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Rallye Weiz: Bericht TEC7 ORM2
Foto: Daniel Fessl

Ein wilder Knobloch-Abflug machte den Weg frei: Christoph Zellhofer siegt auch in Weiz

Ein routinierter Krimi-Autor könnte die Geschichte der TEC7 ORM2 Staatsmeisterschaft nicht besser schreiben: Bereits in ihrer Premieren-Saison als Championat mit Staatsmeister-Prädikat sorgt die ORM2 für Spannung bis zum letzten Rallye-Kilometer des Jahres. Dabei hatte es beim fünften und vorletzten Lauf der Meisterschaft, bei der Rallye Weiz, lange Zeit nach einer kleinen Vorentscheidung ausgesehen.

Die Rallye Weiz, seit vielen Jahren fixer Bestandteil der österreichischen Rallye-Staatsmeisterschaft, konnte sich über die Zeit eine großartige Reputation aufbauen: wunderbare Sonderprüfungen, großartige Fans, tolle Organisation – aber auch das berühmt-berüchtigte Weizer Wetterchaos, das beinahe jedes Jahr mit heftigen Gewittern und sintflutartigen Regenfällen für teils massive Umstürze in den Ergebnislisten sorgt. Insgesamt 13 Teams nahmen die Rallye in der TEC7 ORM2 Wertung in Angriff, und sie alle waren gewarnt, dass der Wetterbericht auch für die diesjährige Ausgabe die eine oder andere Überraschung versprach.

Wie schon beim letzten Lauf in Judenburg war es auch in Weiz Suzuki-Pilot Christoph Zellhofer, der die erste SP-Bestzeit erzielen konnte: 1,9 Sekunden war er dabei schneller als Günther Knobloch. Ab der zweiten Sonderprüfung hatte jedoch der Lokalmatador aus Graz das Sagen, und nach zwei Bestzeiten durfte der Renault-Pilot die Nacht auf Samstag als TEC7 ORM2-Führender verbringen. Die zweite Etappe eröffnete der offensichtlich bestens ausgeschlafene Knobloch mit einer starken Bestzeit auf der anspruchsvollen SP „Koglhof“, wo er Zellhofer – der durch einen Dreher zudem einige Sekunden verlor – nicht weniger als 23 Sekunden abnehmen konnte. Mit einer weiteren Bestzeit auf SP5 hatte das Duo Knobloch/Fürst seinen Vorsprung dann schon auf nicht weniger als 28,4 Sekunden ausgebaut – bei nur elf zu fahrenden Sonderprüfungen fast eine Vorentscheidung.

Christoph Zellhofer ließ allerdings nicht locker, war auf den folgenden beiden Prüfungen ein paar Sekunden schneller, doch hatte Knobloch nach wie vor über 15 Sekunden Vorsprung für die verbleibenden drei Sonderprüfungen. So war der Steirer auf der ersten Durchfahrt über den Gollersattel auch nicht mit letztem Risiko unterwegs, doch durch einen der zahlreichen Gewitter-Regengüsse hatte sich ein Sturzbach genau in die Bremszone einer langgezogenen Kurve ergossen und viel Dreck mitgespült. Die Folge war ein böser Abflug in die Bäume, den Knobloch und „Co“ Fürst zwar gottlob unverletzt überstanden, der aber den Renault Clio Rally3 leider nachhaltig verbeulte.

Christoph Zellhofer/Anna-Maria Seidl nahmen das Geschenk natürlich dankend an, fuhren die Rallye konzentriert zu Ende, holten am Ende auch noch die Bestzeit auf der Power Stage und somit volle Punkte für die Meisterschaftswertung: „Ich habe zu Beginn der Rallye ein paar kleine Fehler eingebaut, wir haben aber dennoch weitergekämpft. Es war wirklich eine schwierige Rallye, es gab wieder heftige Gewitter und Sturm, wir konnten unseren Swift aber auf der Straße halten und volle Punkte für den Kampf um den TEC7 ORM2-Titel mitnehmen, das freut uns sehr.“ Günther Knobloch war ob des heftigen Abflugs verständlicherweise zerknirscht: „Was soll ich sagen, der Clio liegt mit ordentlichen Blessuren im Graben, Erik und ich sind ziemlich frustriert. Hätten wir den Sieg heimgefahren, wären wir in der Gesamtwertung auf Rang vier gelegen, und beim Finale hätte eine Zielankunft in den Top 5 für den Titelgewinn genügt. So wird’s eine harte Geschichte, zumal ich erst mit meinen Partnern sprechen muss, ob wir noch etwas Zusatz-Budget aufstellen können.“

In Abwesenheit von Roland Stengg, der in der TEC7 ORM2-Gesamtwertung nach wie vor den dritten Platz belegt, ging Platz zwei hinter Christoph Zellhofer an einen alten Bekannten: Der Birkfelder Fabian Zeiringer gab (angeleitet von Copilotin Angelika Letz) als echter Lokalmatador ein Kurzzeit-Comeback in der ORM und bewies am Steuer eines Ford Fiesta Rally3 mit starken Zeiten, dass er nicht allzu viel verlernt hat. Dritter wurde die tschechische Paarung Tomáš Gajdošík/Iva Dalíková (ebenso in einem Ford Fiesta Rally3). Die weiteren Platzierungen in der ausfallsreichen Rallye (nur sieben von 13 gestarteten TEC7 ORM2 Teams erreichten das Ziel): Chris-André Mayer/Manuel Brandner (Renault Clio Rally3), Andreas Schemmerl/Martin Kleibenzettel (Mitsubishi Lancer Evo VII), Gerolf Schuller/Kathrin Riedlingshofer-Milev (Mitsubishi Lancer Evo VI) sowie Eugen Friedl/Helmut Aigner (Ford Fiesta Proto).

Das „Grande Finale“ der TEC7 ORM2 – hoffentlich mit Günther Knobloch im runderneuerten Renault Clio Rally3 – steigt am 28. und 29. August 2026 rund um Krumbach in der Buckligen Welt, bei der OBM Land der 1000 Hügel Rallye!

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