Julien Ingrassia berichtet | 03.08.2026
Ogier verliert nach Horrorcrash das Bewusstsein...
Julien Ingrassia schildert die dramatischen Sekunden nach dem schweren Unfall mit Sebastien Ogier, der nach dem Crash kurz das Bewusstsein verlor
Gut durchgeschüttelt, aber unverletzt: Sebastien Ogier und Julien Ingrassia entgingen bei der Rallye Finnland, dem zehnten Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2026, am vergangenen Samstag nur knapp einer Katastrophe.
Bei der 17. Wertungsprüfung kam das Duo bei hoher Geschwindigkeit von der Straße ab und fuhr in den Wald, wo sich der Toyota GR Yaris mehrfach überschlug. Vor allem für Ogier waren die Folgen des wilden Unfalls dramatischer, als auch Ingrassia im ersten Moment vermutete.
"Ich sah Seb aussteigen und stellte fest, dass ich nicht verletzt war, also befolgte ich das Protokoll", berichtet er gegenüber der französischen Zeitung L'Equipe. "Ich drückte den OK-Knopf im Auto, der den Verantwortlichen signalisiert, dass wir keine Notfallhilfe benötigen, sodass die Wertungsprüfung weiterlaufen kann. Doch als ich das getan hatte, sah ich, wie sich Seb ins Gras legte und das Bewusstsein verlor."
Dramatische Momente: "Da war kein Ton und kein Bild"
Von diesem Moment an bekam der Unfall für Ingrassia, der in Finnland erstmals seit 2021 wieder gemeinsam mit Ogier an den Start gegangen war, eine völlig neue Dimension. "Ich habe sofort die Notruftaste aktiviert und bin zu Seb gelaufen. Seine Augen blinzelten nicht mehr - da war kein Ton und kein Bild", berichtet er.
Mit Hilfe von einigen Zuschauern stabilisierte Ingrassia den Kopf seines Piloten, während er selbst Ogier mit dem Notizblock für den Aufschrieb Luft zufächelte. "Das war ein besorgniserregender Moment", erinnert sich Ingrassia.
"Ich hatte in meinem Leben noch nie mit so etwas zu tun, aber ich wusste, dass es wichtig war, ruhig zu bleiben. Nachdem ich Alarm geschlagen hatte, rief ich das Team an, um ihnen eine medizinische Einschätzung der Lage zu geben", so der Franzose. "Außerdem schaltete ich das Auto aus, da Brandgefahr bestand. Nach und nach, indem die Leute auf ihn einredeten und alle um ihn herum waren, kam Seb wieder zu Bewusstsein. In diesem Moment trafen auch die Rettungskräfte ein."
Spurrille war wohl der Auslöser des Unfalls
Diese brachten Ogier mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus, wo keine Verletzungen festgestellt wurden. Zur Beobachtung verblieb Ogier über Nacht in der Klinik. Auch Ingrassia musste die Nacht im Krankenhaus verbringen. Letztlich konnten beide aber Entwarnung geben.
Ingrassia, der seit fünf Jahren nicht mehr in der Weltmeisterschaft angetreten war, räumte ein, dass "der Aufprall heftig war", nachdem sie mit "etwa 140 km/h" in die Kurve gefahren waren. Nach jetzigem Stand war weder ein technischer Defekt noch ein Fahrfehler die Ursache für den spektakulären Unfall.
"In der Kurve hatte sich eine Fahrrille gebildet, die das Auto nach links katapultierte, anstatt es nach rechts lenken zu lassen. Deshalb sehen die Onboard-Aufnahmen auch so merkwürdig aus", berichtet Ingrassia.
Abschließend dankt er dem Automobil-Weltverband FIA und Hersteller Toyota für die große Sicherheit der Rally1-Autos, die ihn und Ogier vor schlimmeren Folgen bewahrt hat. "Die neueste Fahrzeuggeneration ist unglaublich stabil, und das hat uns wirklich geholfen", so Ingrassia.


















