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Dakar-Favoritencheck Motorräder KTM ist die erfolgreichste Motorradmarke bei der Rallye Dakar
Sebas Romero

KTM gegen Honda, Sanders gegen Schareina

KTM, Honda und Hero im Fokus - Die Rallye Dakar 2026 verspricht Spannung bei den Motorrädern - wer die größten Favoriten in Saudi-Arabien sind...

Seit Jahren heißt das Duell bei der Rallye Dakar KTM gegen Honda. Speziell seit die Veranstaltung nach Saudi-Arabien übersiedelt ist, war es oft ein enges Rennen zwischen beiden Marken. Honda legte 2020 und 2021 mit Siegen von Ricky Brabec und Kevin Benavides vor.

Sam Sunderland gewann 2022, damals in den Farben der Marke GasGas. Kevin Benavides, der nach seinem Sieg zu KTM wechselte, holte 2023 den Triumph. 2024 war wieder Honda an der Reihe. Brabec eroberte seinen zweiten Gesamtsieg.

Im Vorjahr dominierte Daniel "Chucky" Sanders die Rallye. Der KTM-Fahrer gilt auch für 2026 als Favorit. Der Australier prägte mit Siegen bei der Abu Dhabi Desert Challenge, bei der Rallye Südafrika und bei der Rally Raid Portugal die WM-Saison.

Mit Platz zwei bei der Marokko-Rallye wurde Sanders souverän Rally-Raid-Weltmeister. KTM gewann die Markenweltmeisterschaft. Der 31-jährige Sanders geht in Saudi-Arabien mit der Startnummer 1 ins Rennen.

Seit Marc Coma 2014/15 gewonnen hat, hat kein Fahrer zweimal hintereinander bei der Dakar triumphiert. "Alles läuft nach Plan", sagt Sanders im Vorfeld. "Ich bleibe beim gleichen Set-up, daher fühle ich mich auf dem Motorrad richtig wohl."

"Ich bin zuversichtlich, was meine Fitness betrifft. Nach Marokko fühlt sich alles super an, und ich bin wieder topfit. Klar, nach dem Sieg ist der Druck da, aber wir trainieren hart dafür, und ich weiß, dass ich liefern kann. Das Team ist in einer richtig guten Form."

"Es ist definitiv ein langes Rennen, und jede Dakar ist anders, also nehmen wir jeden Tag, wie er kommt, und geben immer unser Bestes. Die Motivation ist nach unserem Erfolg im vergangenen Jahr auf einem Allzeithoch. Ich kann den Januar kaum erwarten!"

Das KTM-Werksteam tritt mit drei Fahrern an. Luciano Benavides ist im Oktober bei der Marokko-Rallye schon am ersten Tag gestürzt. Dabei verletzte sich der Argentinier Bänder in einem Knie, schlug sich die Schulter und den Rücken an. Seither fokussierte er sich auf seine Genesung.

Der dritte KTM-Fahrer ist Edgar Canet. Er gewann im Vorjahr als Rookie die Rally2-Wertung der Rallye Dakar und im Laufe der Saison auch die Rally2-Wertung in der Weltmeisterschaft. Nun tritt der 20-Jährige erstmals in der Topklasse RallyGP an.

"Wir sind bereit für die Dakar", ist KTM-Teammanager Andreas Hölzl überzeugt. "'Chucky' ist nach seiner unglaublichen Saison bestens vorbereitet und hat bewiesen, dass er der Beste der Welt ist. Als amtierender Champion wird er natürlich versuchen, seinen Titel zu verteidigen."

"Edgar ist total begeistert, in der RallyGP-Klasse an den Start zu gehen! Er hat dieses Jahr in der Rally2 einen großartigen Job gemacht, den Weltcup gewonnen und die Spitzenfahrer die gesamte Saison über herausgefordert."

"Luciano ist nach seiner Verletzung beim letzten Lauf der Meisterschaft in Marokko vollständig genesen. Das Team leistet auf der technischen Seite fantastische Arbeit, um die Motorräder perfekt für die Jungs vorzubereiten. Alle arbeiten tagtäglich hinter den Kulissen unglaublich hart."

Honda: Tosha Schareina der erste Herausforderer

Das Honda-Werksteam tritt mit vier Fahrern in der RallyGP-Klasse an. Das sind Brabec, Skyler Howes, Adrien van Beveren und Tosha Schareina. Speziell Schareina hat sich jüngst in Topform präsentiert. Der Spanier wurde bei der Portugal-Rallye Zweiter und gewann in Marokko.

Mit 30 Jahren gehört Schareina zur neuen Generation und gilt als Mitfavorit, denn im Vorjahr war er bei der Dakar hinter Sanders Zweiter. "Der Sieg in Marokko hat uns diesen zusätzlichen Schub gegeben, um motiviert zu bleiben", strotzt Schareina vor Selbstvertrauen.

"In Portugal haben wir mit Sanders um den Sieg gekämpft, aber als ich in Führung lag und die Etappe eröffnete, habe ich einen Navigationsfehler gemacht. Bei der Rallye Marokko ist dann genau das passiert, was wir gebraucht haben: Ich habe gewonnen!"

"Ich war auf drei der fünf Etappen der Schnellste und es war klar, dass wir es schaffen konnten", untermauert Schareina das Potenzial. "Das war unser erster Sieg des Jahres - perfekt, um Schwung für die Dakar aufzubauen. Wir greifen an!"

Brabec spürte bei der vergangenen Dakar noch die Nachwirkungen einer Beinverletzung. Im Laufe des Jahres wurde er fitter, aber er sagt auch: "Es wird nie wieder zu 100 Prozent wie früher sein, aber bei den letzten beiden W2RC-Läufen hat es mich überhaupt nicht beeinträchtigt."

"Ich muss in ein paar Bereichen noch Feinschliff betreiben, um auf das Niveau von Daniel und Tosha zu kommen, aber ich bin in einer viel besseren Verfassung als im vergangenen Jahr. Es gibt immer Raum für Verbesserungen, aber das gesamte Team ist auf einem sehr guten Weg."

"Der Speed ist dabei nicht das Beängstigende, die Kombination aus Navigation und Tempo ist das Schwierige. Daniel und Tosha haben das definitiv herausgefunden. Sie fahren nicht schneller, aber sie haben den Schlüssel gefunden, um dieses hohe Tempo mit so präziser Navigation zu verbinden."

Hero: Tobias Ebster erstmals Werksfahrer

Herausforderer von KTM und Honda ist das Hero-Team. Ross Branch bewies das mit Platz zwei vor zwei Jahren. Auch im Vorjahr war der Fahrer aus Botswana, der "Kalahari Ferrari" genannt wird, in der ersten Woche in den Top 3, bevor ein Sturz zum Ausfall führte.

Hero tritt nur mit zwei Fahrern in der RallyGP-Klasse an. Neben Branch ist das der Chilene Ignacio "Nacho" Cornejo. Dritter Fahrer ist Tobias Ebster, der allerdings in der Rally2-Klasse gemeldet ist. Für den Österreicher ist es die dritte Dakar, zugleich seine erste als Werksfahrer.

"Als mich Hero ins Team holte, war das ein großartiges Gefühl. Wir haben unser Bestes gegeben, in Südafrika ein starkes Debüt hingelegt und das Jahr als Zweiter in der Rally-2-Wertung zu beenden, war eine fantastische Belohnung für all die harte Arbeit aller Beteiligten."

Ebster beendete die WM-Saison im Rally2-Weltcup auf dem zweiten Platz hinter Canet. "Mein Ziel ist es, noch einen Gang zuzulegen, um mit den Besten der Rally-Raid-Welt mithalten zu können - und dem Team mit starken Ergebnissen etwas zurückzugeben", sagt er über die nächsten Schritte.

Neben KTM, Honda und Hero gibt es im Feld der Motorräder noch eine dritte Marke, die Ambitionen auf Überraschungen hegt: Sherco. Die französisch-spanische Marke tritt mit Bradley Cox, Lorenzo Santolino und Harith Noah an.

Motorsport-Total.com

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