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WRC vor dem Umbruch? Die Rallye-WM ist auf dem Sprung in eine bessere Zukunft
Federico Manoni / NurPhoto via Getty Images

Was die neuen WRC-Besitzer wirklich planen

Die neuen Eigentümer des WRC-Promoters planen einen umfassenden Wandel für den Rallyesport: Die DNA der Weltmeisterschaft soll unangetastet bleiben, aber ...

Die Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) hat infolge der Übernahme der WRC Promoter GmbH durch die französische Automobiltechnologie-Plattform Cosmobilis und den Finanzinvestor Park Square Capital einen neuen Eigentümer. Dieser hat nun erstmals seine Vision für die Zukunft des Rallyesports vorgestellt.

Die neuen Eigentümer, angeführt vom ehemaligen Lotus- und McLaren-Formel-1-Teamchef Eric Boullier, haben ehrgeizige Pläne präsentiert, um WRC und Rallye-Europameisterschaft (ERC) auf die nächste Stufe zu heben. Die Fans sollen dabei im Mittelpunkt stehen, die Rallyes spannender, zugänglicher und insgesamt attraktiver werden.

Im Rahmen der Rallye Paraguay, die Toyota-Pilot Sami Pajari für sich entscheiden konnte, informierten FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem, WRC-Promoter-CEO Boullier und Jean-Louis Mosca, Vorsitzender und CEO von Cosmobilis, die Medien über ihre Pläne für die Zukunft.

Während die neuen Besitzer der WRC ihre Vorstellungen für eine Weiterentwicklung der Weltmeisterschaft präsentierten, stellte Geschäftsführer Boullier zugleich allerdings klar, dass die DNA des Rallyesports unangetastet bleiben werde. "Eine Sache möchte ich zunächst betonen", sagte der frühere Formel-1-Teamchef.

"Wir werden niemals, wirklich niemals die DNA des Rallyesports verändern. Das ist die Aussage. Wir werden niemals die DNA verändern", betonte Boullier. "Eine Sache, an der wir natürlich gemeinsam mit der FIA arbeiten werden, ist der Versuch, denn Rallyesport ist offensichtlich der spektakulärste Sport, aber niemand spricht mehr darüber."

WRC soll wieder stärker in den Fokus rücken

"Und das ist heute das Problem: Wir wollen die WRC und die ERC wieder dorthin bringen, wo sie hingehören." Boullier erklärte, dass Veränderungen bei den Veranstaltungsformaten und eine Verbesserung der aktuellen Medienplattform mit dem Ziel, neben den Hardcore-Fans auch ein neues Publikum anzusprechen, ein zentraler Bestandteil der Vision seien.

Dazu gehöre auch, die Rallyes selbst zugänglicher und fanfreundlicher zu gestalten, indem der Servicepark zu einer sogenannten "WRC Arena" umgebaut werde. Der Franzose betonte außerdem, dass der Besuch der Veranstaltungen für die Zuschauer nach Möglichkeit kostenlos bleiben müsse.

"Wir werden natürlich am Format der Veranstaltungen arbeiten. Wir werden nicht viel verändern. Einige Rallyes, zum Beispiel Finnland oder Estland, haben bereits an einem einzelnen Abschnitt am selben Tag gearbeitet. Das ist die Art von Format, auf die wir uns konzentrieren werden", fügte Boullier hinzu.

"Sie wird es uns dank der FIA ermöglichen, an einem besseren Produkt zu arbeiten, das wir für die Fans leichter zugänglich machen können, aber auch besser übertragen und den Menschen, die nicht kommen können, zeigen können, was die WRC ist."

"Der zweite Punkt wird natürlich die Medienplattform sein", sagte der Franzose. "Wir werden die Medienplattform komplett neu gestalten, weil wir ins neue Jahrhundert kommen wollen - das war die Vereinbarung -, und natürlich mehr auf Digitales setzen.

Neue Medienstrategie und digitale Präsenz in Planung

"Wir müssen in den sozialen Medien stärker präsent sein, wir müssen in der Lage sein, künftig ein neues Publikum zu erreichen, das nicht nur aus Hardcore-Fans besteht. Dadurch werden wir bei ihnen den Wunsch wecken, in Zukunft zu kommen und die Rallyes zu besuchen."

"Und der letzte Punkt ist, unseren Sport zu einer Geschäftsplattform und zu einer nachhaltigen Plattform für die Teams, die OEMs, die Automobilhersteller und für jeden zu machen, der kommen und antreten möchte. Zu einem Ort, an dem sie mit entsprechender Zugänglichkeit und Hospitality ebenfalls tätig sein können."

"Wir wollen einiges umgestalten, um sicherzustellen, dass wir die Fans, die Unternehmen und die CEOs willkommen heißen können", gibt Boullier einen Blick in die Zukunft. "Wir werden ihn [den Servicepark] in WRC Arena umbenennen, weil wir einen Ort schaffen wollen, an dem die Menschen sein wollen und gesehen werden wollen."

"Vielleicht für Influencer oder wen auch immer, aber wir wollen, dass die Menschen dort sind, den Ort genießen und die Rallye genießen. Und eine einzige Wertungsprüfung am Sonntag ermöglicht es uns auch, den Zugang zu erleichtern."

Die Serviceparks sollen zur "WRC Arena" werden

"Bei einer Prüfung kann man Park-and-Ride-Angebote einrichten, dafür sorgen, dass man das Produkt endlich zeigen kann, und, wenn ich das so sagen darf, die Menschen nah an die Autos in Aktion heranbringen", ist der frühere Formel-1-Teamchef überzeugt.

Eine stärkere Beteiligung von Herstellern an der Rallye-WM ist bereits seit Langem ein Thema. Seit 2020 bilden lediglich Toyota, Hyundai und Ford - Letzterer in einer semi-werkseitigen Partnerschaft mit M-Sport - das Rückgrat der Meisterschaft.

Ab dem kommenden Jahr wird die WRC neue technische Vorschriften erhalten, die im Kern kostengünstiger sein sollen. Die auf 345.000 Euro kostenbegrenzten Autos werden auf Spaceframe-Chassis aufgebaut, sollen eine ähnliche Performance bieten und einige Komponenten mit den aktuellen Rally2-Fahrzeugen teilen.

Toyota ist derzeit allerdings die einzige Mainstream-Marke, die sich neben den Tunern Project Rally One und RMC Motorsport verpflichtet hat. Dennoch ist Boullier weiterhin zuversichtlich, dass sich bald weitere Marken anschließen werden.

"Wir haben bereits einige Gespräche mit vielen von ihnen [den Herstellern] begonnen", sagte Boullier gegenüber Autosport/Motorsport.com, einer Schwesterplattform von Motorsport-Total.com im Motorsport Network. "Als Erstes haben wir natürlich die bereits in der WRC vertretenen Hersteller berücksichtigt."

Neue Regeln sollen weitere Hersteller anlocken

"Es gibt keine perfekte Welt. Wir können niemals alle glücklich machen, aber wir haben ihre Bedenken berücksichtigt. Sie wollen eine stabile Plattform. Wir haben eine zehnjährige Vereinbarung mit der FIA. Sie wollen, dass die Kosten angegangen werden."

"Ich glaube, mit der neuen Formel, wenn man alles berücksichtigt, haben wir das Budget im Vergleich zu heute mindestens halbiert", betont Boullier, dass die aktuellen Entscheidungen bereits den ersten Schritt in eine bessere und erfolgreiche Zukunft gestellt haben.

"Sie wollen in der Lage sein, ihre Technologie zu präsentieren. Das haben wir technisch [ab 2029] berücksichtigt, und deshalb wird die Plattform extrem attraktiv sein, wenn wir die WRC in Bezug auf ihre Popularität wieder dorthin bringen können, wo sie hingehört."

Eric Boullier setzt auf globale Stärke der Rallye-WM

"Wir sind eine globale Plattform wie die Formel 1, also fahren wir 14 oder 15 Rallyes auf der ganzen Welt. Wir fahren nach Afrika, wir fahren nach Asien, wir fahren überall hin, nach Südamerika, und es ist wichtig, diese globale Ausrichtung beizubehalten, denn letztlich sind nur die Formel 1 und wir so aufgestellt."

"Wir haben also all ihre Bedenken berücksichtigt", ist der neue Geschäftsführer des WRC-Promoters überzeugt. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir bald die Ankündigung einiger von ihnen [Hersteller] sehen werden, dass sie in die WRC einsteigen."

Motorsport-Total.com

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