenen Porsche gegen meine Konkurrenten in den Allradlern bzw. Vorderradlern leider chancenlos. Das möchte ich auf hoffentlich trockenem Asphalt im Rebenland gerne wieder geraderücken. Daher wünsche ich mir schönes Wetter.“ Zu beachten werden auch der Niederösterreicher Gerhard Openauer und der Italiener Rino Muradore in ihren Ford Escort RS 2000 sein. Und auch der Steirer Andreas Schögler (Volvo 142 S) lässt sich die Rebenland Rallye nicht nehmen, ebenso wie das Kärntner Original Walther Stietka mit seinem allseits bekannten VW Käfer 1302 S.
In der Classics-Wertung geben unter anderem der unverwüstliche Robert Zitta (Subaru Impreza), Peter Klamminger (VW Golf IV KitCar) und Sandro Hasler (VW Golf 4 TDI) Gas. Der Steirer Josef Lammer kommt mit einem Citroen Saxo.
TEC7 ORM Trophy
Auch die Spielwiese für Teilnehmer ab 50 Jahren ist in Leutschach knallvoll gefüllt. Die Namen dahinter versprühen nicht nur Klasse, sondern auch einen erfrischenden Hauch nicht nur österreichischer Rallye-Geschichte. Ein Auszug daraus: Raimund Baumschlager (Skoda Fabia Rally2), Hermann Gassner (D/Mitsubishi Evo X), Ralf Mangertseder (D/Toyota Yaris Rally2), Zoltan Laszlo (Ung/Skoda Fabia Rally2), Günther Königseder (Lancia Delta Integrale), Andreas Mörtl (Peugeot 208 Rally4), Karl Wagner (Porsche 911), Robert Zitta (Subaru Impreza), Horst Stürmer (Audi Quattro), Rino Muradore (It/Ford Escort), Andreas Mörtl (Peugeot 208), Peter Klamminger (VW Golf TV), Josef Lammer (Citroen Saxo), Gerhard Openauer (Ford Escort), (Andreas Schögler (Volvo 142), Walther Stietka (VW 1302) und und und...
Mitropa Rally Cup
Der Mitropa Rally Cup geht heuer bereits in seine 61. Saison. Im Vorjahr dominierten Hermann Gassner jun. und Ursula Gassner. Heuer werden insgesamt zehn Läufe in sieben verschiedenen Ländern gefahren
Der Mitropacup ist eine von der FIA genehmigte internationale Serie die vor allem den Aktiven, den Teams, den Veranstaltern und damit auch den Fans sorgen soll, möglichst viele internationale Teilnehmer in den einzelnen Ländern an den Start zu bringen. Dank der Zusammenarbeit mit den Veranstaltern ist es möglich den Aktiven, Rallyesport auf hohem Standard anzubieten. Die sechs besten Ergebnisse werden für die Jahres-Endwertung herangezogen. Viele Piloten haben den Mitropa Rally Cup dafür verwendet später eine internationale Karriere zu starten.
Der Start im heurigen Jahr erfolgt mit zwei Rallyes in Österreich. Im März ist es die Rebenland Rallye mit Start und Ziel in Leutschach in der Südsteiermark und dann im April mit der LASERHERO Lavanttal Rallye in Wolfsberg in Kärnten, als Start- und Zielort. Der heimische Rallyesport war schon immer im Rahmen des Mitropacups sehr stark und auch immer wieder erfolgreich, vertreten. So war 1965 Heinz Romberg auf einem Austin Cooper erfolgreich, dann folgte 1967 Gerhard Tusch (Renault R8). Franz Wittmann (Opel Kadett) holte sich in den Jahren 1976 und 1977 den Gesamtsieg und im Jahr 2021 konnte sich Lukas Dunner (Skoda Fabia) in die Gesamt-Siegerliste eintragen. Für den letzten heimischen vollen Erfolg sorgten in der Saison 2024 die Kärntner Patrik und Julia Hochegger, die auf ihrem Opel Kadett die Gesamtwertung des Historischen Mitropacup gewonnen haben und im Vorjahr gab es durch Ursula Gassner als Co-Pilotin von Hermann Gassner junior ebenfalls einen heimischen Gesamtsieg.
Bisher erfolgreichster Starter im Mitropacup war der Deutsche Hermann Gassner senior, der mit Karin Thannhäuser als Co-Pilotin, die Gesamtwertung nicht weniger als sieben Mal für sich entscheiden konnte.















