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Toyota schlägt Alarm Das neue Reglement könnte für die Hersteller zu einem Problem führen
Toyota Racing

WRC27 könnte für Probleme mit Startreihenfolge sorgen

Toyota warnt vor einem möglichen Vorteil für Rally2-Autos in der WRC 2027: Eine Rückkehr des Qualifyings könnte die Startreihenfolge neu regeln

Das neue technische Reglement der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) für 2027 hat eine neue Debatte über die Startreihenfolge entfacht. Eine der Optionen, die für das kommende Jahr diskutiert werden, ist die Rückkehr eines Qualifyings.

Die Festlegung der Startreihenfolge für die Wertungsprüfungen ist im Servicepark seit langem ein Streitthema. Nun ist die Diskussion erneut entflammt, da die WRC vor der Einführung eines radikalen technischen Reglements steht.

Im nächsten Jahr werden die aktuellen Rally1-Boliden durch WRC27-Fahrzeuge ersetzt. In Sachen Performance werden die Autos auf einem ähnlichen Niveau wie die heutigen Rally2-Fahrzeuge liegen. Diese dürfen in derselben Klasse wie die WRC27-Autos an den Start gehen.

Fährt ein Privatier auf Schotter um den Sieg?

Um für größtmögliche Chancengleichheit zu sorgen, können Rally2-Hersteller ein Upgrade-Kit für 7.500 Euro homologieren lassen, das für eine aerodynamische Angleichung der beiden Fahrzeugtypen sorgt.

Eine Nebenwirkung dieses Reglements betrifft die Startreihenfolge. Theoretisch könnte ein Rally2-Auto, das weiter hinten im Feld startet, auf Schotterrallyes weitaus bessere Streckenbedingungen vorfinden als die WRC27-Autos der Top-Kategorie.

Dies könnte einen enormen Vorteil bedeuten, der ohne den aktuellen Leistungsunterschied zwischen Rally1 und Rally2 noch stärker ins Gewicht fiele. Im Extremfall könnte ein privates Rally2-Gespann, das als 50. Auto startet, sogar um den Gesamtsieg kämpfen.

Toyota fordert Anpassung des sportlichen Reglements

Vor allem Toyota, die als erster Hersteller ein WRC27-Auto entwickelt haben, drängt auf eine Lösung dieses Problems. "Ich denke, das ist ein wirklich wichtiges Thema, dessen Tragweite wir nicht ignorieren können", sagte Tom Fowler, der technische Direktor von Toyota, auf Nachfrage der englischsprachigen Ausgabe von Motorsport.com zur Situation rund um die Startreihenfolge.

"Wenn wir uns heute eine Schotter-Rallye ansehen, den ersten Starter in einem Rally1-Fahrzeug nehmen und es mit dem ersten Rally2-Auto vergleichen, das vielleicht an zwölfter Position startet, dann kann das Rally1-Auto das Rally2-Auto gerade so schlagen. Das bedeutet, dass der Unterschied in der Startreihenfolge zwischen Position eins und zwölf derzeit einer Leistung von 100 PS entspricht", rechnet Fowler vor.

"Wenn man laut technischem Reglement also dieselbe Leistung hat, kann man diesen Performance-Unterschied niemals aufholen. Das ist unmöglich. Man muss es also auf sportlicher Seite regeln. Man muss verstehen: Wenn man mit Autos antritt, die das gleiche Leistungs-Gewichts-Verhältnis haben, müssen die Autos auch unter ähnlichen Bedingungen fahren", fordert Fowler.

Ist die Rückkehr des Qualifyings die Antwort?

"Und das geht nur über das sportliche Reglement. Das Ziel für den Sport ist also klar: Wir müssen sicherstellen, dass am Ende immer noch der beste Fahrer im besten Auto gewinnen kann. Jede Verzerrung durch eine merkwürdige Startreihenfolge ist nicht wirklich vertretbar."

Dieses Dilemma um die Startreihenfolge hat die Diskussion neu entfacht, ob die WRC wieder eine Qualifikations-Etappe vor der Rallye einführen sollte, um die Startpositionen zu bestimmen. Das System wurde in der WRC zuletzt 2013 angewendet, ist in der Rallye-Europameisterschaft (ERC) jedoch nach wie vor im Einsatz.

In der ERC, wo die Rally2-Kategorie die Königsklasse bildet, hat sich das System als fairste Methode erwiesen, um die Startreihenfolge zu Beginn einer Rallye festzulegen. Die schnellsten 15 Fahrer der Qualifikations-Etappe - die in der Reihenfolge des Meisterschaftsstands absolviert wird - starten bei Schotterrallyes in umgekehrter Reihenfolge. Auf Asphalt beginnen die schnellsten 15 Piloten die Rallye hingegen in der Reihenfolge des Qualifikations-Ergebnisses.

FIA ist sich des Problems bewusst

Der Automobil-Weltverband FIA hat bestätigt, dass die Wiedereinführung einer Qualifikation zu den Optionen gehört, die für die Änderungen des sportlichen Reglements für 2027 geprüft werden. Ziel ist es, das sportliche Reglement im Oktober final zu definieren.

"Wir arbeiten am sportlichen Reglement. Der Plan ist, die ersten Teile im August auf die Ebene des Motorsport-Weltrates (WMSC) zu bringen. Die Arbeiten laufen, und wir haben ein paar Wochen Zeit, um sie abzuschließen. Danach müssen wir sie der WRC-Kommission vorlegen", erklärte Emilia Abel, FIA-Direktorin für den Straßenrennsport.

"Ich habe das Gefühl, dass es immer noch etwas Verwirrung darüber gibt, welche Autos zur WRC27 gehören und für die Hersteller-Weltmeisterschaft punkteberechtigt sind und welche Optionen es für die Rally2-Autos gibt", gibt Abel zu. "Der erste Schritt wäre also, die Meisterschaften und die Zulassung der Autos darum herum zu genehmigen. In der zweiten Phase geht es dann um die Details dessen, was wir ändern. Sagen wir so: Das Ziel für das gesamte sportliche Reglement ist es, es der WMSC-Sitzung im Oktober vorzulegen."

Motorsport-Total.com

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