RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
WRC, Akropolis: Bericht K4
Fotos: photobenc, K4 Rally Team

Immer noch in Führung!

Das große Abenteuer Akropolis Rallye: Zwar mussten Johannes Keferböck und Ilka Minor nach einem Defekt am Freitagmorgen ihre sportlichen Ambitionen früh hintan stellen - doch mit einer Zielankunft konnte die Führung im WRC Masters Cup behalten werden. Jetzt geht es nach Estland…

Bei der Rally Gran Canaria, der 150. WM-Rallye von Copilotin Ilka Minor, konnte das K4 Rally Team im schwarz-grünen Toyota GR Yaris Rally2 noch mit einem zweiten Platz im WRC Masters Cup die Tabellenführung weiter ausbauen, Johannes Keferböck konnte seinen Rückstand auf die WRC2-Spitze auf durchschnittlich 2,5 Sekunden am Kilometer reduzieren - am zurückliegenden Wochenende jedoch, bei der legendären Rallye Akropolis wurde diese sportliche Komponente sehr bald in den Hintergrund gerückt…

Kuriosum WRC-„Traumschiff“

Doch der Reihe nach. Die Rallye Akropolis 2026 begann zunächst mit einem Kuriosum. Nach einer kurzen Superspecialprüfung am Donnerstagabend, im Athener Ellinikon Sports Park, bei der Keferböck/Minor zeitgleich mit dem Türken Ugur Soylu die Masters-Bestzeit in den Asphalt brennen konnten, wechselte der gesamte WRC-Tross an den Hafen von Korinth.

Dort wartete bereits eine Fähre - sie diente nicht nur als fahrender Parc ferme für die Rallye-Fahrzeuge, sondern auch als Unterkunft für die WRC-Teams, die mit der Fähre nach Itea gebracht wurden. Johannes Keferböck erzählt: „Das war eine richtige Adventure. wir haben auf dem Schiff geschlafen - um 0.30 Uhr hat es abgelegt, um 3 Uhr haben wir den Hafen von Itea erreicht.“ Seekranke Rallyepiloten sind glücklicherweise selten - Johannes lacht: „Ja, das war kein Problem - nur klaustrophobisch durfte man nicht sein, denn die Kombüsen waren klein, manche sogar ohne Fenster.“

Gerissener Radträger zwingt zur Aufgabe am Freitag

Am Freitagmorgen ging es dann auf die knüppelharten Schotter-Sonderprüfungen der weltberühmten Rallye, die 1973 erstmals als Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft abgehalten wurde. Eröffnet wurde mit der 22,9 Kilometer langen SP2 „Bauxites“. Johannes erinnert sich: „Schon da fühlte sich etwas seltsam an - später stellte sich heraus: Ein Stein hat einen Radträger beschädigt, es war ein schleichender Schaden. Auf SP3 fühlte es sich an wie ein ‚Patschen‘ und dann ist wohl der Radträger komplett durchgerissen. Dann bewegt sich das Rad lose im Radkasten und so kannst du eigentlich nicht mehr fahren - das in der nötigen Zeit zu reparieren, ging sich leider nicht aus, also mussten wir für den Tag abstellen. Da war dann relativ schnell die Luft draußen - doch Ilka sagte mir, dass ich da gar nicht lange darüber nachdenken soll. So ein Schaden kann nun mal passieren…“

Üben, ins Ziel kommen - ohne Risiko

Zwar konnte das Einsatzteam SRT den Schaden vollends reparieren und das K4 Rally Team somit am Samstag die Fahrt fortsetzen - allerdings betrug der Rückstand auf den führenden Masters-Piloten Miguel Granados aufgrund der Strafzeiten bereits satte 43 Minuten. Als letztes der fünf Masters-Teams fehlten auf den viertplatzierten Lokalmatador Nikos Davaris immer noch 22 Minuten. Hier etwas zu riskieren, wäre also die völlig falsche Strategie gewesen - es ging somit lediglich darum, zumindest die zehn Punkte für den fünften Platz abzuholen, auf jeden Fall das Ziel zu erreichen. Keferböck: „Es war eine gute Gelegenheit, bei diesen Bedingungen zu üben - aber ohne jedes Risiko.“

Reifenschäden: „Eigentlich recht wenig…“

Wie so oft kam es auch bei der diesjährigen Rallye Akropolis zu vielen Reifenschäden - am Ende hat ein solcher den Showdown zwischen dem späteren Sieger Sebastien Ogier und Thierry Neuville entschieden. Doch Johannes Keferböck hat seine eigene Sicht der Dinge: „Gemessen daran, wie brutal die Strecken waren, war die Anzahl der Punctures eigentlich minimal. Die Reifen halten einiges aus - da muss man Reifen-Ausrüster Hankook ein Lob aussprechen.“

Trotzdem erwischte es auch Keferböck/Minor: „Auf der vorletzten Prüfung sind beide Reifen auf der linken Seite kaputt gegangen - wir mussten auf der Prüfung Reifen wechseln.“ Johannes sagt: „Da fährst du wie auf rohen Eiern - und dennoch kann es passieren.“ Ilka Minor nickt: „Auch wenn du nicht direkt über einen Stein fährst - du kannst manchen Steinen gar nicht ausweichen.“ Der Hintergrund: „Es können Steine vom Vordermann zugedeckt werden - das sind Steine, die aus dem Boden heraus ragen, da hast du keine Chance.“

Im WRC Masters Cup weiter in Führung

Letztendlich konnten Johannes Keferböck und Ilka Minor die Rallye auf dem fünften und letzten Platz des WRC Masters Cup beenden. Mit den zehn Punkten für den fünften Platz konnten sowohl Johannes als auch Ilka in ihren Masters-Wertungen für PilotInnen und CopilotInnen über 50 Lebensjahren dank ihrer Siege bei der Rallye Monte Carlo und der Rallye Kroatien die Führung behalten. Bei den Fahrern führt Johannes Keferböck mit 77 Punkten vor Akropolis-Sieger Miguel Granados mit 62 sowie Andrea Lafarja mit 60 Punkten. Bei den CopilotInnen führt Ilka Minor mit 82 Punkten vor Marc Martin mit 67 sowie Allan Harryman mit 40 Zählern auf dem Konto.

Als nächster Einsatz steht die Rallye Estonia von 17. bis 19. Juli auf dem Programm. Dort werden drei Teams im WRC Masters Cup antreten. Neben Keferböck/Minor noch Ugur Soylu sowie Jorge Martinez Merizalde aus Peru.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

ET König Rallye: Bericht TEC7 ORM2

Hochspannung im Titelkampf

Jubeln durfte dieses Mal Christoph Zellhofer, der gemeinsam mit seiner deutschen Co-Pilotin Anna Maria Seidl im Suzuki Swift ZMX erstmals in dieser Saison die Nase vorne hatte. Günther Knobloch/Erik Fürst (Renault Clio Rally3) behielten mit Platz zwei die Meisterschaftsführung, während Roland Stengg/Rebeka Kobal (Renault Clio Rally3) nach starkem ersten Tag im Regen des zweiten Tages den Anschluss an die Spitze verloren, aber dennoch starke Dritte wurden.

Die 40. Auflage der Jännerrallye findet erst vom Donnerstag, 6. 1. 2028, bis Samstag, 8. 1. 2028, in Freistadt statt. Die Gründe dafür sind terminliche, organisatorische und menschliche

ARC, ET König Rallye: Bericht Friedl

„Big moments“ aber auch heikle Situationen

Eugen Friedl und Helmut Aigner vom MCL 68 konnten sowohl mit einigen kniffligen Situationen als auch mit emotionalen Highlights ein gutes Ergebnis einfahren.