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Nach Unfall und Amputation Mathieu Baumel hat es zurück zur Rallye Dakar geschafft
X-raid

Baumel gibt tatsächlich Dakar-Comeback

Er verlor bei einem Verkehrsunfall sein Bein - Doch Mathieu Baumel gibt nicht auf - Der vierfache Dakar-Sieger wagt mit X-raid das unglaubliche Comeback 2026

Mathieu Baumel hat das Comeback geschafft und wird bei der Rallye Dakar 2026 in Saudi-Arabien an den Start gehen. Der Franzose tritt in einem X-raid Mini JCW als Beifahrer des Belgiers Guillaume De Mevius an.

Viermal hat Baumel die Dakar als Beifahrer von Nasser Al-Attiyah gewonnen, doch am 29. Januar 2025 änderte sich sein Leben komplett. Als er auf dem Weg zur historischen Rallye Monte Carlo war, wollte er einem liegengebliebenen Auto helfen.

Doch dabei wurde Baumel von einem anderen Fahrzeug erfasst und vor allem an den Beinen schwer verletzt. Sein rechter Unterschenkel musste schließlich amputiert werden, doch Baumel kündigte sofort seine Rückkehr in den Rallye-Sport an.

Dieses Vorhaben setzte der 49-Jährige auch um. Gemeinsam mit De Mevius bestritt er im September die Baja TT Sharish in Portugal, wobei sie den zweiten Platz belegten. Bei der Jeddah Baja Anfang Dezember in Saudi-Arabien wurde es Platz acht.

Auch wenn Baumel "nur" ein Beifahrer ist, mussten aufgrund der Unterschenkelamputation einige Details angepasst werden. Auch das Zusammenspiel mit seinem Fahrer De Mevius musste neu abgestimmt werden.

Das betrifft vor allem Situationen, in denen beide das Fahrzeug verlassen müssen. Ein Reifenschaden kann dabei zur echten Herausforderung werden. "Mit meiner Prothese macht es einen großen Unterschied, ob links oder rechts ein Platten ist", erklärt Baumel.

Der Ausstieg aus dem Auto, vor allem im tiefen Sand, verlangt ihm körperlich alles ab, und das kann bei Reifenschäden mehrmals am Tag vorkommen. Deshalb hat Baumel die Entscheidung getroffen, während der Rallye ohne seine reguläre Prothese zu fahren.

"Ich nutze ein spezielles kurzes Fußteil, damit ich im Notfall schneller auf den Knien arbeiten kann", erklärt er. Eine längere Prothese mit Schnellwechsel-System wird für den Fall der Fälle im X-raid Mini mitgeführt.

Für die langen Stunden im Cockpit wurde ein maßgeschneiderter Sitz entwickelt, der den oberen Teil der Prothese stabil und bequem fixiert. Auch sein Rennanzug wurde speziell umgebaut. "Sparco hat einige Anpassungen homologiert, damit ich die Prothese schneller wechseln kann."

Zudem gibt es im Fahrzeug einen eigens konstruierten Halter, der die Prothese sicher und direkt griffbereit aufbewahrt. Baumel bereitete sich intensiv vor. Tägliche Trainingseinheiten mit Physiotherapeuten und Coaches sollen Kraft, Beweglichkeit und Fokus wieder aufbauen.

"Ich muss meine Muskulatur stärken, ein paar Kilo verlieren und an meiner Konzentration arbeiten", berichtet er von seiner Vorbereitung. "Für die Dakar wird eine meiner größten Sorgen die Dauer des Rennens sein."

"Wir haben einige Tests gemacht und sind eine dreitägige Baja gefahren, aber 15 Tage Nonstop-Wettkampf ist etwas völlig anderes", weiß Baumel aus seiner langjährigen Erfahrung. Trotz seiner Einschränkungen spürt man seine Entschlossenheit.

"Es ist nicht leicht, denn auch mein linkes Bein ist noch nicht vollständig belastbar. Aber jeden Tag geht es ein Stück voran. Mein Kopf ist bereit, und der Rest wird folgen." Im Vorjahr gewannen De Mevius/Baumel eine Etappe. Technische Probleme sorgten für Platz 17 im Endergebnis.

Baumel fährt nicht nur mit, um dabei zu sein

Trotz des körperlichen Handicaps seines Beifahrers glaubt De Mevius nicht, dass das eine Auswirkung auf die Performance haben wird. Baumel ist überglücklich, dass sich sein Wille ausgezahlt hat und er bei der Dakar am Start sein wird.

"Die Ärzte gratulierten mir, weil sie mich zwar immer motiviert und 'Ja' gesagt hatten, aber nie wirklich geglaubt haben, dass ich so schnell wieder Rennen fahren würde. Das verdanke ich auch meinem Prothesenbauer."

"Ich habe eine flexible Schaftlösung, die es mir ermöglicht, schmerzfrei im Sitz zu bleiben. Mein System kann den oberen und unteren Teil der Prothese trennen, sodass ich mich auf einem Bein abstützen und selbst entscheiden kann, was für mich am besten ist."

"Es wird für mich anders und schwieriger sein - das kann ich gar nicht genau beziffern", sagt Baumel, aber er betont: "Ich fahre nicht nur mit, um dabei zu sein, sondern um an der Spitze zu kämpfen."

"Die Dakar noch einmal zu gewinnen wäre unglaublich, aber schon jetzt ist es großartig, der erste Amputierte in der Geschichte der Dakar zu sein, der in einem Top-Auto startet. Schon allein am Start zu stehen, ist ein kleiner Sieg für sich."

"Wir wollen ein starkes Ergebnis erzielen - und dann sehen wir, wie es läuft, körperlich wie technisch, denn wir wissen, dass bei der Dakar alles passieren kann. Es ist nicht immer einfach, aber wenn man sich selbst die Mittel schafft, kann man im Leben immer Großes erreichen - auch wenn mein Leben nie wieder das gleiche sein wird."

Das deutsche X-raid-Team ist in der Ultimate-Klasse mit drei Minis am Start. Ein Auto fahren die beiden Franzosen Lionel und Lucie Baud und das andere die beiden Frauen Maria Gameiro und Rosa Romero. Zudem setzt X-raid in der Challenger T3-Klasse ein Fahrzeug für Rebecca Busi ein.

Motorsport-Total.com

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