Rallye Dakar 2026: Etappe 11 | 15.01.2026
Lategans Traum vom Sieg platzt
Henk Lategan verliert in der elften Etappe mehr als eine Stunde - Mattias Ekström (Ford) holt Tagessieg - Nasser Al-Attiyah (Dacia) führt knapp vor Nani Roma (Ford)
Das Rennen um den Gesamtsieg bei der Rallye Dakar 2026 in Saudi-Arabien spitzte sich in der drittletzten Etappe auf ein Duell zu. Nasser Al-Attiyah (Dacia) verteidigte 8:40 Minuten Vorsprung auf Nani Roma (Ford). Den Tagessieg eroberte Mattias Ekström (Ford).
Die elfte Etappe führte die Teilnehmer von Bischa nach Al-Henakiyah. Mit insgesamt 882 Kilometern war es ein sehr langer Tag. Der gewertete Abschnitt umfasste für alle Klassen 347 Kilometer. Das Terrain bestand überwiegend aus Erde und wenig Sand.
Für Henk Lategan, der als Zweiter der Gesamtwertung in den Tag gestartet war, platzte der Traum vom ersten Gesamtsieg. Sein Toyota blieb bei Kilometer 140 stehen. Nach rund einer Stunde und 40 Minuten konnte Lategan zunächst weiterfahren, stand aber zehn Kilometer später erneut still.
Für Ekström verlief der Tag deutlich reibungsloser. Der Ford-Fahrer, der als 19. unmittelbar nach seinem Teamkollegen Carlos Sainz gestartet war, eroberte den Etappensieg. Nach dem Prolog, der nicht zur Gesamtwertung zählte, und Etappe 7 war es Ekströms nächster Tageserfolg.
"Wir hatten bis zum Schluss eine saubere Etappe", berichtet der Schwede. "Erst ganz am Ende, als wir in viel Staub geraten sind, haben wir ein paar Minuten verloren. Der Anfang war wirklich gut. Sehr viel geradeaus, viele Steine und jede Menge Staub."
Spaß machte die heutige Strecke Ekström nicht, wie er vergleicht: "Ich finde, die gestrige Etappe und die Marathonetappen waren fantastisch, auch wenn es bei uns dort nicht perfekt lief, aber sie waren großartig zu fahren. Heute hat es mir nicht viel Freude gemacht."
Romain Dumas, der einen Kunden-Raptor einsetzt, sorgte als Zweiter für sein persönlich bestes Tagesergebnis. Sainz komplettierte als Dritter den Dreifacherfolg für Ford. Das Toyota-Duo Joao Ferreira und Seth Quintero rundete die Top 5 ab.
Entscheidend war der Blick auf die Gesamtwertung. Roma beendete den Tag 8:27 Minuten hinter Ekström als Elfter und Al-Attiyah 12:47 Minuten dahinter als 17. Damit bleibt es im Rennen um den Gesamtsieg spannend, wobei sich ein Duell herauskristallisiert.
Enges Duell um den Gesamtsieg
Zwei Tage vor dem Ziel in Yanbu führt Al-Attiyah 8:40 Minuten vor Roma. Sebastien Loeb (Dacia) verbesserte sich durch Lategans Probleme auf Platz drei (+18:37 Minuten). Dahinter lauert das Ford-Duo Ekström (+21:32) und Sainz (+28:48) auf ihre Podestchance.
Al-Attiyah hat gute Chancen auf seinen sechsten Gesamtsieg. "Morgen müssen wir es einfach genauso machen wie heute", sagt er über seine Strategie. "Wenn wir zwei, drei oder vier Minuten verlieren, ist das kein Problem. Wichtig ist nur, dass wir diese Dakar als Erster beenden."
Roma hat die Dakar bisher einmal mit dem Motorrad (2004) und einmal mit dem Auto (2014) gewonnen. "Wir sind hier, glücklich", berichtet der Spanier. "Es war kein schlechter Tag, ehrlich gesagt. Wir haben versucht, super fokussiert zu bleiben."
"Am Anfang, in den Felsen und im Staub, mussten wir zwei Autos überholen. Martin hat sehr gut Platz gemacht, aber beim nächsten Auto war es schwieriger, heranzukommen. Aber ja, insgesamt ist alles gut." Auch Reifenschäden spielten diesmal keine entscheidende Rolle.
Motorräder: Brabec fährt im Duell mit Benavides strategisch
Nach seinem gestrigen Sturz biss Daniel Sanders (KTM) auf die Zähne und setzte das Rennen fort. Adrien van Beveren eröffnete die Strecke, wurde aber gegen Halbzeit von seinem Honda-Teamkollegen Ricky Brabec eingeholt.
Brabec hatte bessere Zwischenzeiten als Luciano Benavides (KTM) und sammelte Zeitboni. Im Schlussabschnitt drosselte der US-Amerikaner jedoch bewusst das Tempo, um für die morgige Etappe eine bessere Startposition etwas weiter hinten zu erhalten.
Den Tagessieg sicherte sich Skyler Howes (Honda) 21 Sekunden vor van Beveren. Edgar Canet (KTM) folgte als Dritter. Benavides belegte mit 3:37 Minuten Rückstand Platz vier. Brabec wurde mit 4:56 Minuten Rückstand als Sechster gewertet.
"Ich habe heute ein wenig auf Strategie gesetzt", bestätigt Brabec. "Hoffentlich zahlt sich das morgen aus. Aber ja, ich habe das Gefühl, dass morgen ein guter Tag wird. Wir gehen wieder mehr in felsiges Terrain, also eine Etappe, die uns etwas besser liegen sollte."
Brabec verzichtete damit auf die Führung im Gesamtklassement und übergab sie an Benavides. Der Vorsprung des Argentiniers beträgt lediglich 23 Sekunden. Es ist nur noch ein Duell um den Gesamtsieg, denn Tosha Schareina (Honda) liegt als Dritter 15 Minuten zurück.
"Ich habe, anders als Ricky, keine Strategie gespielt", bekräftigt Benavides. "Aber das ist mir egal. Ich mache einfach, was ich kann, kontrolliere das, was ich kontrollieren kann. Es ist im Gesamtklassement immer noch super eng. Ich denke, es wird erst ganz am Ende entschieden."
Am morgigen vorletzten Tag der Rallye führt die Strecke von Al-Henakiyah nach Yanbu. Mit etwas über 700 Kilometern wird es erneut eine lange Strecke. Die gewertete Speziale umfasst 310 Kilometer.


















