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Rallye Dakar 2026: Etappe 5 Nach Etappe 3 entschied Mitch Guthrie auch die fünfte Etappe für sich
Kin Marcin / Red Bull Content Pool

Rallye Dakar 2026: Guthrie gewinnt Etappe 5 - Lategan verteidigt Führung

Henk Lategan (Toyota) bleibt bei der Rallye Dakar 2026 vorne - Nasser Al-Attiyah (Dacia) verliert kaum Zeit - Ford-Fahrer in der Gesamtwertung in Lauerstellung

Henk Lategan (Toyota) behauptete auf der fünften Etappe der Rallye Dakar 2026 in Saudi-Arabien die Gesamtführung knapp vor Nasser Al-Attiyah (Dacia). Ford lauert mit vier Fahrern knapp dahinter. Bei den Motorrädern verabschiedete sich Edgar Canet (KTM) von seiner Siegchance.

Die fünfte Etappe war der zweite Teil der Marathon-Etappe. Vergangene Nacht verbrachten die Teilnehmer in einem provisorischen Biwak und lebten mit einem Zeltlager die alte Tradition wieder auf. Auch Reparaturen und Servicearbeiten mussten die Fahrer alleine durchführen.

Wie schon im ersten Teil des Marathons gab es separate Routen für Motorräder (356 gewertete Kilometer) und Autos (371 gewertete Kilometer). Das Ziel lag am Stadtrand von Ha'il, wo das bisher dritte Biwak der Rallye aufgebaut war.

Erneut zeigte sich bei den Autos der Jo-Jo-Effekt: Hintere Starter hatten einen klaren Vorteil. Ford-Fahrer Mitch Guthrie musste nach seinem Sieg in Etappe 3 gestern als Erster starten, verlor dabei 44 Minuten und fiel auf Platz 13 der Gesamtwertung zurück.

Die fünfte Etappe startete der US-Amerikaner als 16. und nutzte seinen Vorteil. Nach knapp vier Stunden Fahrzeit sicherte sich Guthrie den Tagessieg und rückte in der Gesamtwertung wieder auf den sechsten Platz nach vorn.

"Das sind jetzt schon zwei Etappensiege, also ein großartiger Tag", freut sich Guthrie. "Gestern war so viel Navigation, da haben wir viel Zeit verloren. Heute war es deutlich einfacher. Ich wünschte, wir hätten heute mehr Zeit gutmachen können. Für die Topfahrer war es wohl ein eher leichter Tag."

Drei Ford belegten in der fünften Etappe die ersten drei Plätze. Guthries Teamkollege Nani Roma verpasste den Tagessieg nur knapp, weil er 1:10 Strafminuten erhielt. Privatfahrer Martin Prokop setzte sich erneut als Dritter in Szene.

Bester Dacia-Fahrer war W2RC-Champion Lucas Moraes mit seinem deutschen Beifahrer Dennis Zenz als Vierter. Dennis Krotov mit einem weiteren Ford Raptor, der von M-Sport eingesetzt wird, rundete am Donnerstag die Top 5 ab.

Lategan und Al-Attiyah behaupten die ersten Plätze

In der Gesamtwertung verteidigte Toyota-Fahrer Lategan die Führung 3:17 Minuten vor Al-Attiyah im Dacia. Über weite Strecken eröffneten sie gemeinsam die Route und büßten deshalb Zeit ein. Im Tagesergebnis belegte Al-Attiyah Platz 16 und Lategan Platz 17.

"Es war wirklich, wirklich, wirklich schwierig", sagt Lategan, "eine der härtesten Etappen, die ich je eröffnen musste. Es gab keine Spuren der Motorräder, und viele der vorhandenen Spuren waren extrem schmal. Der Regen hat viele davon weggeschwemmt."

"Wir haben fast den ganzen Tag geführt, bis Nasser uns am Ende für etwa 200 Meter überholt hat - dann hat er sich verfahren, und wir sind wieder vorbeigegangen. Es lief den ganzen Tag über ziemlich sauber, bis ganz am Ende, als Nasser uns erneut überholt hat."

Al-Attiyah stimmt zu: "Das war keine einfache Etappe. Von Beginn an haben wir versucht, ohne Fehler und ohne Reifenschäden durchzukommen. Henk ist wirklich stark gefahren, und wir sind einfach hinter ihm geblieben. Überholen war zu riskant und die Navigation war auch nicht einfach."

Ford in Gesamtwertung stark aufgestellt

Das Ford-Duo Mattias Ekström und Carlos Sainz beendete den Tag auf den Plätzen fünf und sechs. In der Gesamtwertung führt Ekström als Dritter ein Raptor-Paket mit Roma, Sainz und Guthrie an. Dieses Quartett befindet sich in Schlagdistanz zum Spitzenduo Lategan/Al-Attiyah.

"Es war sehr, sehr schwierig, die anderen Autos einzuholen", schildert Ekström. "Und dann war es eher wie Rallycross als wie die Dakar, weil einfach jeder gegen jeden gefahren ist. Dabei haben wir ziemlich viel Zeit verloren, und dann mussten wir einmal für einen Wegpunkt umdrehen."

"Dabei ist noch mehr Zeit draufgegangen. Heute war ein Tag, an dem man keinen großen Unterschied machen konnte. Es war deutlich schneller, aber gerade das macht es spannend. Gestern war es super schwierig und lang, heute dafür viel schneller."

Sainz hatte allerdings technische Schwierigkeiten. Er musste die zweite Hälfte der vierten Etappe und die komplette fünfte ohne Kupplung bestreiten. "El Matador" befürchtete, dass auch der Motor Schaden genommen haben könnte. Die M-Sport-Mechaniker reparierten im Biwak.

Sebastien Loeb weiterhin Achter

Mit 18 Minuten Rückstand ist Sebastien Loeb im Gesamtklassement Achter. Die fünfte Etappe beendete der zweite Dacia-Fahrer als Zwölfter. "Wir sind gut gefahren", meint Loeb und berichtet: "Zu Beginn war ich extrem vorsichtig und bin die ersten 200 Kilometer ruhig angegangen."

"Danach habe ich im zweiten Teil der Etappe mehr attackiert. Es gab jedenfalls keine besonderen Probleme. Die Navigation war an der Spitze nicht einfach - die Straße zu eröffnen, ohne viele Spuren, denen man folgen konnte, war ziemlich knifflig."

"Bislang hatten wir immer früh in der Etappe Reifenschäden und sind danach nur noch im Cruising-Modus gefahren, ohne richtig zu pushen. Die Situation ist im Moment gar nicht so schlecht. Es passiert eine Menge, daher muss man erst einmal ins Ziel kommen, bevor man voll angreift."



Motorräder: Sanders behauptet Führung, Strafe für Schareina

Bei den Motorrädern war nach zwei Honda-Siegen wieder KTM vorne. Luciano Benavides sicherte sich vor Hero-Fahrer Ignacio "Nacho" Cornejo den Tagessieg. Daniel Sanders (KTM) behauptete mit dem dritten Platz die Führung in der Gesamtwertung.

Hinter dem Titelverteidiger folgten zunächst die Honda-Fahrer Tosha Schareina (+1:59 Minuten) und Ricky Brabec (+2:02 Minuten). Luciano Benavides zählt nach seinem Tagessieg weiterhin zum Spitzenfeld, denn er hat nur knapp sechs Minuten Rückstand.

Im Anschluss an die Etappe erhielt Schareina zehn Strafminuten. Der Spanier hat beim Verlassen des Biwaks zu Beginn der fünften Etappe die Beschilderung nicht beachtet. Schareina ist nicht durch die markierten Flaggen gefahren, um seinen Start offiziell zu machen.

Diese Sanktion hat die Gesamtwertung ordentlich durcheinandergewirbelt: Schareina fällt von Platz zwei auf Platz vier zurück und liegt nun zwölf Minuten hinter Sanders. Brabec und Benavides rücken auf die Plätze zwei und drei nach vorne.

Die Motorradfahrer mussten die beiden Tage des Marathons mit einem Reifensatz durchfahren. Das war für alle ein großes Thema. Edgar Canet bekam Probleme mit seinem Hinterreifen. Der KTM-Fahrer, der in diesem Jahr schon zwei Tagessiege gefeiert hat, musste anhalten.

Bei den Motorradreifen wird ein "Mousse" verwendet, ein Schaum, der als Schlauchersatz innen um die Felge gelegt wird. Dadurch können keine Reifenschäden auftreten. Allerdings kann das Material bei Hitze und starker Belastung beschädigt werden.

Canet musste seinen Hinterreifen reparieren und fuhr anschließend langsam Richtung Ziel. Das junge KTM-Talent verlor viereinhalb Stunden. Hero-Fahrer Ross Branch büßte heute zudem auch 1:17 Stunden ein.

Am Freitag zieht der Dakar-Tross weiter in Richtung Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad. Mit insgesamt 920 Kilometern wird es ein sehr langer Tag. Die gewertete Speziale beträgt davon 331 Kilometer. Anschließend steht am Samstag der einzige Ruhetag der Rallye auf dem Programm.

Motorsport-Total.com

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