"Es war dumm" | 27.04.2026
Solberg spricht nach bitterem Rallye-Aus Klartext
Ein Sprung, eine Rechtskurve, das Aus: Oliver Solberg verliert bei der Kanaren-Rallye den möglichen WRC-Sieg dramatisch an Sebastien Ogier
Nach einem dramatischen Duell um den Sieg bei der Kanaren-Rallye, dem fünften Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2026, musste sich Oliver Solberg kurz vor dem Ziel geschlagen geben. Ein Fahrfehler auf der vorletzten Wertungsprüfung beendete den packenden Zweikampf mit seinem Teamkollegen Sebastien Ogier vorzeitig. Solberg betonte im Anschluss, dass er nicht über dem Limit agiert habe, sondern lediglich kleine Details verbessern müsse.
In einer Rechtskurve hinter einer Kuppe geriet sein GR Yaris aus der Spur und prallte gegen die Streckenbegrenzung, was das sofortige Aus bedeutete. Solberg erklärte den Zwischenfall wie folgt: "Der Rhythmus in der Prüfung und der Speed waren gut. Ich habe nicht zu viel gepusht und lag bei der Zwischenzeit sechs Zehntel hinter Ogier."
"Es war diese eine Kurve mit einem Sprung. Heute Morgen waren wir in dieser Prüfung viel langsamer, da es nass war, weshalb wir kaum gesprungen sind. Ich hatte nicht erwartet, dass das Auto so weit springen würde. Es war ein kleiner Fehler. Wir sind einfach von der Linie abgekommen und in die Leitplanken geraten", so Solberg.
Der Sohn von Ex-Weltmeister Petter Solberg und der neunfache Champion Ogier lieferten sich auf Gran Canaria einen Schlagabtausch, der auf ein Herzschlagfinale auf der Powerstage hinauslief. Vor der vorletzten Prüfung hatte Solberg den Rückstand auf Ogier auf nur noch 2,2 Sekunden verkürzt. Doch beim Versuch, den Sieg an sich zu reißen, landete der junge Schwede in den Leitplanken.
Solberg: "Hätte mit Platz zwei zufrieden sein können"
Trotz der Enttäuschung über das verpasste Top-Ergebnis zeigte sich der Sieger der Rallye Monte-Carlo kämpferisch. Er habe bewiesen, dass er mit einem der größten Rallyefahrer aller Zeiten mithalten kann. "Es war schwer einzuschätzen und es war ein kleiner Fehler. Es war dumm", sagt er.
"Wenn man kämpft, ist es leicht zu sagen, dass man mit Platz zwei zufrieden ist, und das war auch das ursprüngliche Ziel. Aber wenn man nur zwei Sekunden hinten liegt, muss man es versuchen. Ich habe mich im Auto heute sehr wohl gefühlt und es fiel mir alles leicht. Ich habe den Sprung nur ein bisschen falsch eingeschätzt", so Solberg.
Mit Blick auf die Zukunft ergänzte er: "Ich muss versuchen, positiv zu bleiben, nach vorne zu schauen und weiter zu pushen. Ich habe noch nicht so viele Rallyes in diesem Auto bestritten und bereits ein paar Siege eingefahren. Ich muss nur die kleinen Details verbessern. Der Speed und das Gefühl sind da, und das ist fantastisch. Es war ein wahr gewordener Traum, an diesem Wochenende gegen Ogier zu kämpfen."
Sebastien Ogier behielt im Duell die Ruhe
Durch das Aus seines Rivalen verringerte sich der Druck auf Ogier deutlich. Der Franzose sicherte sich schließlich seinen 68. WRC-Sieg mit einem Vorsprung von 19,9 Sekunden vor seinem Toyota-Teamkollegen Elfyn Evans. Ogier gab an, trotz des permanenten Drucks durch Solberg nie in Panik geraten zu sein. Zum Zeitpunkt des Unfalls lag der 42-Jährige in der Zwischenzeit knapp vor Solberg.
"Jeder Sieg ist befriedigend, aber einer nach einem so intensiven Wochenende und einem harten Kampf wie diesem macht mehr Spaß. Es wäre noch besser gewesen, wenn der Kampf bis zum Ende gegangen wäre", resümierte Ogier. "Es hat großen Spaß gemacht. Es ist eigentlich nie mein Ansatz, das volle Risiko zu gehen, das weiß jeder. Ich bin nie in Panik geraten, so wie immer, und habe mich auf mich selbst konzentriert. Ich wollte so sauber wie möglich fahren und diesen starken Rhythmus beibehalten."
Ogier räumte ein, dass es ohne den Unfall knapp geworden wäre: "In dieser letzten Schleife hatte ich den Rhythmus, den ich brauchte, um den nötigen Vorsprung für den Sieg zu halten. Am Ende wäre es eine knappe Entscheidung geworden, und es ist schwer zu sagen, in welche Richtung es gegangen wäre. Das werden wir nie erfahren."



















